Mika Salo zu Ferrari: «Kimi Räikkönen keine Nummer 2»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kimi Räikkönen mit seinem neuen Dienstwagen

Kimi Räikkönen mit seinem neuen Dienstwagen

​Der frühere Ferrari-Fahrer Mika Salo sagt über seinen finnischen Landsmann Kimi Räikkönen: «Ich sehe Kimi bei Ferrari nicht als Nummer 2.»

So schnell bringt den «Iceman» nichts aus der Fassung. Schon gar nicht das anhaltende Gerücht, wonach er bei Ferrari ein Auslaufmodell sei und dass für 2017 ein anderer Fahrer in Maranello andocke.

Und doch wird die Fahrerfrage bei Ferrari früher oder später erneut auftauchen, das Beispiel 2015 hat gezeigt – eher früher als später. Da wurde Teamchef Maurizio Arrivabene schon während der Frühlings-GP nach einem potenziellen Nachfolger für den Formel-1-Champion von 2007 gelöchert.

Ein wenig säuerlich reagierte der 36jährige Räikkönen auf entsprechende Fragen schon: «Mir scheint, es ist jedes Jahr oder mit jedem Team das Gleiche – immer ist davon die Rede, dass ich herausgeworfen werden soll, dass ich keine neuen Vertrag erhalte oder was auch immer. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen.»

Maurizio Arrivabene wehrte sich vor der Sommerpause 2015 entschieden gegen die Darstellung, Kimi habe nur bis einschliesslich Ungarn Zeit gehabt, sich zu bewähren. Der Italiener meinte, eine solche Frist gebe es in Maranello nicht.

Williams-Fahrer Valtteri Bottas galt lange Zeit als Räikkönen 2.0, aber bei Ferrari wurde bald heftig darüber debattiert, ob der junge Finne die Ablösesumme von – je nach Quelle – 12 bis 18 Millionen Dollar wirklich wert sei. Williams besitzt noch immer eine Option auf Bottas, durch die er auch im nächsten Jahr an den britischen Traditionsrennstall gebunden wäre. Oder für eine Stange Geld aus dem Vertrag gelassen werden könnte.

Bei Ferrari gingen Präsident Sergio Marchionne und Teamchef Arrivabene dieser Gedankenabfolge nach: Felipe Massa ist als langjähriger Ferrari-Fahrer eine bekannte Grösse. Wenn Massa auf Augenhöhe mit Bottas fährt, ist Valtteri dann wirklich so gut, wie alle sagen? Wohl eher doch nicht.

Arrivabene kritisierte derweil: «Kimi Räikkönen hat ein Problem, und dieses Problem heisst Qualifying. Im Rennen zeigt er den gleichen Speed wie Sebastian. Wenn er nun auch noch im Abschlusstraining zulegen könnte, dann wäre es perfekt. Wenn er ein Schulbub wäre, dann würde ich ihm auftragen, hundert Mal ins Reine zu schreiben – ich muss im Qualifying besser sein.»

Das Druckmachen schien sich auszuzahlen: Im Laufe des Jahres wurden die Leistungen von Kimi stärker, auch im Qualifying. Vor dem Belgien-GP in Spa-Francorchamps erhielt der 20fache GP-Sieger einen neuen Einjahresvertrag.

Arrivabene vertiefte, warum Ferrari die Option auf die Dienste von Kimi Räikkönen vorzeitig eingelöst hat: «Bei der Umfrage der Fahrervereinigung GPDA hat sich herausgestellt, dass Kimi der beliebteste Formel-1-Pilot ist. Wer also behauptet, dass die GP-Anhänger Räikkönen nicht möglich, hat von Marketing keinen Schimmer. Aber wir haben ihn natürlich nicht aus diesem Grund behalten und auch nicht deswegen, weil er so schöne blonde Haare und blaue Augen hat. Nein, wir haben ihn behalten, weil wir in dieser Zusammensetzung ein junges Team sind, und da braucht es Elemente der Ausgeglichenheit. Kimi ist für mich ein überdurchschnittlicher Pilot, der an der Seite von Vettel einen grossen Beitrag leistet, um diesen Rennstall an die Spitze zu bringen.»

Über das Gerücht der angeblichen Gehaltskürzung für Kimi Räikkönen konnte Arrivabene nur lachen: «Meines Wissens gibt es Billigflieger, aber Billigsportler, die solche Leistungen zeigen, die kenne ich nicht. Das gilt für Fussballspieler, für Rennfahrer, für alle Spitzenathleten.»

Letztlich war es einfach: Bottas überzeugte nicht restlos, und die neue Geschmacksrichtung des Jahres – Max Verstappen – sitzt bei Red Bull fest im Sattel. Allen Sirenenklängen aus Maranello zum Trotz.

Dennoch bleibt die Tatsache: Kimi Räikkönen hat seit Australien 2013 kein Rennen mehr gewonnen. Er hat seit seiner Rückkehr zu Ferrari lediglich drei Podestränge erobert. Zum Vergleich: Fernando Alonso fuhr 2014 zwei Mal aufs Podest (Kimi gar nicht), Sebastian Vettel erreichte 2015 in seiner ersten Ferrari-Saison 13 Podestränge, Kimi besagte drei. Alonso wurde 2014 WM-Sechster mit 161 Punkten, Kimi Zwölfter mit 55. Vettel wurde 2015 WM-Dritter mit 278 Punkten, Kimi Vierter mit 150.

Aber unter anderem genau wegen dieser Leistungssteigerung schreibt ihn sein Landsmann Mika Salo nicht ab. Der 49-Jährige aus Helsinki – 1999 als Ersatzfahrer für den verletzten Michael Schumacher WM-Zehnter mit Ferrari – sagt auf dem finnischen TV-Sender MTV: «Grundsätzlich sehe ich Kimi bei Ferrari nicht als Nummer 2. Aber eines muss auch klar sein. Will Räikkönen nochmals an den Titel denken, muss er zunächst mal an Sebastian Vettel vorbei.»

Auf die Frage, ob 2016 für Räikkönen vielleicht die letzte Formel-1-Saison sein könnte, meint Salo: «Das ist schwer zu sagen. Aber ich fand es clever von Ferrari, mit diesen beiden Piloten weiter zu machen. Kontinuität in einem Top-Team ist ganz wichtig. Und es spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, wie gut die beiden Fahrer miteinander auskommen.»

Das ist die Formel 1 2016

Mercedes AMG Petronas Formula One Team (D)
Mercedes F1 W07 Hybrid
Mercedes-Benz PU106C Hybrid
6 Nico Rosberg (D)
44 Lewis Hamilton (GB)

Scuderia Ferrari (I)
Ferrari SF16-H
Ferrari 059/5
5 Sebastian Vettel (D)
7 Kimi Räikkönen (FIN)

Williams Martini Racing (GB)
Williams FW38
Mercedes-Benz PU106C Hybrid
19 Felipe Massa (BR)
77 Valtteri Bottas (FIN)

Red Bull Racing (A)
Red Bull Racing RB12
TAG Heuer (umbenannter Renault-Motor)
3 Daniel Ricciardo (AUS)
26 Daniil Kvyat (RU)

Sahara Force India Formula One Team (IND)
Force India VJM09
Mercedes-Benz PU106C Hybrid
11 Sergio Pérez (MEX)
27 Nico Hülkenberg (D)

Renault Sport Formula One Team (F)
Renault RS16
Renault RE16
20 Kevin Magnussen (DK)
30 Jolyon Palmer (GB)

Scuderia Toro Rosso (I)
Toro Rosso STR11
Ferrari 059/4
33 Max Verstappen (NL)
55 Carlos Sainz (E)

Sauber F1 Team (CH)
Sauber C35
Ferrari 059/5
9 Marcus Ericsson (S)
12 Felipe Nasr (BR)

McLaren Honda (GB)
McLaren MP4-31
Honda RA616H
14 Fernando Alonso (E)
22 Jenson Button (GB)

Manor Racing (GB)
Manor MRT05
Mercedes-Benz PU106C Hybrid
88 Rio Haryanto (RI)
94 Pascal Wehrlein (D)

Haas F1 Team (USA)
Haas (Name noch nicht enthüllt)
Ferrari 059/5
8 Romain Grosjean (F)
21 Esteban Gutiérrez (MEX)

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Internet)
21. Februar: Roll-out und Filmtag Ferrari (Circuit de Barcelona-Catalunya)
21. Februar: Roll-out und Filmtag HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya, 07.50 Uhr)
22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Force India (Circuit de Barcelona-Catalunya, 08.30 Uhr)
29. Februar: Präsentation Toro Rosso (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Aufstellung 1. Barcelona-Test

Mercedes
Montag 22. und Mittwoch 24. Lewis Hamilton
Dienstag 23. und Donnerstag 25. Nico Rosberg

Ferrari
Montag und Donnerstag Sebastian Vettel
Dienstag und Mittwoch Kimi Räikkönen

Williams
Montag und Dienstag Valtteri Bottas
Mittwoch und Donnerstag Felipe Massa

Red Bull Racing
Montag und Dienstag Daniel Ricciardo
Mittwoch und Donnerstag Daniil Kvyat

Force India
Montag und Donnerstag Alfonso Celis
Dienstag Sergio Pérez
Mittwoch Nico Hülkenberg

Toro Rosso
Montag und Mittwoch: Carlos Sainz
Dienstag und Donnerstag: Max Verstappen

Sauber (mit 2015er Auto in neuer Lackierung)
Montag und Dienstag Marcus Ericsson
Mittwoch und Donnerstag Felipe Nasr

McLaren-Honda
Fernando Alonso und Jenson Button (noch keine Aufteilung)

Manor Racing
Pascal Wehrlein und Rio Haryanto (noch keine Aufteilung)

Renault
Kevin Magnussen und Jolyon Plamer (noch keine Aufteilung)

Haas F1
Montag und Mittwoch Romain Grosjean
Dienstag und Donnerstag Esteban Gutiérrez

Formel-1-WM

20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

Mehr über...

Weblinks

siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Lewis Hamilton tobt: «Hört auf, Scheiss zu erfinden!»

Mathias Brunner
​Der Engländer Lewis Hamilton ist aufgebracht: Der Weltmeister nervt sich über Zeitungsberichte, wonach er von Mercedes ein Jahresgehalt von 40 Millionen Pfund fordere. Lewis: «Hört auf, Scheiss zu erfinden!»
» weiterlesen
 

TV-Programm

So. 05.07., 18:15, Sky Sport HD
Formel 1: Großer Preis von Österreich
So. 05.07., 18:15, Sky Sport 1
Formel 1: Großer Preis von Österreich
So. 05.07., 18:30, Motorvision TV
Rali Vinho da Madeira
So. 05.07., 18:30, Das Erste
Sportschau
So. 05.07., 18:45, SWR Fernsehen
sportarena
So. 05.07., 19:00, Eurosport 2
Motorsport: Porsche Supercup
So. 05.07., 19:00, Schweiz 2
sportpanorama
So. 05.07., 19:15, ServusTV Österreich
Servus Sport aktuell
So. 05.07., 20:00, Sky Sport 2
Formel 2
So. 05.07., 20:30, Sky Sport Austria
Formel 1: Großer Preis von Österreich
» zum TV-Programm