Formel 1

Nico Rosberg (Mercedes): Gegner zum Kopieren zwingen

Von Mathias Brunner - 25.02.2016 09:46

​Der 14fache GP-Sieger Nico Rosberg hat erklärt, wie die Silberpfeile ihren Vorsprung konservieren – mit bahnbrechender Technik. Ein Teil davon ist die neue Fahrzeugnase.

Um Mercedes-Benz nach den WM-Titeln 2014 und 2015 an der Spitze zu halten, so glaubt Nico Rosberg, «müssen wir innovativ bleiben. Wir müssen Trendsetter sein, wie etwa bei unserem neuen Boden oder den Luftleit-Elementen. Wir müssen Teile ans Auto bringen, welche die Gegner in dieser Form noch nie gesehen haben. Wir müssen sie zwingen, uns kopieren zu müssen. So bleiben wir vorne.»

Ein Teil, das die Gegner noch nie gesehen haben, wird nun in Barcelona von Lewis Hamilton (am Morgen) und von Rosberg (am Nachmittag) ausprobiert – eine Fahrzeugnase, welche bei der Konkurrenz milde Ratlosigkeit erzeugt. Wie um alles in der Welt schaffen es die Techniker aus Brackley, die Nase an so kleinen Aufhängungen anzubringen und dennoch die notwendige strukturelle Widerstandskraft hinzubekommen?

Die Aufhängung der Nase ist winzig und noch weiter zurückgerückt, die Nase selber ist mit einem so genannten S-Schacht ausgerüstet (wenn Luft unter der Fahrzeugnase abgezogen wird, die oben vor dem Fahrer wieder ins Freie austritt, ein Trick den übrigens der legendäre Colin Chapman 1979 am Lotus 80 einführte).

Der neue Frontflügel, welcher die Nase ziert, ist ein Wunderwerk des Kaskaden-Designs, wenn also der Frontflügel als Mehrteiler mit zahlreichen kurzen, hintereinander gestellten Flügelflächen ausgelegt ist. Ein Design, das einst Red Bull Racing in der Formel 1 salonfähig gemacht hat und von allen Rennställen übernommen worden ist.

Vorteil dieser Lösung: Es wird zwar weniger Abtrieb generiert als mit einem Einteiler, dafür aber gibt es viel weniger Strömungsabrisse – wenn der Abtrieb beim komplexen Zusammenwirken mit dem Boden variiert, wenn der Wagen beim Anbremsen einnickt, beim Beschleunigen ausfedert oder der Flügel bei der Kurvenfahrt anders anströmt wird als auf den Geraden.

Mercedes-Benz twittert: «So, hier ist er nun also, der Frontflügel, über den alle geredet haben. Wir nennen ihn Bruce. Ihr wisst schon wieso.»

Bruce war der menschenfressende weisse Hai aus dem Kinofilm «Jaws» von Steven Spielberg. Im damaligen Kassenschlager terrorisierte der furchterregende Räuber die Bewohner von Amity Island. Nun geht die Furcht woanders um – im Formel-1-Fahrerlager. Mercedes-Benz hat die Messlatte in Sachen Frontflügel neu gelegt.

Am letzten Barcelona-Testtag dieser Woche im Einsatz:
Mercedes: Lewis Hamilton (Morgen), Nico Rosberg (Nachmittag)
Ferrari: Kimi Räikkönen
Williams: Felipe Massa
Red Bull Racing: Daniil Kvyat
Force India: Alfonso Celis
Toro Rosso: Max Verstappen
Sauber: Felipe Nasr
McLaren-Honda: Fernando Alonso
Manor Racing: Rio Haryanto
Renault: Kevin Magnussen
Haas F1: Esteban Gutiérrez

Barcelona-Testzeiten, 3. Tag

1. Nico Hülkenberg (D), Force India VJM09-Mercedes, 1:23,110 (92 Runden)
2. Romain Grosjean (F), Haas VF-16-Ferrari, 1:25,874 (73)
3. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari SF16-H, 1:25,977 (58)
4. Kevin Magnussen (DK), Renault RS16, 1:26,014 (103)
5. Nico Rosberg (D), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:26,084 (74)
6. Carlos Sainz (E), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:26,239 (152)
7. Felipe Nasr (BR), Sauber C34-Ferrari, 1:26,392 (112)
8. Lewis Hamilton (GB), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:26,421 (77)
9. Daniil Kvyat (RU), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:26,497 (74)
10. Felipe Massa (BR), Williams FW38-Mercedes, 1:26,712 (109)
11. Jenson Button (GB), McLaren MP4-31-Honda, 1:26,919 (51)
12. Rio Haryanto (RI), Manor MRT05-Mercedes, 1:29,808 (72)

Barcelona-Testzeiten, 2. Tag

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:22,810 (125)
2. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:23,525 (112)
3. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:23,650 (101)
4. Nico Rosberg (D), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:24,867 (172)
5. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:25,237 (108)
6. Esteban Gutiérrez (MEX), Haas VF-16-Ferrari, 1:25,524 (78)
7. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:25,648 (134)
8. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:25,925 (71)
9. Fernando Alonso (E), McLaren MP4-31-Honda, 1:26,082 (119)
10. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:26,189 (42)
11. Max Verstappen (NL), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:26,539 (121)

Barcelona-Testzeiten, 1. Tag

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:24,939 (69 Runden)
2. Lewis Hamilton (GB), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:25,409 (155)
3. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:26,044 (86)
4. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:26,091 (80)
5. Alfonso Celis (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:26,298 (57)
6. Jenson Button (GB), McLaren MP4-31-Honda, 1:26,860 (83)
7. Carlos Sainz (E), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:27,180 (55)
8. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:27,555 (88)
9. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:28,292 (54)
10. Romain Grosjean (F), Haas VF-16-Ferrari, 1:28,399 (31)
11. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:29,356 (37)

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
1. März: Präsentation Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Präsentation Toro Rosso (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

Dürfen wir vorstellen? Das ist Bruce © Mercedes Dürfen wir vorstellen? Das ist Bruce

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