Günther Steiner: «Wir bilden uns nichts darauf ein»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Günther Steiner: «Wir haben bewiesen, dass man es auch als Neueinsteiger ins Mittelfeld schaffen kann»

Günther Steiner: «Wir haben bewiesen, dass man es auch als Neueinsteiger ins Mittelfeld schaffen kann»

Das Haas F1-Team durfte beim GP-Debüt in Australien den sechsten Platz von Romain Grosjean bejubeln. Trotzdem bleibt Teamchef Günther Steiner vorsichtig, wenn es um Prognosen für den zweiten WM-Lauf in Bahrain geht...

Haas F1 hat in Australien den ersten GP bestritten und mit Romain Grosjeans sechstem Platz die eigenen Erwartungen übertroffen. Wie lief das Rennwochenende im Albert Park im Allgemeinen und was konnte das Team für den zweiten WM-Lauf in Bahrain mitnehmen?

Wir hatten unsere Höhen und Tiefen. Das Wochenende begann mit dem Testfreitag, der ins Wasser fiel. Deshalb wollten wir das Verpasste im dritten freien Training am Samstagmorgen nachholen. Aber Romain hatte einen Unfall mit einem anderen Auto, als er die Box verliess.

Wir erwischten also keinen leichten Start und auch das Qualifying lief nicht nach Wunsch. Doch das Team hat ganze Arbeit geleistet und die Autos für den Sonntag pünktlich hinbekommen. Wir hatten ein gutes Renntempo und am Ende durften wir uns über das positive Ergebnis freuen. Es war schwierig, dahin zu kommen, doch durch die Arbeit unserer fleissigen Truppe haben wir das geschafft. Die grösste Herausforderung ist es nun, an diesen guten Auftakt anzuknüpfen. Und das wird alles andere als einfach. Aber wir werden natürlich unser Bestes geben.

Wie kam der erste GP-Einsatz von Haas F1 zuhause in den USA an?

Ich denke, das Debüt ist gut angekommen, selbst Leute, die sich nicht mit der Formel 1 befassen, sehen es als grosse Errungenschaft an, dass nach 30 Jahren erstmals wieder ein US-Team in der Startaufstellung vertreten war, und dass wir als Neuling gleich den sechsten Platz erringen konnten.

Das Haas F1 Team hat bei der Teamgründung einen unorthodoxen Weg gewählt und sich mit Ferrari und Dallara zwei starke Partner an Bord geholt. Ist die gute Leistung von Melbourne ein Beweis, dass diese Vorgehensweise die Richtige ist?

Ich denke, unser Plan geht auf, aber wir werden nicht jedes Rennen auf dem sechsten Platz beenden können, deshalb dürfen wir nicht zu hohe Erwartungen hegen. Ich denke, wir haben bewiesen, dass man es auch als Neueinsteiger ins Mittelfeld schaffen kann. Wir sind nicht als die Letztplatzierten von Australien zurückgereist, und das war auch unser Ziel. Ich glaube auch nicht, dass wir in diesem Jahr den letzten Platz belegen werden. Dass wir so weit nach vorne gekommen sind, ist ein Zeichen dafür, dass unser Plan funktioniert.

Wie gehen Sie mit den Erwartungen innerhalb und ausserhalb des Teams um?

Wir bilden uns auf unseren frühen Erfolg nichts ein und wissen, dass wir sicher auch Rennen erleben werden, in denen wir unter den Erwartungen bleiben. Der sechste Platz ist eine sehr gute Motivation für die ganze Mannschaft, weiterhin hart zu arbeiten und ihr Bestes zu geben. Wenn wir so weitermachen, wie wir in Melbourne angefangen haben, werden auch die Ergebnisse stimmen

Während Grosjean seinen sechsten Platz feierte, musste Esteban Gutiérrez einen harten Crash mit Fernando Alonso verdauen. Auch sein Dienstwagen wurde bei der Kollision mit dem McLaren vor allem am Heck stark beschädigt. Welche Reparaturarbeiten waren nötig, um das Auto für den GP in Bahrain vorzubereiten?

Einige Teile, etwa das Chassis, wurden in unser europäisches Werk geschickt. Dort wurde alles analysiert und repariert. Wir können das in Bahrain nicht vor Ort machen, haben aber genug Ersatzteile, um ein neues Chassis aufzubauen. Das Unfallauto wird repariert und nach Bahrain geflogen, um als Reserve zur Verfügung zu stehen. Die Jungs im Werk müssen Tag und Nacht arbeiten, um das rechtzeitig hinzubekommen. Aber es ist machbar. Unser Ersatzteillager ist ziemlich leer, aber es reicht noch, um weiterzumachen, und hinter den Kulissen wird fleissig weitergearbeitet.

Das Team scheint Missgeschicke schon sehr gut wegstecken zu können. Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit Ihrer jungen Mannschaft?

Wir haben gute, starke Leute ausgesucht, die nicht gleich das Handtuch werfen. Jeder ist ein Teil der Lösung, nicht des Problems. Die Jungs arbeiten gut zusammen, denn sie sind Profis und wissen, dass es gemeinsam besser geht. Eine gute Teamarbeit hängt sehr stark von der Qualität der Mitarbeiter ab, und ich denke, die ist bei uns sehr hoch.

Wie gross ist die Vorfreude auf die stabile Wetterlage in Bahrain, nachdem das Team den Trainingsfreitag von Australien wegen Regenschauer grösstenteils abschreiben musste?

Es wäre fantastisch, wenn wir mit beiden Autos die sechs Trainingsstunden am Freitag voll nutzen können. Denn so lernen wir am meisten über unser Auto.

Das Team hat wegen der roten Flagge und des Crashs von Gutiérrez in Australien keinen einzigen echten Boxenstopp absolviert. Wie bereitet sich das Team auf die Boxenstopps vor und wie gross sind die Sorgen, weil man das noch nicht ausprobieren konnte?

Wir beschweren uns nicht darüber, denn in Bahrain werden wir sicher einen Boxenstopp absolvieren müssen. Wir werden während der Trainings in Bahrain viele Sachen testen und üben, um sicher zu gehen, dass wir bereit sind und das Team selbstbewusst ins zweite Rennen starten kann.

Welchen Einfluss hat die dritte Slick-Reifenmischung, die den Teams seit diesem Jahr zur Verfügung steht?

Jeder hat eine dritte Option und deshalb denke ich auch, dass sie keinen allzu grossen Einfluss hat, es ist ja für alle dasselbe. Wir müssen sicherstellen, dass wir die drei zur Verfügung stehenden Mischungen nach bestem Wissen nutzen.

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