Fernando Alonso zu Bahrain-Aus: Gefahr für die Lungen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Fernando Alonso

Fernando Alonso

​McLaren-Honda-Star Fernando Alonso sagt: «Ich verstehe den Standpunkt der FIA-Ärzte, aber ich habe bis zuletzt alles versucht.» Noch ist unklar, ob er in China fahren kann.

Wie zu Beginn der Saison 2015 muss Fernando Alonso ein Rennen auslassen: Vor knapp einem Jahr erhielt der Spanier Startverbot für den Australien-GP, nachdem er sich bei einem bis heute nicht restlos aufgeklärten Unfall bei den Testfahrten in Barcelona. Fernando erlitt dabei eine Gehirnerschütterung.

Nun ist die Ausgangslage anders: Alonso hat sich beim furchterregenden Crash in Melbourne Rippenblessuren zugezogen, der Asturier klagte über Schmerzen.

Auf Instagram teilte der Formel-1-Champion von 2005 und 2006 seinen Fans mit: «Ich habe bis zur letzten Minute alles versucht, um am Bahrain-Wochenende teilnehmen zu können. Die letzten paar Tage waren sehr hart. Aber ich verstehe den Standpunkt der FIA-Ärzte. Nun will ich meinem Teamgefährten Stoffel Vandoorne helfen, so viel als möglich aus dem Wochenende zu holen.»

McLaren hat seinem Superstar freigestellt, nach Hause zu fliegen. Fernando sagt: «Keine Chance! Es versteht sich für mich von selber, dass ich hier bleibe und dem Team helfe.»

Bei der FIA-Pressekonferenz am Bahrain International Circuit vertieft der Spanier: «Ich bin sehr enttäuscht. Wir Fahrer leben, um Rennen zu fahren, und das kann ich hier in Bahrain nun nicht tun – ich bin traurig, aber ich respektiere die Entscheidung der Ärzte.»

«Ich wollte mindestens versuchen, ins Training zu gehen. Klar hatte ich zuhause Schmerzen, aber mit Schmerz kannst du umgehen, wenn du ihn ausblendest und nicht zu sehr daran denkst. Es geht aber hier um mehr. Es geht um Risiken, vor welchen ich gewarnt worden bin. Dies ist ein Fall von Risiko-Management.»

Fernando: «Es gibt keine Garantie, dass ich in China fahren kann. Der nächste Test folgt in Shanghai, und natürlich hoffe ich, dass ich dann von den FIA-Ärzten für fit erklärt werde. Alles in allem bin ich niedergeschlagen, aber die Sicherheit geht eben vor. Ich hoffe, ich kann in China fahren.»

Fernando über die Zeit nach dem Crash: «Nach dem Unfall war ich eigentlich ganz okay, ich hatte Schmerzen am Knie, aber keine schlimmen. Am Montag tat mir dann der ganze Körper weh, aber auch diese Schmerzen waren auszuhalten. Ich bin dann zurück nach Spanien geflogen. Die Schmerzen nahmen zu, also ging ich zum Arzt und liess mich von oben bis unten checken.»

«Wir haben dann gemerkt, dass ich leicht an der Lunge verletzt worden bin und mir auf der linken angebrochene Rippen zugezogen habe. Ich erhielt die Anweisung, mich zuhause zu erholen, das habe ich getan. Am Montag gab es eine weitere Untersuchung, jetzt eine erneute hier an der Rennstrecke. Wir sind im Rennwagen extremen Fliehkräften ausgesetzt, und die Gefahr besteht, dass eine Rippe ganz aus dem Leim gehen und dann die Lunge gravierend verletzen könnte. Dem wollen wir vorbeugen. Die Ärzte sagen aber, dass ich mich komplett erholen werde.»

Genau geht es darum, dass eine angebrochene Rippe komplett durchbrechen und dann die Lunge so verletzt, dass innere Blutungen und Lungenkollaps die Folge sein können.

Alonso selber hat von «Pneumo-Thorax» gesprochen – gemäss Wikipedia ein potenziell lebensbedrohliches Krankheitsbild, bei dem die Ausdehnung eines Lungenflügels oder beider Lungenflügel behindert, so dass diese für die Atmung nicht oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Ausprägung reicht von minimalen Luftmengen, die vom Patienten kaum bemerkt werden, über einen Lungenkollaps bis hin zum Spannungspneumothorax, bei dem die Funktion beider Lungenflügel und auch die Herz-Kreislauf-Funktion drastisch eingeschränkt sein können.

Gemäss Alonso hat er sich die Verletzungen aufgrund der extremen Belastung im Crash zugezogen, die Rippenblessuren haben nichts mit dem angebrochenen Sitz im McLaren zu tun.

«Am meisten Sorgen habe ich mir bei den Überschlägen um meinen Kopf gemacht. Ich hatte Angst, dass ich irgendwo anschlagen könnte. In so einer Situation wäre ich um eine Vorrichtung wie der so genannte Halo froh gewesen. Ich wollte dann einfach so schnell als möglich aus dem Auto raus und zeigen, dass ich mehr oder weniger okay bin.»

Auf die Frage, ob Fernando nach einem solchen Crash nun Alpträume habe, meint Fernando: «Nein. Unfälle gehören zum Geschäft, damit muss man leben können. Ich habe kein gebrochenes Bein, ich habe keinen gebrochenen Arm, aber ich habe eine Verletzung in der Brust, und da wollen wir einfach kein unnötiges Risiko eingehen.»

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