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Vijay Mallya (Force India): Überreaktion der Medien?
​Der Engländer Robert Fernley, stellvertretender Teamchef von Force India, relativiert Schwierigkeiten von Team-Mitbesitzer Vijay Mallya: «Da ist Überreaktion der Medien im Spiel.»
Formel 1
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Die finanziellen Schwierigkeiten des indischen Unternehmers Vijay Mallya haben zur logischen Frage geführt: Wann beginnt der Rennstall Force India zu leiden, an dem der Inder 42,5 Prozent Anteile hält?
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Mallya selber hat seit Bekanntwerden der Probleme immer wieder beteuert, die Widrigkeiten in anderen Geschäftsbereichen hätten mit der Formel 1 nichts zu tun. "Ich bleibe Teamchef und Geschäftsleiter von Force India. Die Formel 1 hat nichts mit meinem Rücktritt bei United Spirits zu tun." Im Rahmen des Bahrain-GP-Wochenendes sagt nun Robert (Bob) Fernley, der stellvertretende Teamchef von Force India: "Die Schwierigkeiten von Vijay sind wohl dokumentiert." (Mehr dazu lesen Sie weiter unten: "Die Probleme von Vijay Mallya: Darum geht es".) "Aber wie so oft finde ich, hier gibt es eine Überreaktion der Medien, ganz besonders in Indien. Ich reise seit dreissig Jahren in dieses Land. Und wenn ich dabei etwas gelernt habe, dann dies – ich weiss über Indien nur wenig. Man muss da den Dingen etwas ihren Lauf lassen. Man muss sich Vijay selber um seine Schwierigkeiten kümmern lassen."
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"Wir haben bei Force India zum Glück ein sehr gutes Techniker-Team, dies hat es uns erlaubt, im Laufe der Jahre die Leiter hoch zu klettern. Wir haben aber auch sehr gute Fachkräfte, die sich um die geschäftliche Seite der Formel 1 kümmern. Daher stehen wir sehr gut auf eigenen Füssen."
"Wir haben diese Struktur nun schon neun Jahre lang, das ist für die Formel 1 eine stattliche Zeit. Ich bin nicht der Ansicht, die Menschen sollten sich um diesen Rennstall Sorgen machen."
Die Probleme von Vijay Mallya: Darum geht es Vor einigen Wochen war es DAS Thema in Indien: Nachdem eine Gruppe von 17 Banken (mit der "State Bank of India" als Anführer) das Höchste Gericht von Neu Delhi gebeten hatte, den indischen Unternehmer Vijay Mallya verhaften zu lassen und seinen Reisepass sicherzustellen, musste General-Staatsanwalt Mukul Rohatgi kurz darauf zugeben – leider zu spät, der Unternehmer hatte das Land bereits anfangs März verlassen. Und zwar komplett legal.
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Die Entrüstung unter den Gläubigern war gross: Wie konnte es passieren, dass man sich den Mitbesitzer des Force-India-Rennstalls durch die Lappen gehen liess? Finanzminister Arun Jaitley in "The Hindu": "Die Banken hätten viel früher bei den Behörden vorstellig werden müssen, um zu ihrem Geld zu kommen." Und darum geht es: Mallya hatte sich für seine Kingfisher-Airline sehr viel Geld geliehen, die Rede ist von einer Milliarde Euro. Es ist also kein Wunder, dass die Bank Ansprüche beipielsweise auf jene Abfindung Mallyas erhebt, die ihm im Winter zugesprochen worden ist: Mehr als ein Jahr hatte das Kräftemessen zwischen dem Diageo-Konzern und Mallya im Ringen um die Kontrolle über die milliardenschwere "United Breweries Group" angedauert. Schliesslich zog sich Mallya aus der Führungsriege zurück. Der Deal: Diageo muss ihm für seinen Rückzug 75 Millionen Dollar bezahlen. Was Mallya noch viel wichtiger ist: Der Konzern verzichtet darauf, dem 60jährigen Inder finanzielle Unregelmässigkeiten, die bei internen Untersuchungen angeblich aufgetaucht waren, anzulasten. Mallya selbst zeigte sich zufrieden. Das Erbe seiner Kinder sei gesichert, ausserdem plane er, seine Zukunft in England zu verbringen. Während die Banken eine Verfügung erwirken wollten, um Mallyas Reisepass beschlagnahmen zu lassen, war der Unternehmer nach London geflogen. Die heisse Frage: Hatte er vielleicht einen Tipp bekommen?
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Finanzminister Jaitley: "Sollten wir herausfinden, dass jemand in diesem Fall durch Aktionen oder durch das Unterlassen von Handlungen Mallya die Ausreise erleichtert hat, werden wir entsprechende Schritte einleiten." Jaitley lässt den Vorwurf nicht auf sich beruhen, die Behörden seien träge: "Es gibt gewisse Abläufe, die eingehalten werden müssen, wenn man jemanden an der Ausreise aus unserem Land hindern will. Entweder wird der Reisepass eingezogen, oder es gibt eine entsprechende Order eines Gerichts. Aber beides lag nicht vor. Also konnten wir ihn auch nicht an der Ausreise hindern. Die Banken kamen mit ihrem Antrag schlicht zu spät." Nun hat sich Mallya zu Wort gemeldet: Über seine Rechtsvertreter lässt er dem Obersten Gericht ausrichten – bis September werde er mehr als 40 Prozent seiner Schulden zurückzahlen. Wie die indische Nachrichtenagentur "The Press Trust" meldet, haben die Banken nun eine Woche Zeit, um auf dieses Angebot zu reagieren. Sollten die Banken diese 40 Prozent ausschlagen, will die Staatsanwaltschaft formell Anklage erheben. Wann Vijay Mallya eine Reise zu einem Formel-1-Rennen wagt, ist unklar.
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