Bernie Ecclestone: «Halo? Aeroscreen? Weder noch!»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Bernie Ecclestone im Fahrerlager von Sotschi, zusammen mit Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene

Bernie Ecclestone im Fahrerlager von Sotschi, zusammen mit Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene

​Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone spielt mal wieder mit Zündhölzern. Zum Entsetzen der FIA-Sicherheitsdelegierten sagt der Brite: «Ich mag weder Halo noch Aeroscreen.»

Den Traditionalisten – und davon gibt es im Formel-1-Fahrerlager eine Menge – bleibt es zwar quer im Halse stecken, aber aus FIA-Kreisen heisst es: Halo oder Aeroscreen, eines der beiden Kopfschutzsystem wird 2017 kommen.

Sky-Formel-1-Experte hat im Gespräch mit mir gestern klar gemacht: «Der Grund ist ganz einfach – wir hatten böse Unfälle, der Autoverband musste handeln. Vor allem aber: Stell dir vor, Halo und Aeroscreen wären für 2017 umsetzbar, die FIA legt das alles aber auf Eis, aus welchen Gründen auch immer, und dann haben wir erneut einen schweren Unfall mit Kopfverletzungen oder gar einem toten Fahrer. Jeder würde doch der FIA zum Vorwurf machen: „Ihr hattet eine Lösung bereit, aber ihr habt sie nicht eingeführt.“ Der Kopf ist einfach der letzte Teil des Piloten, der in modernen Autos nicht so geschützt ist wie der restliche Körper. Wenn wir dann eine einigermassen saubere Lösung haben, und der Aeroscreen ist eine solche Löung, dann okay. Wir alle werden uns daran gewöhnen müssen.»

Einige Fans und Fachleute sagen: Das Element der Gefahr gehöre nun mal zum Sport. Eine solche Vorrichtung, das sei nicht mehr Formel 1. Daniel Ricciardo hält dagegen: «Wenn das System in den kommenden Jahren auch nur ein Leben rettet, und ich bin überzeugt, das wird es, dann muss ich doch überhaupt nicht mehr fragen, ob ich so etwas einführen soll.»

Auch Fernando Alonso, gewiss kein Hasenfuss, hat gesagt: «Die Formel 1 braucht keine toten Helden. Daher bin ich dafür.»

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone hat im Pressezentrum des Autodroms von Sotschi vorbeigeschaut. Der 85jährige Engländer macht das ab und an für eine informelle Runde unter den Journalisten. Meist ist es eine Mischung aus subtilen Hinweisen, in welche Richtung wir uns bei verschiedenen Themen bewegen, und dem typischen Ecclestone-Humor, trocken wie ein guter Martini-Cocktail.

So sagt Bernie auf den Einwurf eines Journalisten, das Essen in Russland sei doch wohl eher naja: «Dann bring eben das nächste Jahr ein paar Sandwiches mit.»

Etwas weniger leichtfüssig sind die Worte, die der Baumeister der modernen Formel 1 für den Kopfschutz findet. «Wir werden wohl ziemlich viele Boxenstopps brauchen, um die Scheibe ständig zu reinigen», ätzt der Engländer. «Viele Boxenstopps, das finde ich gut.»

Auf die Frage, ob er den Halo oder doch den Aeroscreen bevorzuge, meint Ecclestone zum Entsetzen der FIA-Sicherheitsexperten: «Ich mag keinen davon. Ich bin nicht davon überzeugt, dass wir das Cockpit mehr schützen sollten. Wir haben diesen statischen Test, wo ein Reifen auf den Schutz gefeuert wird. Wie kann man das auf diese Weise simulieren? In einer Rennsituation würden sich doch alle Objekte bewegen, samt der Rennwagen. Und wie will man sowieso wissen, wohin sich ein Rad bewegt? Das würde doch vom Schutz abgelenkt, und wer weiss, wo es dann landet? Also ich weiss nicht ...»

Dann verfällt «Mr. Formula One» wieder in Sarkasmus. Einer der Journalistenkollegen sagt: «Lewis Hamilton hat gesagt, die Gefahr ist Teil der Anziehungskraft dieses Sports.» Da antwortet Bernie: «Wenn er das will, können wir den Sport auch gefährlicher machen.»

Der Russland-GP im Fernsehen

14.00: RTL – Rennen live
15.45: RTL – Siegerehrung und Highlights

15.50: ORF1 – Analyse

16.00: Sky Sport1 – Siegerehrung Analysen und Interviews
17.05: Sky Sport2 – Rennen Wiederholung
18.20: n-tv – Das Rennen kompakt
19.00: Sky Sport1 – Rennen Wiederholung
21.30: Sky Sport2 – Rennen Wiederholung

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