Formel-1-Cockpitschutz: Auch Niki Lauda kritisch

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Niki Lauda: «Wir müssen sicherstellen, dass wir die DNS der Formel 1 nicht zerstören»

Niki Lauda: «Wir müssen sicherstellen, dass wir die DNS der Formel 1 nicht zerstören»

Formel-1-Legende und Mercedes-F1-Aufsichtsratschef Niki Lauda gehört zu den Kritikern der Konstruktionen von Mercedes und Red Bull Racing, die helfen sollen, die Köpfe der GP-Stars besser zu schützen.

Die schweren Unfälle in Suzuka 2014 und Pocono 2015, die das Leben von Jules Bianchi und Justin Wilson gekostet haben, haben die Sicherheitsexperten im Automobilweltverband aufgerüttelt. Im Februar erklärte die FIA denn auch, dass man einen zusätzlichen Cockpit-Schutzsystem für die Formel-1-Piloten einführen wolle, um die Sicherheit im Bereich des Kopfes zu verbessern.

Daraufhin probierte Ferrari bei den Vorsaison-Testfahrten in Barcelona eine Karbon-Attrappe des sogenannten Halo-Konzepts aus, eine Idee, die vom Autoverband FIA in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz entwickelt worden ist. Am Trainingsfreitag in Sotschi drehte dann Red Bull Racing-Pilot Daniel Ricciardo erstmals eine Runde mit der von Design-Genie Adrian Newey ertüftelten Alternative, die eine Scheibe umfasst.

Während viele Fahrerlager-Dauergäste die Red Bull Racing-Variante als die deutlich schönere Wahl bezeichneten, gab es aber auch beim Schutzscheiben-System kritische Töne zu hören. Etwa von Formel-1-Legende Niki Lauda.

Der dreifache Champion und heutige Mercedes-F1-Aufsichtsratschef erklärte gegenüber Sky Sports F1: «Was immer wir in Zukunft auch machen werden, wir müssen sicherstellen, dass wir die DNS der Formel 1 nicht zerstören.»

Der 67-jährige Wiener fügte an: «Wir müssen aufpassen, dass wir am Ende nicht mit Autos kommen, bei denen alles abgedeckt ist und man die Köpfe und Helme der Fahrer gar nicht mehr sehen kann. Die Formel 1 ist schon heute sicher!»

Bernie Ecclestone nicht überzeugt

Der Mercedes-F1-Aufsichtsratschef ist mit seiner Meinung nicht alleine. Auf die Frage, ob er den Halo oder doch den Aeroscreen bevorzuge, meinte Bernie Ecclestone zum Entsetzen der FIA-Sicherheitsexperten: «Ich mag keinen davon. Ich bin nicht davon überzeugt, dass wir das Cockpit mehr schützen sollten. Wir haben diesen statischen Test, wo ein Reifen auf den Schutz gefeuert wird.»

Der 85-jährige Formel-1-Chefvermarkter fragte bei seiner Stippvisite im Pressezentrum von Sotschi: «Wie kann man das auf diese Weise simulieren? In einer Rennsituation würden sich doch alle Objekte bewegen, samt der Rennwagen. Und wie will man sowieso wissen, wohin sich ein Rad bewegt? Das würde doch vom Schutz abgelenkt, und wer weiss, wo es dann landet? Also ich weiss nicht...»

Und Ecclestone ätze: «Wir werden wohl ziemlich viele Boxenstopps brauchen, um die Scheibe ständig zu reinigen. Viele Boxenstopps, das finde ich gut.»

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