Daniel Ricciardo (2.) zu Reifenchaos: Kopflose Hühner

Von Mathias Brunner
Formel 1
Der entscheidende Moment: Daniel Ricciardo kommt hinter Lewis Hamilton auf die Bahn zurück

Der entscheidende Moment: Daniel Ricciardo kommt hinter Lewis Hamilton auf die Bahn zurück

​Der Australier Daniel Ricciardo hat sein übliches Lächeln verloren: «Zwei Mal in Folge ist mir der Sieg entgangen, das schmerzt sehr. Ich kann es nicht fassen.»

Es gibt nicht viele Gelegenheiten, die Daniel Ricciardo sein übliches Lächeln aus dem Gesicht radieren. Aber der Monaco-GP ist eine solche Gelegenheit. Im Anschluss an seine Niederlage gegen Lewis Hamilton meinte Ricciardo: «Ich würde am liebsten gar nicht mit euch übers Rennen reden. Ich schätze, wir haben für die Fans eine gute Show gezeigt, aber ich bin nun zwei Mal in Folge um den Sieg betrogen worden.»

In Spanien erwies sich die Zweistoppstrategie als die siegbringende, leider wurde die von Red Bull Racing für Max Verstappen umgesetzt, nicht für Daniel Ricciardo. In Monaco führte Ricciardo erneut überzeugend, aber als der dreifache GP-Sieger an die Box kam, lagen keine Reifen bereit!

Daniel weiter: «Ich habe keine Ahnung, was mit den Reifen passiert ist. Das Team rief mich herein, es war also nicht meine Entscheidung, aber da waren keine Walzen – das schmerzt, das schmerzt wirklich.»

«Ich hatte den Speed, um zu gewinnen. Leider hat der Boxenstopp alles verdorben. Ich hatte den Eindruck, ich bin der schnellste Mann unter allen Bedingungen, aber das nützt dir nichts, wenn du hier auf der Strecke eben hinten liegst.»

Ricciardo verlor wegen des Durcheinanders beim Stopp rund sieben Sekunden, er kam aber nur drei Sekunden hinter Lewis auf die Bahn zurück. Damit war klar: Der missglückte Stopp hatte die Führung und in aller Wahrscheinlichkeit den Sieg gekostet.

Daniel: «Was so weh tut – ich hatte jetzt zwei Mal in Folge eine tolle Chance zu gewinnen, zwei Mal ist es schiefgegangen. Ich kam an die Box, und alle rannten herum wie kopflose Hühner. Ich sitze nicht gerne hier und mach ein langes Gesicht. Ich bin immerhin auf dem Siegerpodest und sollte mich darüber freuen. Aber klar wurmt es mich, dass nun zwei Mal so etwas passiert ist. Darum bin ich so bitter.»

Daniel Ricciardo machte seinem Ärger auch über Funk Luft, als sich Lewis Hamilton in der Hafenschikane vertat, und Ricciardo sofort den Frontflügel neben das Silberpfeilheck setzte. Aber Hamilton machte sofort zu, Daniel musste vom Gas, damit er eine Kollision vermeiden kann und schimpfte über Funk: «Was zum Teufel war das?»

Später meinte Daniel: «Es war einfach, Lewis hat einen Fehler gemacht und ist in der Schikane geradeaus gefahren. Wenn du das alleine auf der Bahn machst, dann spielt das keine Rolle. Wenn du aber dann eine Überholchance erhältst und eingebremst wirst, ist das nicht in Ordnung.»

Die FIA-Regelhüter sahen sich die Situation an und urteilten: eine Rennsituation, es kann kein strafwürdiges Verhalten von Hamilton nachgewiesen werden.

Ricciardo kann sich nicht erholen: «Ich war schon in Barcelona verbittert, habe die Kröte dann aber geschluckt. Aber zwei Mal eine wirklich gute Siegchance zu haben und erneut nicht zu gewinnen – das macht mich fertig. Wir wussten, dass Monaco die wohl beste Chance für uns ist, einen Grand Prix zu gewinnen. Ich stand auf Pole, hatte also die beste Ausgangslage. Dann sah ich am Morgen aus meinem Fenster die Wolken und dachte: Okay, mein Leben wir nicht einfacher. Aber ich war auch auf nasser Bahn der schnellste Mann. Ich hatte alles unter Kontrolle. Und dann komme ich an die Box, und da liegen keine Reifen. Klar müssen wir daraus etwas lernen, und das wird das Team auch. Aber meine Chance ist weg. Wie in Spanien. Und sie wird nicht zurückkommen.»

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