Nico Rosberg (Mercedes) 7.: Schmach gegen Hamilton

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Rosberg vor Lewis Hamilton

Nico Rosberg vor Lewis Hamilton

WM-Leader Nico Rosberg wurde von Bremsproblemen geärgert, musste Lewis Hamilton zur Siegesfahrt vorbeilassen und wurde kurz vor Schluss von Nico Hülkenberg überrascht.

Nico, wie schmerzhaft ist es, seinen Hauptrivalen um den Titel vorbeilassen zu müssen, und der fährt dann zum Monaco-Sieg?

Schmerzhafter war das Gefühl an Bord, also kein Vertrauen ins Auto aufbauen zu können, die Gewissheit, dass ich an diesem Tag nicht in Monaco gewinnen kann. Lewis vorbei zu lassen, das war nur die Konsequenz davon. Die ganzen Probleme gingen mit dem Safety-Car los.

Habe ich dich richtig verstanden, dass die Bremsen zu kalt waren?

Ja, und zwar an der Vorderachse, einmal die linke, dann die rechte. Dann neigen die Räder zum Blockieren. Du fährst automatisch vorsichtiger, das ganze Vertrauen ins Auto geht verloren. Aber wenn du behutsam fährst, dann bauen die Temperaturen noch mehr ab, da gerätst du in eine richtige Abwärtsspirale. Wir müssen jetzt ergründen, wie das kommen konnte.

Wurde es besser, als du mit anderen Reifen unterwegs warst?

Nein.

War das letztlich auch der Grund, wieso du nicht am Alonso vorbeigekommen bist?

Jeder weiss ja, wie schwierig es ist, in Monaco zu überholen. Ich habe es versucht, es hat nicht geklappt, dann waren die Reifen fertig.

Es geht für dich um die WM. Bereust du, dass du Hamilton Platz machen musstest?

Nein. Wir haben da eine ganz einfache Regel, nach welcher wir seit Jahren vorgehen. Wenn ein Pilot zwar vorne liegt, aber Schwierigkeiten hat, wenn der Hintermann eine bessere Aussicht auf ein gutes Ergebnis oder gar wie hier auf den Sieg hat, dann muss der Vordermann eben Platz machen. Ich erhielt eine Warnung: Kannst du schneller fahren? Das konnte ich nicht. Da wusste ich, dass ich Hamilton vorbeilassen muss. Letztlich hat sich das als richtig erwiesen, weil Mercedes so den Grand Prix gewinnen konnte. Für mich als Racer ist das schmerzhaft, aber ich sehe dann ja auch, wie sich das Team über den Sieg freut. Die Entscheidung war richtig. Ich bin nur enttäuscht, weil ich mein Heimrennen unbedingt gewinnen wollte und merken musste – das wird nichts.

Wie sehr denkst du an den Titel?

Überhaupt nicht. Ich dachte vor dem Monaco-Rennen nicht an die WM, und jetzt auch nicht. Ich bin immer nur auf das jeweilige Rennen fokussiert. Ich wollte hier meine Siegesserie fortsetzen, das hat nicht geklappt, und ich bin angefressen. Aber das wird bald verfliegen und dann denke ich nur noch an den Kanada-GP.

Wie konnte dich so kurz vor dem Ziel der Hülkenberg noch schnappen?

Weil ich auf ultraweichen Reifen unterwegs war, auf welchen fast der ganze Gummi weggeschrammt war, normalerweise fährt man nicht 40 Runden auf ultraweich. Hülkenberg fuhr auf weichen Reifen, hatte mehr Temperaturen in seinen Walzen und aus der letzten Kurve so massiv mehr Grip als ich. Es begann zu nieseln, da war die Temperatur in meinen Reifen endgültig weg, null Haftung, da bist du ausgeliefert.

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