BMW-Technikchef Chris Gonschor: Kein Durchmarsch von Nicolo Bulega!
BMW-Technikdirektor Chris Gonschor erwartet in der Superbike-WM 2026 keine einseitige Saison – trotz des perfekten Auftakts von Ducati-Speerspitze Nicolo Bulega.
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BMW geht in der Superbike-WM 2026 ohne seinen letztjährigen Star Toprak Razgatlioglu an den Start. Stattdessen setzt der Hersteller aus München auf einen Neuanfang mit Danilo Petrucci und Miguel Oliveira. Der Auftakt beim Saisonstart auf Phillip Island verlief solide: Oliveira belegt nach dem ersten Rennwochenende Rang acht der Gesamtwertung, Petrucci liegt auf Position zehn.
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Ganz anders präsentierte sich die Konkurrenz aus Bologna. Nicolo Bulega dominierte das Wochenende in Australien nach Belieben: Pole-Position und drei Rennsiege – mehr geht nicht. Trotzdem glaubt BMW-Technikdirektor Chris Gonschor nicht daran, dass der Ducati-Pilot durch die Saison marschieren wird. Superbike-WM 2026 laut Gonschor «nicht vorhersehbar» «Jede Saison hat ihre eigene Dynamik und wird durch technische Themen geprägt, wie den Basismotorrädern, den Reifen, denn es gibt mit dem jetzigen Hersteller nach wie vor eine gewisse Weiterentwicklung. Dann spielen Witterungsbedingungen und Adaptionen von Fahrern, Motorrädern, Teams und Reifen eine Rolle», erklärte Gonschor gegenüber SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach.
Der Deutsche rechnet deshalb mit einem offenen Verlauf der Meisterschaft: «Ich denke, die Saison ist nicht vorhersehbar. Ich glaube nicht, dass es langweilig wird. Das Momentum kann sich ganz schnell von A zu B bewegen, im positiven wie im negativen Sinne. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir eine spannende Saison mit tollen Zweikämpfen sehen werden.»
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Dabei verweist er auch auf die Konkurrenzdichte im Feld: «Wir haben auch nicht nur ein Motorrad aus Bologna im Feld sondern mehrere mit gleichem Material. Zudem gibt es uns und die drei weiteren Hersteller. Phillip Island möchte ich in der Betrachtung wie immer ein bisschen ausklammern.»
BMW will sich von Ducati nicht ablenken lassen Obwohl Ducati mit der neuen Panigale V4R erneut als Maßstab gilt, richtet sich der Fokus bei BMW klar auf die eigene Arbeit. Auf die Frage, ob er sich das neue Ducati-Modell genauer angesehen habe, antwortete Gonschor mit einem Augenzwinkern: «Der Blick in die Natur hinaus ist immer schön. Die Konzentration auf die eigenen Fähigkeiten ist das, was notwendig ist. Ich habe mir das Motorrad nicht im Detail angeschaut.» Der BMW-Technikchef betont, dass intern genügend Aufgaben warten: «Die Arbeit am eigenen Produkt ist relevant. Wir kennen unsere Stärken und unsere Schwächen. Wir haben viele Ideen. Wir haben neue Fahrer und neue Techniker im Team. Das heißt, wir haben genügend Hausaufgaben, um aus unserem vorhandenen Paket das Maximum herauszuholen.»
Technisch ging BMW mit einer evolutionären Weiterentwicklung der M1000RR aus 2025 in die neue Saison. «Wir starten mit dem Chassis aus dem vergangenen Jahr», erklärte Gonschor. An der Motorperformance wird ununterbrochen gearbeitet: «Motorseitig ist es wie in jedem Jahr: Es gibt Potenziale zur Leistungsentwicklung. Und die werden auch in jedem Jahr gehoben.» Eine besondere Herausforderung stellt dabei die reduzierte Fuel-Flow-Regel dar. BMW darf wie Ducati auch nur noch maximal 45 kg/h nutzen. «Durch die Fuel-Flow-Reduzierung ist es wichtiger, die kleinen aber feinen Stellrädchen im Motor zu optimieren, um die Reduktion der Durchflussmenge bestmöglich hinzubekommen», sagte der BMW-Technikdirektor. Ausruhen und abwarten ist für Gonschor im Hochleistungs-Motorsport ohnehin keine Option: «Die Motorenentwicklung ist in jedem Jahr neu, auch wenn das Grundkonzept des Triebwerks gleich ist. Stillstand ist Rückstand.»
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