FP1 Baku: Lewis Hamilton top, Crash von Ricciardo

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Lewis Hamilton drehte im ersten Training von Baku die schnellste Runde

Lewis Hamilton drehte im ersten Training von Baku die schnellste Runde

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton drehte im ersten freien Training die schnellste Runde, während Red Bull Racing-Pilot Daniel Ricciardo mit einem Crash für die erste rote Flagge in Baku sorgte.

Nun ist es offiziell: Der erste Formel-1-Pilot, der sich in seinem Dienstwagen auf den neuen Strassenkurs von Baku traute, war Esteban Gutiérrez. Der Mexikaner führte seinen Haas-F1-Teamkollegen Romain Grosjean an, dem gleich eine ganze Reihe von GP-Stars folgte.

Nach nur zwei Minuten rückten mit den beiden Silberpfeil-Favoriten Nico Rosberg und Lewis Hamilton die letzten Fahrer des Formel-1-Feldes zur Installationsrunde aus. Der WM-Leader bog danach nicht gleich wieder an die Box ab und drehte stattdessen mit 1:57,306 min die erste gezeitete Runde auf dem Baku City Circuit.

Teamkollege Hamilton kam bei seiner ersten schnellen Runde nicht an diese Zeit heran und reihte sich mit knapp zwei Sekunden Rückstand hinter dem Deutschen ein. Stattdessen machte er Funken sprühend die vielen Bodenwellen auf der langen Geraden sichtbar.

Beide Mercedes-Stars konnten sich in der Folge verbessern, wobei Hamilton den Rückstand auf Rosbergs neueste Bestzeit (1:51,430 min) auf 1,5 Sekunden verkürzte. Der Sieger der ersten vier WM-Läufe legte mit 1:50,100 min nochmals nach und umrundete den 6,001 km langen Kurs damit exakt in der Rundenzeit, die Simulationen vorausgesagt hatten.

Dreher von Vettel, Verstappen mit Problemen

Es war aber sein Teamkollege Hamilton, der als Erster die 1:50er-Marke durchbrach. Der Sieger der jüngsten beiden WM-Läufe in Monaco und Montréal ging auch nach dieser Runde nicht vom Gas und erstaunte mit seiner folgenden Zeit von 1:48,214 min.

Die Aufmerksamkeit der Zuschauer zogen kurz darauf aber Gutiérrez und Ferrari-Star Sebastian Vettel auf sich. Der 24-Jährige aus Monterrey musste in der 16. Kurve den Notausgang nehmen während sich Vettel eine Kurve davor drehte.

Auch Max Verstappen hatte seine liebe Mühe. Der Red Bull Racing-Überraschungssieger von Barcelona war mit rauchendem Heck unterwegs und musste daraufhin die Box ansteuern. Seine Mechaniker schraubten nach der ersten Analyse, die ein Leck vermuten liess, den Unterboden seines RB12 ab, um der Ursache für die Rauchzeichen auf den Grund zu gehen.

Kurz darauf bestätigte Teamchef Christian Horner im Sky Sports F1-Interview, dass auch das Getriebe ausgebaut werden muss. Der Brite fügte hoffnungsvoll an: «Vielleicht schaffen wir es ja, zum Schluss des Trainings noch ein paar Runden zu drehen und ich hoffe, das wir die verpassten Runden am Nachmittag nachholen können.»

Die Zwangspause kommt für den Teenager, der erst 26 Grands Prix bestritten hat, zum schlechtesten Zeitpunkt. Schliesslich spielt die Trainingszeit auf einer neuen Strecke eine besonders grosse Rolle.

Sein Toro Rosso-Cockpit-Erbe Daniil Kvyat sorgte derweil für Unterhaltung. Er rutschte in Kurve 15 aus und konnte nach einem gekonnten Dreher in der Auslaufzone von Kurve 16 wieder weiterfahren. Kurz darauf verbremste sich Sauber-Pilot Marcus Ericsson in der ersten Kurve, während Renault-Talent Kevin Magnussen in der dritten Kurve den Notausgang nehmen musste.

Nico Rosberg mit Problemen, Lewis Hamilton schnell

Während Hamilton die Bestmarke schrittweise auf 1:46,435 min verbesserte, quälte sich Teamkollege Rosberg mit einem eigenartigen Problem. «Da ist irgendetwas hinter meinem Sitz, unten am Rücken», funkte der 18-fache GP-Sieger, der trotzdem nicht an die Box abbog. Sein Landsmann Pascal Wehrlein steuerte hingegen kurz darauf die Box an, weil sich die Kopfstütze seines Renners gelöst hatte, wie der Manor-Pilot über Funk mitteilte.

Während sich McLaren-Honda-Urgestein dank Windschatten von Gutiérrez zwischenzeitlich die vierte Position auf dem Zeitenmonitor sicherte, sorgte Hamilton für Action auf der Strecke. Der Mercedes-Pilot schaffte es wie die anderen GP-Stars vor ihm auch, der Streckenbegrenzung fern zu bleiben. Kurz darauf rutschte der 31-jährige Brite auch in der ersten Kurve aus, bevor er seinen Fehler in der dritten Kurve eine Runde später wiederholte. Auch diese Fehler blieben ohne Folgen.

Kurz darauf erklärte Hamilton über Boxenfunk: «Ich habe die Wand berührt, Jungs.» Die Zeitenliste führte er zu diesem Zeitpunkt mit 1:46,435 min weiterhin vor Rosberg, Williams-Talent Valtteri Bottas, Alonso, Force India-Pilot Sergio Pérez, Bottas' Teamkollegen Felipe Massa, Nico Hülkenberg im zweiten Force India-Renner, McLaren-Honda-Urgestein Jenson Button und Ferrari-Star Kimi Räkkkönen an.

Red Bull Racing-Zugpferd Daniel Ricciardo, Romain Grosjean, Verstappen, Gutiérrez, Sainz, Ericsson, Felipe Nasr, Rio Haryanto, Magnussen, Jolyon Palmer, Kvyat und Wehrlein belegten knapp eine halbe Stunde vor Schluss die restlichen Positionen auf dem Zeitenmonitor, der jedoch nicht lange ohne Bewegungen blieb: Button drehte kurz darauf die sechstschnellste Runde.

Mauerkuss von Lewis Hamilton, Crash von Daniel Ricciardo

Hamilton sorgte kurz darauf für Aufregung, weil er eingangs der dritten Kurve die Streckenbegrenzung mit dem rechten Hinterrad streifte. «Ich habe die Wand erwischt», erklärte er über Boxenfunk trocken, konnte aber aus eigener Kraft weiterfahren.

Das war für Ricciardo nicht mehr möglich. Der Australier verlor in Kurve 15 die Kontrolle über sein Heck und sorgte damit für viel Schrott und die erste rote Flagge des Tages. Zudem verteilte er dabei auch Öl auf der Piste, weshalb die Aufräum-Arbeiten andauerten.

Nach zehn Minuten durften die restlichen Stars schliesslich wieder ausrücken und die letzten 13 Minuten des ersten Trainings noch voll ausnutzen. Für Hamilton war das Training jedoch gelaufen, weil er sich bei seinen Verbremsern vor der Zwangspause bei einem Vorderreifen einen Bremsplatten zugezogen hatte, der einen Longrun auf diesem Reifensatz überflüssig machte.

Teamkollege Rosberg drehte hingegen weiter seine Runden, während Toro Rosso-Talent Carlos Sainz als zweiter Fahrer des Tages für Schrott sorgte. Der Spanier beschädigte sich aber nur den Frontflügel und konnte aus eigener Kraft wieder an die Box zurückkehren.

Die Formel-1-Stars gaben in den letzten Minuten nochmals Gas und entsprechend viele Ausrutscher bekamen die Fans an der Strecke und vor den TV-Geräten zu sehen. An den vorderen Positionen änderte sich aber nichts mehr: Hamilton durfte sich mit 1:46,435 min über die Bestzeit vor Rosberg, Bottas und Alonso freuen. Vettel, Pérez, Button, Massa, Sainz und Hülkenberg komplettierten die Top-Ten.

Hinter den schnellsten Zehn des Morgens belegten Grosjean, Räikkönen, Crash-Pilot Ricciardo, Gutiérrez, Ericsson, Pechvogel Verstappen, Kvyat, Palmer, Magnussen, Wehrlein, Nasr und Haryanto die restlichen Plätze auf der FP1-Zeitenliste.

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