Halo am Ferrari: Nächster Versuch Silverstone

Von Mathias Brunner
Formel 1
Der Halo am Ferrari von Kimi Räikkönen

Der Halo am Ferrari von Kimi Räikkönen

​Ferrari wollte im freien Training zum Österreich-GP die Titanversion des Kopfschutzes Halo (Heiligenschein) ausprobieren. Das klappte nicht. Nächster Versuch: Silverstone.

Die zweite Version des Kopfschutzes Halo (Heiligenschein) ist wieder in einer Ferrari-Transportkiste verschwunden. Am Donnerstag war sie für Versuche benützt worden, einen Fahrer aus dem Wagen zu holen. Aber nicht Sebastian Vettel oder Kimi Räikkönen wurde da am Schutzbügel vorbei gezogen, sondern ein Ferrari-Mechaniker spielte Testpuppe. Anwesend war das medizinische Fachpersonal des Red Bull Rings sowie Vertreter des Autoverbands FIA.

Ausprobiert wurde, den Piloten trotz aufgesetzten Bügels aus dem Wagen zu holen, was nicht ganz reibungslos verlief. Der Halo ist über einen Bolzen mit dem Chassis verbunden. Es dauerte rund zehn Minuten, den Mechaniker aus dem Wagen zu holen.

Der Plan von Ferrari, Sebastian Vettel im freien Training mit dem Titanbügel auf die Bahn zu schicken, wurde verteitelt: Zunächst gab es Probleme mit dem Dienstwagen des vierfachen Formel-1-Champions, dann nahte eine Gewitterfront. Da hat die Scuderia andere Prioritäten als den Halo.

Der Testlauf – um zu erkennen, wie die leicht geänderte Bügelform die Sicht des Piloten beeinträchtigt – ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben: Die Italiener wollen nun mit dem Halo 2 in Silverstone auf die Bahn, zu Beginn des ersten freien Freitagtrainings. Zuvor wird in England am Donnerstag noch einmal versucht, den Piloten aus dem Auto zu ziehen.

Die erste Version wurde des Halo vor knapp vier Monaten im Rahmen der Wintertests in Barcelona präsentiert, damals handelte es sich um eine reine Attrappe aus Kohlefaser. Die die neue Ausgabe des Halo wurde deshalb in seiner Form leicht verändert, weil bei Versuchen der FIA-Sicherheitsspezialisten der Helm des Piloten mit den Streben in Berührung gekommen ist.

Die nächsten Schritte vor der Einführung des Halo: Sitzung zwischen den Vertretern des Autoverbands FIA und der Rennställe in Silverstone. Die FIA will am Plan festhalten, den Halo 2017 einzuführen. Die Zeit drängt, den Kopfschutz in das Design der kommenden Rennwagen einzupassen. Danach muss der Halo die übliche Entscheidungskaskade im Formel-1-Sport durchlaufen: Vorschlag der Arbeitsgruppe an die Strategiegruppe, Abstimmung der Formel-1-Kommission, Abnicken durch den FIA-Weltrat.

Sollte sich jemand querlegen, hat die FIA ein entscheidenden Ass im Ärmel: Änderungen aufgrund der Sicherheit kann der Autoverband ohne Zustimmung der üblichen Gremien umsetzen.
Und was wird aus dem Aeroscreen, der Schutzscheibenlösung von Red Bull?

FIA-Sicherheitsexperte Laurent Mekies hat gesagt: «Was mich angeht, so ist die Entwicklung des Aeroscreen nur für 2017 eingefroren. Wir hatten die besagte Deadline, und wir hätten uns schwer getan, zwei verschiedene Konzepte rechtzeitig fertig zu bringen. Wir kamen zum Schluss: Mit dem Aeroscreen schaffen wir das einfach nicht. Aber wenn wir den Halo fertig haben, dann bin ich sicher, dass wir uns das nochmals sehr genau anschauen. Das Aeroscreen-Konzept ist für mich nicht erledigt.»

Das wäre ganz im Sinne von Red Bull Racing-Star Daniel Ricciardo, der im Rahmen einer Medienveranstaltung in Salzburg sagte: «Ich bin noch immer der Meinung, dass ein Auto ganz ohne Schutz am schönsten ausschaut. Aber es geht hier um Sicherheit, nicht um Schönheit. Ich habe immer gesagt – die Scheibenlösung sieht eleganter aus als der Halo. Ich fände es wirklich schade, wenn dieses Projekt beendet wäre.»

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