Kimi Räikkönen (Ferrari): Sehnsucht nach Silverstone

Von Mathias Brunner
Formel 1
Dave Greenwood und Kimi Räikkönen

Dave Greenwood und Kimi Räikkönen

​Formel-1-Haudegen Kimi Räikkönen würde lieber auf der alten Pistenführung von Silverstone fahren. Sein Ferrari-Renningenieur Dave Greenwood erklärt, worauf es auf der Traditionsbahn ankommt.

Es geht Schlag auf Schlag in der Formel 1: Von Montreal sind wir atemlos nach Baku gehetzt, dann hiess es einmal Durchschnaufen, und schon waren wir in der Steiermark, kurzer Boxenstopp nun zuhause, morgen Mittwoch geht es schon weiter nach Silverstone.
Kimi Räikkönen reist mit einem feinen dritten Platz als Ausbeute des Österreich-GP zum Traditionsrennen in England, in der WM liegt der Ferrari-Star nur deshalb auf Rang 4, weil Sebastian Vettel (gleiche Punktzahl) die besseren Einzelergebnisse vorweisen kann.

Vor dem Britischen Grand Prix findet der 20fache GP-Sieger Räikkönen: «Ich finde es schade, dass wir nicht mehr auf der alten Pistenführung fahren. Es war der komplettere Kurs, mit einem schönen Fluss. So, wie eine Rennstrecke sein sollte. Der umgebaute Kurs ist ganz okay, und man kann leichter überholen als damals, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich jederzeit für die frühere Strecke entscheiden.«

Der 36-Jährige weiss: «Ich komme in Silverstone in der Regel gut klar, ich stand einige Male auf dem Siegerpodest.» Kimi wurde mit McLaren 2003 Dritter, 2004 Zweiter, 2005 wieder Dritter und erneut Dritter 2006. 2007 gewann er im Ferrari. «Ich glaube, wir dürfen uns fürs kommende Wochenende Siegchancen ausrechnen», glaubt Räikkönen.

Kimis Renningenieur, der Engländer Dave Greenwood, sagt über den kommenden Rennklassiker: «Ich habe sehr schöne Erinnerungen an Silverstone – denn es war die erste Strecke, wo ich als Jungspund Rennen anschaute. Das Pistenlayout war damals ganz anders. Abbey und Bridge waren schlicht atemraubend.»

«Auf dem neuen Kurs ist alles anders, der Highspeed-Charakter von damals ist ein wenig verloren gegangen. Heute brauchst du in Silverstone vor allem ein aerodynamisch sehr effizientes Auto. Für die Bremsen ist der Kurs nicht so schwierig. Ganz anders für die Reifen, weil die Art der Kurven sehr viel Energie in den Reifen bringt. Die Piste geht vor allem auf die Hinterreifen, mit reichlich Verschleiss.»

«Wir haben in den letzten Jahren alle möglichen Strategien erlebt, einige haben ihr Glück in einem Einstopper versucht, die meisten arbeiteten mit zwei Reifenwechseln, aber wir haben bei Autos, die mit übermässigem Reifenabbau kämpften, auch Dreistoppstrategien gesehen. Wenn alles normal läuft, müssten wir mit einem oder zwei auskommen.»

«Das Wetter ist in Silverstone immer eine grossen Unbekannte, das kann auch in diesem Jahr passieren.»

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