Mercedes: Rosberg von Hamilton in eine Falle gelockt?

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Lewis Hamilton erhielt im Ungarn-GP mehrfach die Anweisung, Tempo aufzunehmen. Im Fahrerlager des Hungarorings kursierte die Frage: Hat Hamilton seinen Widersacher in eine Falle gelockt?

Der neue WM-Leader Lewis Hamilton erhielt im elften WM-Lauf auf dem Hungaroring mehrfach die Anweisung, Tempo aufzunehmen. Von hinten rückte unangenehm Red Bull Racing-Fahrer Daniel Ricciardo auf. Die Mercedes-Strategen funkten Hamilton an, schneller zu fahren, andernfalls man Rosberg zuerst zum Reifenwechsel hereinholen werde. Hamilton maulte: «Ich fahre so schnell es geht mit diesen Reifen.»

Schnell kursierte der Verdacht: Hamilton fährt nur genau so schnell, wie er muss, um an der Spitze zu bleiben. Mehr noch – er lässt Rosberg aus gutem Grund aufrücken. Ein Verfolger kann im Windschatten leicht die Reifen ruinieren. Und Hamilton käme es nicht ungelegen, wenn von hinten Ricciardo seinem WM-Widersacher Rosberg tüchtig einheizt.

Es gibt dazu zwei Vorgeschichten. Geschichte 1: In China hatte Rosberg den Verdacht in den Raum gestellt, Hamilton habe ihn unnötig aufgehalten, wodurch Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel aufrücken konnte.

Geschichte 2: In Monaco hatte Leader Rosberg Probleme mit dem Aufwärmen von Reifen und Bremsen. Mercedes beorderte ihn zur Seite, das rettete Hamilton den Sieg, als Red Bull Racing beim Reifenwechsel von Ricciardo patzte.

Mercedes drohte Hamilton deshalb in Ungarn, um nicht im Fernduell mit Ricciardo am Schluss den Kürzeren zu ziehen. Aber so weit kam es nicht. Zum Schluss des Rennens liess Hamilton Rosberg nochmals nahekommen, schien aber immer Reserven zu haben, wenn es richtig brenzlig wurde.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff wischte nach dem Grand Prix alle Verschwörungstheorien vom Tisch: «Ich sehe nichts, was dafür sprechen würde, dass Hamilton den Nico auflaufen liess. Wir haben vielmehr das ganze Wochenende den Piloten eingebläut, überaus vorsichtig mit den Reifen zu sein. Vielleicht war dabei Lewis ein wenig zu vorsichtig. Er war sich wohl nicht dessen bewusst, dass hinter Rosberg die Gegner näherkamen. Für ihn schaute das alles gut aus, also fuhr er eher zaghaft. Er ging mit seinen Reifen sehr behutsam um, jedenfalls hat er uns das nach dem Rennen beteuert.»

Lewis selber meinte im Anschluss an seinen fünften Saisonsieg, der ihm erstmals in dieser Saison die WM-Führung bescherte: «Wäre ich schneller gefahren, hätten die Reifen vielleicht nicht gehalten. Ich drehte zudem an Bord die Leistung meines Motors hoch und runter, je nach Rennsituation. Ich liess Nico nicht absichtlich auflaufen. Wenn er schneller gewesen wäre, hätte er aufgeschlossen und mich überholt. Aber ich konnte nach der Warnung von der Box zulegen.»

Rosberg wiederum sprach davon, dass Lewis «übervorsichtig fuhr. Aber das war keine Situation wie in China. Ich hoffte auf einen Fehler von ihm, aber der kam nicht. Ich habe alles gegeben, aber an diesem Sonntag hat das eben nicht gereicht.»

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Mathias Brunner
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