Fred Vasseur (Renault): «Wir fühlen keinen Druck»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Frédéric Vasseur

Frédéric Vasseur

​Renault-Renndirektor Frédéric Vasseur lässt sich nicht unter Druck setzen: «Wir entscheiden uns für die Fahrer 2017 nicht vor September.» Um einen Platz bei Renault buhlt ein halbes Dutzend Piloten.

Felipe Nasr gibt Gas: Gemäss des brasilianischen News-Portals von O Globo hat der Sauber-Fahrer die Sommerpause unter anderem dazu genutzt, sich mit dem brasilianischen Übergangspräsidenten Michel Temer zu treffen. Nasr soll dabei in Begleitung seines Managers Steve Roberston sowie eines Offiziellen des Bundesstaates Paraná gewesen sein. Die Verbindung: Renault betreibt in diesem Bundesstaat ein Automobilwerk, Nasr hofft auf Regierungshilfe, um sich einen Platz im französischen Werksrennstall zu sichern.

Aber Renault-Renndirektor Frédéric Vasseur sieht keinen Grund zur Eile: Er hat mit Kevin Magnussen und Jolyon Palmer zwei Piloten, die liebend gerne weiterfahren würden. Renault-Reservist Esteban Ocon ist ab Belgien bei Manor im Einsatz (wobei der Franzose über einen langjährigen Vertrag an Mercedes gebunden ist). Valtteri Bottas und Sergio Pérez sowie Felipe Massa und Jenson Button werden mit einem Cockpit bei Renault in Verbindung gemacht. So wie auch Felipe Nasr.

Vasseur hat reiche Auswahl. «Ich weiss, dass wir diese Frage ständig gestellt bekommen werden – bis wir das Fahrerduo bestätigen. Aber im Moment konzentrieren wir uns ganz darauf, das Beste aus unserem Wagen zu holen. Wir haben zwei überaus motivierte Piloten. Wir werden keine Entscheidung vor dem September treffen. Und wir fällen diese Entscheidung, wenn wir dafür bereit sind, wir fühlen da keinen Druck.»

Renault konnte in zwölf Rennen nur einmal punkten (Magnussen wurde in Sotschi Siebter), aber Fred Vasseur wusste, was auf die Gelben zukommen würde.

«Als Renault das Team übernahm, war die Firma ein wenig tot. Dazu fiel die Entscheidung sehr spät, Ende Dezember, das hat es alles andere als einfach für uns gemacht. Der Wagen war fertig entworfen – um einen Mercedes-Motor herum! Wir mussten fast alles ändern. Uns fiel auch auf den Kopf, dass es aus finanziellen Gründen während der Saison 2015 kaum Verbesserungen gegeben hatte», so Vasseur auf der offiziellen Formel-1-Seite.

«Vor diesem Hintergrund war uns selber klar, dass wir eine gewisse Anlaufzeit brauchen würden. Allein schon den Wagen rechtzeitig für die Wintertests auf die Räder zu stellen, war eine Gewaltsleistung vom ganzen Team. Meine Aufgabe bestand zunächst darin, die ganzen Arbeiten zu überwachen, die auf die Schnelle erledigt werden mussten. Wir haben neue Fachkräfte eingestellt, wir haben viel investiert, jede Abteilung musste überholt werden – wir erklimmen derzeit einen Berg.»

«Das ist ein mittelfristig laufendes Projekt, das viele Investitionen erfordert. Am Schluss sollten dabei Siege herauskommen. Aber zunächst müssen wir besser verstehen lernen, was wir alles brauchen. Man darf sich da nicht drängen lassen. Wir wollen alles gründlich aufgleisen. Lieber ein paar Monate verlieren, aber auf dem richtigen Weg sein, als hastig in eine Richtung losstürzen, die sich dann später aber leider als die falsche herausstellt.»

«Man muss die richtige Balance finden zwischen gründlicher Arbeit und Zeit-Management. Schliesslich haben wir im Schnitt alle zwei Wochen einen Grand Prix. Es gibt nicht nur die mittelfristigen Ziele, wir haben auch ein Tagesgeschäft.»

Aber zurück zu den Piloten.

Fred Vasseur meint: «Wir denken an die Zukunft. Wir wollen den Champion von 2019, nicht jenen von 2010. Wenn wir die Formel 1 anschauen, dann basieren die Erfolgsgeschichten auf den Piloten – Michael Schumacher bei Ferrari, Fernando Alonso bei Renault, Sebastian Vettel bei Red Bull Racing. Also wollen wir Fahrer aufbauen, das ist ein Investment wie in einen neuen Windkanal oder in einen besseren Motor.»

Auf die Frage, wen er denn als Weltmeister 2019 sehe, meint Vasseur: «Verstappen gehört wohl zu dieser Gruppe. Aber Esteban Ocon hat ihn in der Formel 3 geschlagen. Alle reden von Stoffel Vandoorne. Aber gegen Kevin Magnussen hat er in der Formel Renault 3.5 den Kürzeren gezogen. Und auch Palmer beendete seine GP2-Saison 2014 vor Vandoorne. Wobei ich Stoffel für ein Ausnahmetalent halte, damit wir uns nicht falsch verstehen. Also sollten alle diese fünf grosse Namen der Zukunft sein.»

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