Ferrari-Teamchef Fred Vasseur: «Keiner redet von uns, lieber Klappe halten»
Der Franzose Fred Vasseur glaubt, dass das Augenmerk nach dem ersten Bahrain-Test so liegt: auf Mercedes (Bestzeit) und Red Bull-Ford (Energie-Management). «Keiner redet von uns, das finde ich prima.»
Fred Vasseur (57) glaubt, dass Ferrari derzeit unter dem Radar fliegt. Der französische Teamchef von Ferrari behauptet allen Ernstes: «Keiner redet von uns, das finde ich prima. Man kann sich ganz auf sich selbst konzentrieren.»
Natürlich stimmt das nicht. Denn die Konkurrenz ist viel zu clever, um die eindrucksvollen Dauerläufe von Ferrari auf dem Bahrain International Circuit zu übersehen.
«Klappe halten und auf eigene Arbeit konzentrieren»
Vasseur wischt das alles vom Tisch: «Ach, derzeit kennt doch keiner das wahre Kräfteverhältnis. Niemand weiss, ob die Gegner 20 Kilo, 40 Kilo oder 60 Kilo Sprit an Bord haben. Und das ist viel mehr als der pure Speed-Unterschied zwischen den Autos. Daher lieber Klappe halten und sich auf die eigene Arbeit zu fokussieren.»
«Das Wichtigste bei einem so neuen Reglement ist, Kilometer zu sammeln, viele Runden zu drehen, Daten zu sammeln; zu prüfen, ob es eine gute Korrelation zwischen Werk, Windkanal und dem gibt, was wir auf der Strecke sehen. Dafür braucht es Zuverlässigkeit. Denn wenn man in der Box steht, ist das nicht der beste Weg, um Daten zu sammeln.»
«Bisher läuft es für uns recht gut. Wir haben etwa 4500 Kilometer abgespult an sechs Tagen, in Barcelona und Bahrain. Das ist mehr als erwartet, und das ist positiv. Aber wir dürfen nicht den Fehler machen, die gute Arbeit auf diesem Gebiet mit Leistungsfähigkeit zu verwechseln. Das ist eine andere Geschichte.»
«Negative Stimmen sind bald vergessen»
«Alle reden derzeit vom Energie-Management. Aber nur weil das Reglement neu ist, sind die neuen Parameter nicht die einzigen. Die Aerodynamik wird entscheidend sein, die Reifen werden entscheidend sein, das Fahren wird entscheidend sein, die Boxenstrategien werden entscheidend sein. Das müssen wir im Hinterkopf behalten.»
Zu negativen Stimmen über die neue Formel 1 (zu langsam, zu viel Energie-Haushalten) meint Vasseur: «Ich glaube, solche Kommentare gab es schon 2022, und die Zeit von 2022 bis 2025 wurde dann zur wahrscheinlich besten für die Formel 1.»
«Ich verstehe das Gefühl der Fahrer: Wenn man in Bahrain ankommt und etwas langsamer ist als im Vorjahr, dann ist die erste Reaktion, etwas sehr Schnelles fahren zu wollen. Aber dann verschiebt sich ihre Sichtweise darauf, schneller zu sein als die anderen. Es ist einerlei, 1:31 min oder 1:35 min zu fahren, sondern nun geht es darum, was die Zeit der anderen wert ist. Das liegt in ihrer DNA und in der DNA jedes Teams. Ich bin sicher, dass es dieses Mal nicht anders sein wird.»
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