Marc Surer: «Max Verstappen fährt grenzwertig»

Von Rob La Salle
​Der Schweizer Marc Surer, Formel-1-Experte der deutschen Sky, spricht über die Vorkommnisse in Belgien: «Als junger Fahrer muss man etwas wild sein dürfen, aber Max Verstappen fährt grenzwertig.»

Max Verstappen lässt sich nicht verbiegen. So wie früher an Ayrton Senna oder Michael Schumacher perlt Kritik am Niederländer einfach ab, statt dessen kontert er keck, auch verbal. Die Stimmung unter den Piloten ist nach dem Belgien-Wochenende aufgeheizt.

Der Basler Marc Surer, früherer Grand-Prix-Fahrer und heute Formel-1-Fachmann unserer Kollegen der deutschen Sky, sieht die Situation um den temperamentvollen Max so: «Als junger Fahrer muss man ein bisschen wild sein dürfen, sonst fehlt definitiv etwas. Ich habe lieber einen zu wilden Fahrer, den man einbremsen muss, als einen, der nie etwas riskiert.»

Marc Surer kann nachvollziehen, dass die Fahrweise des Red Bull Racing-Piloten viel zu reden gibt: «Das Sicherheitsdenken in der Formel 1 wird sehr gross geschrieben. All die ganzen Strafen, die da von den Kommissaren verhängt werden, sie sind meiner Meinung nach fast zu viel des Guten. Max Verstappen fährt grenzwertig. Er macht nach den Buchstaben des Gesetzes nichts Illegales, aber er fährt so, dass sich seine Kollegen aufregen. Die Rennkommissare können ihn nicht bestrafen, doch es läuft nicht eben unter dem Motto "Fairplay", was er da anstellt.»

Die Frage ist: Wie geht es nun weiter? Marc Surer ist überzeugt: «Verstappen wird es sehr, sehr weit bringen. Nicht nur wegen seiner aggressiven Fahrweise, sondern einfach, weil er unfassbar talentiert ist und sich steigert. Er kam mit ganz wenig Erfahrung in die Formel 1 und fährt jetzt schon so wie ein Fahrer, der Jahre dabei ist. Verstappen lernt sehr schnell, und es ist eine Aufwärtskurve erkennbar, bei der kein Ende abzusehen ist. Ich glaube, dass er irgendwann Weltmeister sein wird.»

Nico Rosberg hat mit seinem Sieg in den Ardennen den Rückstand auf neun Punkte verringern können. Marc Surer: «Ich glaube, dass der WM-Kampf noch lange nicht entschieden ist. Rosberg ist in Spa-Francorchamps ein perfektes Rennen gefahren. Er hatte den Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, und hat dies erfolgreich umgesetzt. Ich traue ihm durchaus eine Siegesserie zu.»

Und was passiert beim kommenden Italien-GP in Monza mit Ferrari? Marc: «Wir haben in Belgien gesehen, wie gut der Ferrari funktioniert. Alle Renner sind mit kleinen Flügeln gefahren, und der Ferrari ist ein Auto, das damit gut zurecht kommt. Daher erwarte ich für Monza, dass die Scuderia auch hier schnell unterwegs sein wird. Die Tifosi dürfen sich freuen – Ferrari wird sicher konkurrenzfähig sein.»

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