Malaysia-GP: In Kurve 15 werden die Fahrer weinen

Kolumne von Mathias Brunner
Formel 1

​Jarno Zaffelli ist Besitzer der Firma Dromo, die hinter dem Umbau und dem neuen Belag des «Sepang International Circuit» steht. Der italienische Rennstreckendesigner sagt: «Die Fahrer werden weinen.»

Der Umbau des «Sepang International Circuit» wird die Rennställe und die Formel-1-Piloten vor zahlreiche Probleme stellen. Besonders Kurve 15 wird es in sich haben, wie Jarno Zaffelli betont, Besitzer der Firma Dromo, die für den Umbau und den neuen Belag der malaysischen Rennstrecke verantwortlich ist. Der Italiener sagte im vergangenen Mai zum Umbau der im März 1999 eröffneten Strecke gegenüber dem Portal zerotoonehundred.com: «Die Fahrer werden weinen, weil sie in jeder Runde dort etwas falsch machen werden.»

Denn die Kurve vor Start und Ziel hängt neu nach aussen. Die Neugestaltung geschah gemäss Zaffelli aus drei Gründen. Erstens besserer Wasserabfluss bei Kurvenein- und Kurvenausgang. Zweitens verringerter Speed in der Kurve, was zu weniger hohen Tempi auf der Start-Ziel-Geraden führt, das erhöht die Wirksamkeit der Auslaufzone in Kurve 1. Drittens das Erzeugen von mehr Überholmöglichkeiten und das Verbessern der Show.

Eine Animation von der neu gestalteten Kurve sehen Sie hier:

Razlan Razali, Geschäftsleiter des «Sepang International Circuit», sagt dazu gestern Montag bei einem Medientermin an der Strecke: «Wir sind die einzige Formel-1-Rennpiste 2016, die eine komplett frisch asphaltierte Bahn präsentiert. Wir haben vor mehreren Monaten alle Informationen zum Belag und auch zu den neu gestalteten Kurven den Teams und Reifenhersteller Pirelli zur Verfügung gestellt. Aber Sepang stand schon immer für Unberechenbarkeit – die Hitze, die Luftfeuchtigkeit, die tropischen Regengüsse. Der neue Belag und die Umgestaltung mehrerer Kurven werden Überraschungen erzeugen.»

«Ich bin davon überzeugt, dass der Reifenverschleiss am nächsten Wochenende eine ganz entscheidende Rolle spielen wird. Und ich glaube, nicht einmal die Reifenexperten von Pirelli wissen im Detail, was da auf sie zukommt.»

Pirelli geht auf Nummer sicher und bringt die härtesten drei Mischungen nach Sepang: Hart (orange gekennzeichnet), mittelhart (weiss) und weich (gelb). Die harte Mischung wurde bislang erst in Barcelona und Silverstone eingesetzt, in Spanien aufgrund des sehr rauen Belags, in England aufgrund der Highspeed-Kurven.

Pirelli-Rennchef Paul Hembery bestätigt die Worte von Razali: «Der Pistenbelang ist eine grosse Unbekannte für uns. Ich erwarte ein Rennen mit vielen Boxenstopps.»

Der 5,543 Kilometer lange Kurs wurde von Februar bis Mai neu gestaltet und asphaltiert. Während Kurve 15, die letzte Kurve vor Start und Ziel, am markantesten geändert wurde, erhielten auch weitere Kurven ein leicht geändertes Profil, um Wasserabfuhr und Pistenfluss zu verbessern.»

Jarno Zaffelli von Dromo sagt: «Wir haben die Änderungen auf die Bedürfnisse und Besonderheiten des Sepang-Kurses massgeschneidert. So einen tollen Kurs zu aktualisieren, ist nie einfach. Wir wollten das gegebene Layout nicht massiv verändern, aber die Show verbessern. Die letzte Kurve ist dafür das beste Beispiel. Der Randstein an der Innenseite wurde um einen Meter angehoben, die ganze Bahn hängt nach aussen. Also ist die klassische Linie, wenn der Fahrer an den Scheitelpunkt der Kurve sticht, nicht mehr die schnellste. Das gibt Würze. Ich glaube, wir werden aufgrund des ungewöhnlichen Kurvenprofils mehr Überholmanöver sehen. Wegen des neuen Belags, der mehr Grip bietet, werden die Seitenkräfte auf die Reifen höher. Das wird sich auf den Reifenverschleiss auswirken.»

Das Team von «Dromo – Applied Italian Circuit Design» arbeitete fast ein halbes Jahr lang am Umbau von Sepang. Drei Monate wurden in Studien, Analyse und Design investiert, fast eben so viel Zeit in Qualitätskontrolle und Ausführung.

Die Arbeit vor Ort führten mehr als 250 Fachkräfte von «Nippon Road» aus. Insgesamt wurden 120.000 Quadratmeter eines auf Sepang zugeschnittenen Asphalts gelegt, die Bestandteile dazu stammen aus Malaysia. 3.500 Quadratmeter asphaltierte Auslaufzonen wurden durch Kiesbetten ersetzt. Neun Kurven wurden korrigiert, was die Überhöhung angeht. 600 Meter Randsteine wurden gemäss Spezifikationen der Auto- und Motorradverbände FIA und FIM frisch gestaltet. Die Drainage wurde rund um den Kurs verbessert.

Fazit von Razlan Razali: «Auf die Rennställe und Fahrer kommen viele Unbekannte hinzu. Unsere Gäste werden den Sepang-Kurs entdecken, als wären sie zum ersten Mal hier.»

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