1. Training Malaysia: Rosberg nach Renault-Feuer vorn

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Nach dem Schreck mit einem brennenden Renault ging das Malaysia-Training unbehindert weiter: Bestzeit für WM-Leader Nico Rosberg, der schnellste Ferrari (Kimi Räikkönen) eine Sekunde langsamer.

Die Formel 1 ist im ersten freien Training zum Malaysia-GP an einer Katastrophe vorbeigeschrammt: Feuer am Renault von Kevin Magnussen! Die Renault-Mechaniker und die malaysischen Feuerwehrleute konnten den immer wieder brennenden Wagen des Dänen löschen, aber die ganze Übung dauerte mehr als sechs Minuten.

Das Glück von Magnussen: In der Boxengasse waren Feuerlöscher zuhauf vorhanden. Das Glück für Renault: Das Feuer brach nicht in der Box aus.

Der Wagen von Renault wird derzeit repariert – in der Hoffnung, dass Magnussen am zweiten freien Training (ab 8.00 Uhr europäischer Zeit) teilnehmen kann. Neben dem Verdacht auf eine schadhafte Benzinleitung wird auch erforscht, ob mit der Tankentlüftung etwas nicht gestimmt hat.

Das Training wurde eine Viertelstunde lang unterbrochen, dann konnten die Fahrer die frisch asphaltierte Bahn weiter unter die Räder nehmen.

Zwischenbilanz nach 90 Minuten: Mercedes-Benz scheint erneut eine Klasse für sich zu sein – Bestzeit für WM-Leader Nico Rosberg, eine gute halbe Sekunde vor seinem Dauerrivalen Lewis Hamilton.

Die halbe Sekunde ist aber trügerisch: Hamilton machte auf seiner besten Runde einen Fehler. In den Dauerläufen mit harten Reifen fahren die beiden Silberpfeilpiloten auf Augenhöhe.

Rosberg: Fünf Sekunden schneller als 2015!

Vor einem Jahr fuhr Nico Rosberg im ersten Training von Sepang eine Bestzeit von 1:40,1 min. Nun ist der Deutsche fast fünf Sekunden schneller unterwegs gewesen!

Das hat drei Gründe. Erstens – Pirelli hat hier weichere Reifen dabei als vor gut eineinhalb Jahren. Zweitens – der neue Asphalt bietet mehr Haftung und ist weniger wellig. Drittens – die Rennwagen sind fast 18 Monate lang weiterentwickelt worden.

Erster Mann neben der Bahn und im Kiesbett: Carlos Sainz. Der Madrilene konnte seinen Toro Rosso aber ausgangs der tückischen Kurve 11 in Schwung halten und weiterfahren. An der Box klaubten die Mechaniker pfundweise Kies aus dem Renner. Später rutschte dort auch WM-Leader Rosberg harmlos von der Bahn.

Sebastian Vettel schimpfte über Funk: «Ich habe so schlimme Vibrationen, dass ich Ende der Geraden nichts mehr sehen kann. Ich verstehe nicht, wie man einen Satz Reifen so jämmerlich ausbalancieren kann.»

Ferrari probierte einen modifizierten Unterboden aus, dazu jenen Frontflügel, der schon in Singapur im freien Training getestet worden war.

Kimi Räikkönen beklagte sich über Vorderradbremsen, die nicht nach seinem Geschmack arbeiteten. Zudem schmeckte ihm das Handling des Ferrari nicht. In der Box der Scuderia wurde längere Zeit an Bremsen und Vorderradaufhängung geschraubt.
Bei Manor wird anhaltend an der Sitzposition von Esteban Ocon gearbeitet, der Franzose ist mit 1,85 Metern recht gross und fühlt sich nicht ideal untergebracht.

Zum Schluss des ersten freien Trainings bauten sich über dem nahen Kuala Lumpur International Airport grosse Gewitterwolken auf. Noch sind die Meteorologen nicht sicher, ob es im zweiten freien Training trocken bleiben wird.

Aufreger Kurve 15

Vor dem ersten Training gaben der neue Asphalt von Sepang und die nach aussen hängende Kurve 15 am meisten zu reden.

Pistendesigner Jarno Zaffelli geht davon aus, dass die Kurve verschiedene Linien erlauben wird und damit besseren Sport. Die deutschen Formel-1-Piloten Nico Rosberg und Pascal Wehrlein widersprechen, wenn sie fast mit gleichen Worten sagen: «Es wird sich eine Linie bilden, und die ist alleine deshalb die Schnellste, weil abseits dieser Linie Schmutz und Reifenabrieb liegen wird.»

Der frühere GP-Fahrer Paul Di Resta bestätigt: «Ich habe mir die Kurve am Donnerstag in Ruhe aus der Nähe angeschaut. Die Piloten werden so lange eine Linie suchen, bis sie den schnellsten Strich gefunden haben. Und dort bleiben sie dann. Ich verstehe nicht, wie das den Sport verbessern soll.»

«Was aber ganz sicher passieren wird: Der dunklere Asphalt führt zu höheren Temperaturen, nicht nur des Belags, sondern des ganzen Autos. Das macht die Kühlung der Rennwagen noch schwieriger.»

Red Bull Racing-Fahrer Max Verstappen ist heute 19 Jahre jung geworden – aus charmanten Händen erhielt der Niederländer eine leckere Torte. Geschenkt wurde dem Red Bull Racing-Piloten davon abgesehen wenig: Der Spanien-GP-Sieger monierte einen Renner, der für seinen Geschmack zu viel untersteuert.

Beide Mercedes schliesslich vor beiden Ferrari, gefolgt von Alonso im McLaren mit verbessertem Honda-Motor und den beiden Autos von Red Bull Racing (Ricciardo vor Verstappen), dann die beiden Renner von Force India (Hülkenberg vor Pérez).

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