2. Sachsenring-Sieg: Mikkel Jensen holt den Titel!

Von Vanessa Georgoulas
Mikkel Jensen ist der siebte Meister in der Geschichte des ADAC Formel Masters. Auf dem Sachsenring sicherte er sich mit seinem neunten Saisonsieg im zweiten Lauf die Titelkrone.

Mikkel Jensen hat sein grosses Ziel erreicht: Der Neuhauser Racing-Pilot sicherte sich im zweiten Rennen des ADAC Formel Masters auf dem Sachsenring vorzeitig die Meisterschaft. Schon nach seinem Sieg im ersten Lauf hatte der Däne angekündigt, den Titel mit einem weiteren Rennsieg erzielen zu wollen. Jensens Plan ging bei regnerischen Bedingungen auf. Von der Pole-Position fuhr er seinen neunten Saisonerfolg souverän nach Hause.

Damit geht Jensen als siebter Meister in die Geschichte des ADAC Formel Masters ein. Igor Walilko vom Team JBR Motorsport & Engineering und Neuhauser-Pilot Tim Zimmermann komplettierten das Podium beim viertletzten Rennen der Saison 2014.

«Als ich über die Ziellinie fuhr, hörte ich meinen Teamchef Hannes über Funk brüllen: We are the Champions! Das war ein unglaubliches Gefühl», sagte Jensen nach dem grossen Erfolg. Der 19-Jährige führt die Gesamtwertung nach dem 20. Saisonrennen mit 322 Punkten uneinholbar an. Sein bis zuletzt ärgster Titelrivale, Maximilian Günther belegt mit 215 Zählern den zweiten Rang. Der 17-Jährige aus Rettenberg fuhr auf den achten Platz und kann Jensen rechnerisch nicht mehr einholen.

Rekord ausgebaut

Auf seinem Weg zum Titel trug sich Jensen ein weiteres Mal in die Geschichtsbücher des ADAC Formel Masters ein. Im zehnten Umlauf erzielte er die schnellste Rennrunde. Mit insgesamt zehn erzielten schnellsten Runden ist er alleiniger Spitzenreiter in der ewigen Bestenliste dieser Kategorie.

Jensen schwärmte nach der Zieldurchfahrt: «Nun ist mein Traum Realität geworden - ich bin Meister im ADAC Formel Masters. Ich konnte das Rennen recht entspannt angehen. Da nur wenige Punkte zum Titelgewinn fehlten, war mir der Titel schon nach Lauf 1 fast sicher. Unser Auto war heute einfach perfekt. Ich war fast 1,5 Sekunden schneller als meine Verfolger. Auch die Safety-Car-Phase und mein geschmolzener Vorsprung machten mich nicht nervös. Ich wusste, dass ich dem Feld sofort wieder davonziehen konnte. Nun ist es geschafft, die Saison aber noch nicht zu Ende. Da ich immer höhere Ziele anvisiere, möchte ich nun alle restlichen Rennen der Saison gewinnen.»

Podestdebüt für JBR Motorsport & Engineering im Heimrennen

Neben Jensen war Walilko der grosse Gewinner des Rennens. Der Pole bescherte seinem Team JBR Motorsport & Engineering bei dessen Heimspiel die erste Podestplatzierung in der Geschichte des ADAC Formel Masters. Für Walilko war es ebenfalls der erste Podiumsplatz. Der 17-Jährige verbesserte sich nach dem Rennstart hinter dem Safety Car auf die vierte Position. In der Folge nahm er die Verfolgung von Dennis Marschall auf. Nach einem rundenlangen Duell setzte sich Walilko mit einem geschickten Überholmanöver im sechsten Umlauf gegen den Lotus-Rookie durch.

Walilko liess nicht locker und profitierte von einer Safety-Car-Phase, ausgelöst durch eine Kollision zwischen Nico Menzel und Kim Luis Schramm. Beim Re-Start in der zehnten Runde überholte Walilko den zu diesem Zeitpunkt Zweitplatzierten Joel Eriksson in der ersten Kurve und hielt diese Position bis zum Überqueren der Zielflagge. Hinterher fasste er zusammen: «Ich freue mich wahnsinnig über diesen Podestplatz – das war das beste Rennen meines Lebens. Ich hatte über die komplette letzte Runde ein breites Grinsen im Gesicht.»

Der Pole freute sich: «Mein Rennen verlief perfekt. Es ist nicht einfach, im Nassen drei Positionen gutzumachen. Zu Beginn war es sehr schwierig, an Dennis Marschall vorbeizugehen. Ich war deutlich schneller, aber er hat gut verteidigt. Ich ging nicht volles Risiko, um nicht mit blockierenden Vorderrädern von der Strecke zu rutschen. Als ich ihn schließlich passiert hatte, konnte ich sofort mehrere Meter zwischen uns legen. Platz zwei schien zu diesem Zeitpunkt aber bereits außer Reichweite. Glücklicherweise verhalf mir die Safety-Car-Phase dazu, die Lücke zu Platz zwei zu schließen und dann zu überholen.»

Zimmermann erneut auf dem Podium

Der Schwede Eriksson musste wenig später auch noch Zimmermann passieren lassen und verpasste sein zweites Podium auf dem Sachsenring als Vierter nur knapp. Stattdessen gelang ADAC Stiftung Sport Förderpilot Zimmermann seine zweite Podestplatzierung auf der sächsischen Traditionsstrecke. Der Neuhauser Racing-Rookie war zwischenzeitlich auf die fünfte Position zurückgefallen, kämpfte sich auf regennasser Strecke aber wieder zurück. Mit seinem neunten Podestplatz bleibt Zimmermann der erfolgreichste Serienneuling der Saison.

Der 18-Jährige aus Langenargen erklärte hinterher: «In der Anfangsphase des Rennens waren die Bedingungen recht schwierig. Ich liess es ruhig angehen und beobachtete das Duell vor mir. Als die Sicht gut genug war, wagte ich den Angriff und ging nach vorne. Ich war über das gesamte Rennen schneller als Igor, wollte aber keine unnötigen Risiken eingehen. Ich visiere nun den zweiten Platz in der Gesamtwertung an und brauche dafür jeden Punkt. Besondere Glückwünsche an meinen Teamkollegen Mikkel zur Meisterschaft – ich freue mich wahnsinnig für ihn. Er hat das gesamte Jahr hart gearbeitet und ist ein super Fahrer. Ich hoffe, ich kann mit Platz 2 in der Meisterschaft nachlegen.»

Hinter ADAC Stiftung Sport Förderpilot Marschall wurde Marvin Dienst Sechster. Der Pilot von Mücke Motorsport, das unter der Bewerbung des ADAC Berlin-Brandenburg e.V. antritt, war erfolgreichster Fahrer seines Teams. Sein Teamkollege Günther fiel nach einem Ausrutscher in der letzten Runde vom fünften auf den achten Rang zurück. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport startet im abschliessenden Rennen am Sonntag (ab 16:00 Uhr im Live-Stream) von der Pole-Position.

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