Lance Stroll ärgert sich: «Ist ja nicht so, dass wir es nicht kommen sahen»
In Miami äusserte sich Lance Stroll überraschend wortreich zu den neuen Regeln und übte scharfe Kritik. Der Aston Martin-Pilot will der Königsklasse aber dennoch nicht den Rücken kehren, betont er.
Für Lance Stroll steht fest: Die Formel 1 hat mit der Regelrevolution, die eine neue Fahrzeug- und Motorengeneration hervorgebracht hat, die falsche Richtung eingeschlagen. Der sonst so abwesend wirkende Aston Martin-Fahrer sprach Klartext und schimpfte: «Wir sind meilenweit von dem entfernt, was die Formel 1 sein muss. Wir sollten doch ohne Gedanken an die Batterien voll aufs Gas dürfen!»
Was den Kanadier besonders ärgert, ist die Tatsache, dass die Auswirkungen der neuen Regeln schon vor deren Einführung ein Thema waren. «Es ist ja nicht so, dass wir es nicht kommen sahen. In den vergangenen eineinhalb Jahren oder so hat jeder gesagt, wie es aussehen wird. Es wurde gesagt, dass es nicht gut aussieht, wenn man Abtrieb rausnimmt und diese Batterien einsetzt und all das.»
«Nun haben wir genau das, was wir auch erwartet haben, und wahrscheinlich ist es für Aston Martin derzeit frustrierender als für Mercedes, aber so läuft es in der Formel 1 nun mal. Es ist, wie es ist, und ich hoffe sehr, dass es besser laufen wird», fügte der 27-Jährige an.
Keine Lust auf Formel-1-Abschied
An einen Abschied vom GP-Zirkus mag Stroll aber dennoch nicht denken – auch nicht angesichts der Leistungskrise, die sein Aston Martin Team durchstehen muss. Auf die entsprechende Frage betonte Stroll in seiner Medienrunde: «Nein, denn ich glaube an dieses Projekt und habe auch immer noch allen Grund dazu. Wir sind weit davon entfernt, das Potenzial auszuschöpfen. Adrian Newey ist an Bord gekommen, wir haben ein neues Formel-1-Werk, einen neuen Windkanal und ich glaube, das Team hat sehr viel Potenzial.»
«Ich möchte Teil dieser Mannschaft sein, wenn wir das erreichen, was meiner Meinung nach möglich ist. Es würde mich stören, wenn ich in zwei, drei Jahren auf dem Sofa sitze und mitansehe, wie zwei grüne Autos vorne mitfahren und ich nicht Teil davon bin. Ich will dabei sein. Ich hoffe, dass es in Zukunft mehr Spass machen wird, die Autos zu fahren, das wünschen sich alle Fahrer, damit bin ich nicht alleine. Manche können es aussprechen, manche weniger, weil sie an Verträge gebunden sind. Aber ich hoffe, dass diese Autos im Lauf der Jahre sehr viel besser werden und wir wieder grossartige Formel-1-Fahrzeuge haben werden», fügte der Rennfahrer aus Montreal an.
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