13.500 U/min: Drehzahlbegrenzer Pflicht für EM und WM

Von Rudi Hagen
Grasbahn-Seitenwagen-EM
Imanuel Schramm fährt in seinem Gespann einen GTR-Motor mit Drehzahlbegrenzer

Imanuel Schramm fährt in seinem Gespann einen GTR-Motor mit Drehzahlbegrenzer

Ab dieser Saison müssen alle 500ccm-Motoren bei EM- und WM-Rennen mit einem Drehzahlbegrenzer ausgestattet sein. Diese FIM-Regelung soll ab 2021 im DMSB-Bereich auch für alle offene Rennen gelten.

Armando Castagna, höchster Bahnsport-Funktionär des Motorrad-Weltverbands FIM, hatte die Idee, die den Bahnsportlern, sei es, dass sie auf der Langbahn oder beim Speedway unterwegs sind, einiges an laufenden Kosten einsparen könnte. Gemeint ist die Bestimmung zur Einführung eines Drehzahlbegrenzers.

Die FIM schreibt nämlich in ihren «Technischen Bestimmungen für den Bahnsport» neuerdings vor, das ab 2020 alle Motoren mit 500 ccm bei EM- und WM-Rennen mit einem Drehzahlbegrenzer ausgestattet sein müssen. Bisher galt diese Regelung nur für die Klasse mit 250 ccm. Die Höchstdrehzahl wurde dabei auf 13.500 U/min festgelegt.

Was heißt das nun für Fahrer und Tuner? «Hinter dieser Bestimmung steckt wohl der Ansatz, dass die Motoren geschont werden sollen und damit unnötige Kosten auf Seiten der Fahrer eingespart werden können», meint «Matten» Kröger dazu. Der frühere Speedway- und Langbahnpilot aus Bokel ist jetzt als Tuner weiter in der Szene tätig und betreut unter anderem die Langbahn-GP-Piloten Stephan Katt und Kenneth Kruse Hansen und den I-Lizenz-Gespannfahrer Ole Möller.

Katt vertraut Motoren des italienischen Herstellers GM und Kruse Hansen setzt GTR-Motoren des Schweizers Marcel Gerhard ein. Beide fahren Zündungen mit der Karger Box, die auf 13.500 U/min als Limit eingestellt werden muss. «Ich bin früher auch schon mit einem Drehzahlbegrenzer gefahren, um das Material zu schonen», sagt Kröger, «die ganz hohen Drehzahlen jenseits der 14.000 werden nur beim Start erreicht, da kann schon mal einiges kaputt gehen. Einige Fahrer müssen sich jetzt umgewöhnen beim Start.»

Imanuel Schramm aus Tettnang, Seitenwagen-Pilot mit Internationaler Lizenz, ist Zündungsspezialist und Inhaber von Dmon-Parts. Der 45-Jährige, der Zündungen von Selettra und PVL einstellt, programmiert und auf dem Zündungsprüfstand testet, findet die neue Regelung «nicht ganz durchdacht».

Schramm: «Die maximale Drehzahl von 13.500 U/min ist meiner Meinung nach viel zu hoch. Sie sollte bei 12.800 oder maximal 13.000 liegen. Wenn überhaupt, braucht man nur am Start die hohen Drehzahlen.» Er empfiehlt, den Drehzahlbegrenzer etwas niedriger zu wählen, das verhindere einfach viele Schäden am Motor. «Wenn ein Fahrer auf der Geraden mehr als 12.500 U/min benötigt, dann hat er definitiv viel zu kurz übersetzt.

Einen großen Vorteil des Drehzahlbegrenzers sieht Schramm vor allem darin, dass bei einem Ketten- oder Zahnriemenriss der Motor nicht unnötig hoch dreht. «Der Fahrer schafft es meist nicht so schnell das zu schließen.»

Schramm vertraut in seinem Gespann übrigens den GTR-Motoren von Marcel Gerhard, die unter anderem mit einem Ölpumpensystem daherkommen. «Dem GTR sind hohe Drehzahlen egal und auf den schnellen Geraden, wie zum Beispiel in Herxheim, wird die maximale Leistung bei zirka 11.000 bis 12.000 U/min erreicht», erklärt Schramm.

Der Zündungsspezialist meint zudem, dass der Einbau, die Programmierung oder Umprogrammierung einer digitalen Selettra KZ Zündung oder einer Zündung von PVL kein Problem sei. Die Kosten würden dabei nicht unnötig in die Höhe schießen. Der Fahrer könne zudem einen Großteil von den bestehenden Teilen verwenden.

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