Rettungsversuch in Schleiz

Von Esther Babel
IDM
IDM 2013 in Schleiz: Ja oder Nein?

IDM 2013 in Schleiz: Ja oder Nein?

Ein Gespräch soll am Freitag klären, ob die internationalen Rennen auf dem Schleizer Dreieck in der anstehenden Saison doch noch über die Bühne gehen können. Ein Ultimatum steht.

Seit vergangenem Freitag befanden sich das Schleizer Dreieck, die beiden ortsansässigen Clubs MSC und AMC, die IDM und die Seitenwagen-WM, der Kläger Bernd Reisse und der Gemeinderat und sonst noch allerlei Gegner und Befürworter und selbsternannte Retter und Vernichter der Traditionsrennstrecke in aller Munde. Über Videotext, Radio, Presse und Internet wurde vom Aus der Gespräche und der Streichung aller internationalen Rennen berichtet.

Die gute Nachricht: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Die schlechte: Die bisherigen Gespräche haben leider auch nirgendwohin geführt. Am kommenden Freitag wird es ein Gespräch zwischen dem Anwohner Bernd Reisse, der erfolgreich gegen die seiner Meinung nach zu vielen Lärmtage mit Unterstützung von weiteren Anwohnern und der Partei der Freien Wähler geklagt hatte und der Betreibergesellschaft geben. Ziel ist eine aussergerichtliche Einigung, damit zumindest 2013 die internationalen Rennen in Schleiz abgehalten werden können.

Der MSC Schleizer Dreieck hat als Veranstalter des IDM-Laufs den Parteien ein Ultimatum bis zum 31. Januar gesetzt. «Wir müssen endlich Verträge mit Dienstleistern und dem IDM-Promoter abschliessen. Sonst wird das nichts.», erklärt Dr. Ralf Zeissig, Vorstand des MSC. «Wir setzten unsere Hoffnungen in das geplante Gespräch. Herr Reisse wollte ja nur gegen die vielen Lärmtage klagen und nicht gegen die IDM.»

Das Gericht hatte Reisse im Herbst letztens Jahres Recht gegeben und hatte den Stand auf die alte Regelung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zurückgesetzt. Darin gibt es zwar mehr Lärmtage, aber die dürfen zum Grossteil nur unter der Woche verwendet werden. Sonntags dagegen darf es laut momentaner Regelung nur 180 Minuten laut sein. «Zu wenig für eine internationale Veranstaltung wie die IDM», muss auch Zeissig zugeben. Und ob die Berufung gegen das Urteil zugelassen wird, ist noch gar nicht raus. Solche Gerichtsverfahren ziehen sich auch gerne mal ein paar Jahre hin.

Auf die Frage nach dem Medien-Chaos der vergangenen Tage antwortet Zeissig nur zögerlich. «Ich kann nur Vermutungen äussern», erklärt er, «und ich muss mich mit meinen Äusserungen zurückhalten. Sonst habe ich am Ende noch eine Klage am Hals. Doch ich schätze, ein regionales Anzeigenblatt hat die Pressebombe gebastelt.» Wer sich allerdings schon länger mit dem Thema Schleiz befasst, ist von dieser Vorgehensweise nicht überrascht. Für Aussenstehende ist es schwer, den Durchblick zu behalten, wenn Motorsport-Clubs, politische Parteien und Geschäftsleute genauso wie Privatpersonen ihre persönliche Wahrheit absondern. «Das ist alles dilettantisch abgelaufen», gibt selbst Zeissig zu. «Und am Ende leidet nur der Sport.»

Der Plan B steht beim MSC bereits. «Unsere Priorität setzen wir ganz auf das Rennen in Schleiz», wiederholt Zeissig. «Wir wollen unbedingt einen IDM-Lauf durchführen. Wenn es in Schleiz nicht geht, machen wir das woanders. Wir holen zurzeit Infos ein und werden das dann mit dem DMSB und dem IDM-Promoter abstimmen. Im Jahr 2003 sind wir schon mal ins tschechischen Most ausgewichen. Das steht aber nicht ganz oben auf unserer Wunschliste.»

«Alle bemühen sich um Schleiz», versichert auch Josef Meier vom IDM-Promoter Motor Events. «Solch ein Spektakel wie am letzten Wochenende, wo auch die Medien noch alle ordentlich drauf hauen, bringt Unruhe rein. Vielleicht findet man für das Jahr 2013 eine aussergerichtliche Lösung.»

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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