Christof Höfer: IDM-Gefühlsachterbahn in Hockenheim

Von Christof Höfer
IDM Superbike
Auf Höfers Facebook-Seite kann man absahnen

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Wenn man als IDM Superbike-Pilot seinen Kollegen von der Tribüne aus zuschauen muss, ist das alles andere als lustig. Doch eine Schulterverletzung liess nicht mehr zu. Vollgas in Richtung IDM 2019.

Mein Kumpel Timo hat damals schon immer zu mir gesagt: «Fifty, nirgendwo liegt Freud und Leid so nah beieinander wie im Rennsport.» Und je länger ich den Rennsport intensiv betreibe, desto mehr weiß ich über die Jahre gesehen, was Timo damit gemeint hat. Das jüngste Beispiel dafür war mein IDM-Finale in Hockenheim. Du sitzt auf der Tribüne bei strahlendem Sonnenschein, schaust die ganzen Rennklassen an, fieberst mit, freust dich mit und das Alles, nur es fehlt ein Gefühl - und zwar das Gefühl von dem etwas mulmigem Kribbeln im Bauch, was man sonst an einem Rennsonntag hat, wenn man selbst Rennen fährt.

Dann geht deine Rennklasse, bei mir eben die IDM Superbike, an den Vorstart, in die Einführungsrunde, das Rennen wird freigeben, dann die erste Runde, in der sich alle noch sortieren, und man selbst geht gefühlstechnisch diese ganzen Phasen mit, aber sitzt auf der Tribüne. Ein komisches Gefühl.

Nirgendwo liegt Freud und Leid so nah beieinander wie im Rennsport. Egal ob auf oder abseits der Piste. Bei einem Rennen, das du bis in die letzte Runde angeführt hast und dann stürzt, wenn du siehst, du hast die falsche Reifenwahl irgendwo getroffen und dein Reifen hält nur wenige Runden, und du genau weißt, da hat sich gerade preistechnisch binnen weniger Minuten ein All-Inclusive-Urlaub verabschiedet.

Oder auch bei der Sponsorensuche, um die nächste Saison wieder bestreiten zu können. Wenn man Klinken putzt, Sponsorenmappen erstellt usw. usw. und sieht, wieviel Kohle in den Fußball gesteckt wird, und wie wenig Aufmerksamkeit unsere tolle Sportart in Deutschland bekommt.

Nun ist bei der IDM Winterpause und ich wünsche jedem einzelnen aus unserer großen deutschlandweiten Racer-Family, dass die Pläne für die nächste Saison alle aufgehen und funktionieren, sodass jeder gut und motiviert durch den Winter kommt und sich auf das nächste Jahr vorbereiten kann.

Ich persönlich gebe gerade alles dafür, um das Budget für 2019 zusammenzubekommen, denn ich würde das Angebot, im Team alpha Racing-Van Zon-BMW von Werner Daemen zu fahren gerne nochmals wahrnehmen und dafür gebe ich gerade wirklich alles. Ich wünsche euch allen einen guten und erholsamen Winter, und hoffe wir sehen uns alle 2019 in alter Frische wieder.

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