Der doppelte Vize-Titel

Von Esther Babel
IDM Superbike
Veneman, Daemen, van Ginhoven

Veneman, Daemen, van Ginhoven

BMW: Daemen erobert den Vizetitel in der IDM Superbike, Veneman wird Fünfter im Premierenjahr. Sieg in der Herstellerwertung verpasst.

Der Hockenheimring war am vergangenen Wochenende die letzte Station der IDM. Bei strahlendem Sonnenschein und vollen Zuschauerrängen wurden beim achten Rennen der Saison 2010 die letzten Titel vergeben und die letzten Windschattenschlachten geschlagen. Der Belgier Werner Daemen vom Team alpha Technik Van Zon BMW fuhr nochmals aufs Podium der Superbike-Klasse und brachte damit den Vizetitel nach Hause. Teamkollege Barry Venemann aus den Niederlanden beendete seine erste IDM-Saison auf dem fünften Gesamtrang.

Das Wetter hatte es in Hockenheim gut gemeint mit den Fahrern und den zahlreich angereisten Fans. Schon bei den Trainingssitzungen am Samstag herrschten optimale äussere Bedingungen, die für Veneman mit dem fünften und für Daemen mit dem achten Startplatz endeten. «Ich habe meinen Qualifyer-Reifen schon im ersten Training verwendet», schilderte Veneman. «Doch der Unterschied zu meinem Rennreifen ist an diesem Wochen nicht so gross. Viele meiner Konkurrenten hatte sich ihren Qualifyer für das Training am Nachmittag aufbewahrt, da Hockenheim scheinbar eine Strecke ist, die bei den steigenden Temperaturen einen besseren Grip entwickelt. Da fehlte mir als Neueinsteiger in der IDM leider die Erfahrung. Für das zweite Training haben wir dann noch etwas am Federbein geändert, damit ich vor allem beim Beschleunigen etwas mehr Stabilität habe.»

 
Werner Daemen bezahlte seinen Vorwärtsdrang im zweiten Training mit einem kleinen Ausrutscher und musste bei der Zeitenjagd seiner Konkurrenten am Ende der Sitzung tatenlos zu sehen. Mit Startplatz 8 und damit einem Startplatz in der zweiten Reihe ging die Sache gerade noch Mal gut. Immerhin hatte der Belgier bis zum Schluss noch Chancen auf den Gesamtsieg in der Meisterschaft. «Mit 31 Punkten Rückstand auf den Tabellenführenden Karl Muggeridge ist die Chance zwar nicht riesig, aber vorhanden», erklärte Daemen vor dem Start in den Rennsonntag. «Ich muss gewinnen und Karl muss ein Problem bekommen. Und der Kampf um Platz 2 ist auch noch nicht entschieden.»

Den Sieg im ersten Rennen verpasste Daemen nur knapp. Wenige Meter hinter Sieger Stefan Nebel sah der Belgier die Zielflagge. «Ich sah, dass Martin Bauer auf den letzten Meter ausfiel», schildert Daemen. «Und auch auf ihn musste ich wegen der Gesamtwertung noch aufpassen, da nämlich auch Bauer genauso wie ich noch Chancen auf den Vizetitel in der Meisterschaft hatte. Ich hätte lediglich versuchen können, mich in der letzten Runde mit aller Gewalt an Nebel vorbeizuzwängen. Doch das erschien mir in der Situation zu gefährlich.» Das Rennen begann für Daemen allerdings mit einer Schrecksekunde. Im Getümmel der ersten Runde wurde er von Roman Stamm gerammt und mit verbogenem Auspuff und zerstörter Verkleidung landete der Belgier in der Box. Das Rennen wurde abgebrochen und die alpha Technik Van Zon Mannschaft bekam die BMW S1000RR bis zum Neustart wieder starklar.
 
Auch der zweite Lauf am Nachmittag begann für Daemen mit einer leichten Karambolage. Bis auf den siebten Platz arbeitete er sich dann nach vorne und hatte damit den Vizetitel sicher in der Tasche. «Das war kein leichtes Rennen», erklärte er. «Nach der Rempelei musste ich mich nach vorne arbeiten. Am Ende des Rennens spürte ich ein paar leichte Vibrationen am Motor und habe ein wenig Gas raus genommen, ich wollte nichts kaputt machen. Karl Muggeridge hat beide Rennen gut hinter sich gebracht und den Titel gewonnen. Ich gratuliere ihm.»

Für Veneman sprangen beim Final-Wochenende seiner ersten IDM-Saison ein vierter und ein fünfter Platz heraus. «Im ersten Rennen sind wir natürlich taktisch klug gefahren», meint der Niederländer. «Werner war in dem Fall wichtig, denn er hatte noch Titelchancen. Natürlich wäre ich gerne nochmals aufs Podest gefahren, aber wir hatten im ersten Rennen einen kleinen Fehler beim Set up. Dadurch hatte ich in den Kurven etwas weniger Grip als nötig. Aber zum zweiten Rennen haben wir das geändert und er Grip war viel besser.» Glücklich war Veneman nach dem fünften Platz im zweiten Lauf dennoch nicht. Denn es hätte ein vierter Rang werden müssen, um den Sieg in der Markenmeisterschaft einzufahren. Den vierten Platz holte am Sonntagnachmittag aber Dario Giuseppetti und vermasselte Veneman und BMW damit die Tour. «Ich bin ehrlich traurig», gab er anschliessend zu. «Ich hatte mir das vorher ganz genau ausgerechnet. Ich habe wirklich alles versucht, um an Giuseppetti vorbei zu kommen. Aber es gelang mir einfach nicht. Das ist wirklich sehr schade.»

Auch wenn es mit dem Titel am Ende nicht geklappt hat, wurde vor dem Abschied in die Winterpause dennoch gemeinsam gefeiert. «Wir haben uns nach dem Premierenjahr 2009 eindeutig verbessert», wussten auch die Teambesitzer Josef Hofmann und Josef Meier. «Im Vorjahr waren wir in der Meisterschaft und in der Markenwertung auf dem jeweils dritten Rang. In beiden Kategorien ging es jeweils einen Platz nach vorne.»
 

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