Fritz (Yamaha): Nach dem Rechnen kam die Gänsehaut

Von Esther Babel
IDM Superbike
Zuerst entschuldigte sich der Yamaha-Pilot nach dem Titelgewinn beim Team Bayer Bikerbox Langenscheidt. Erst dann konnte die Party des IDM Superbikemeisters 2016 am Lausitzring losgehen.

So richtig geblickt hatte es in der Boxengasse keiner, dass Marvin Fritz vom Team Bayer Bikerbox Langenscheidt mit seinem dritten Platz im ersten IDM Superbike-Rennen am Lausitzring den Titel bereits klar gemacht hatte. Auch im Team selbst musste man erst nachrechnen und sich rückversichern, bis der Groschen gefallen war. Dann kamen rundrum erstmal Tränen. Nicht verwunderlich nach dem Brocken, in Form einer völlig zerstörten Yamaha R1M, den Fritz seiner Mannschaft nach der Superpole am Morgen abgeliefert hatte.

Im Akkord zog Techniker Sepp Buchner gemeinsam mit Mechanikerin Michaela Ruff die alte Superstock-Yamaha aus dem Transporter und begann diese in Windeseile aufzubauen und mit den durch die vorangegangenen Seriensiege nötig gewordenen sechs Zusatzkilo an das Motorrad zu packen. Auch eine klare Ansage, es ja nicht zu übertreiben, liess Buchner seinem Schützling vor dem Start noch angedeihen.

Fritz hatte scheinbar gut zugehört, passte sich dem Tempo der Superstock-Yamaha an und hielt sich bei den Scharmützel an der Spitze raus und wurde Dritter. Vorne tat noch Lukas Trautmann seinen Teil dazu, in dem er den Lauf gewann und Florian Alt mit seinem zweiten Platz chancenlos in Sachen Titel war.

«Nach dem Morgen muss ich mich erst mal bei meinem Team für den Sturz in der Superpole entschuldigen», erklärte Fritz nach dem Titelgewinn. «Das Superstock-Moped war ich dieses Jahr nicht einmal gefahren. In der Auslaufrunde habe ich dann angefangen zu rechnen. Als ich das mit dem Titel kapiert hatte, bekam ich erst mal eine Gänsehaut. Ich begreif es noch immer nicht. Vor drei Jahren wollte keiner mehr was von mir wissen. Und jetzt steh ich hier. Mein Team hat mir soviel gegeben.»

Doch auch im Gefühlstaumel vergaß Fritz nicht, sich auch für die Zukunft in Stellung zu bringen. «Ich hoffe, es geht nächstes Jahr noch weiter nach oben», erklärt er. «Ich bedanke mich auch bei Yamaha und freue mich schon auf 2017.»

Im zweiten Rennen fehlte der neue Meister dann. Den Sonntag hatte man damit verbracht, die Elektronik vom Superbike an die Superstock Yamaha umzubauen. Nur um am Ende festzustellen, dass die ECU eine Macke hatte. Dafür soll in Hockenheim wieder alles frisch aufgebaut sein, damit Fritz beim Finale nochmals befreit auffahren kann.

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