Paul Tracy: Comeback beim Indy 500

Von Guido Quirmbach
Indy Car
Für Paul Tracy zählt beim Indy 500 nur der Sieg

Für Paul Tracy zählt beim Indy 500 nur der Sieg

Paul Tracy will in Indianapolis eine offene Rechnung begleichen

Er gilt als einer der Typen, die polarisieren. Die Einen mögen ihn, die Anderen hassen ihn, dazwischen geht nicht. Paul Tracy ist mittlerweile 40 und ohne festen Fahrersitz in der IRL. Was ihn nicht an grossen Sprüchen hindert: «Ich lag vor zwei Wochen auf der Couch und habe mir das desaströse Rennen von St. Pete angesehen und war mir sicher, ich könnte da sofort rausgehen und manch einen ins Staunen versetzen. Ich denke, ich kanns beurteilen, im letzten Jahr war ich in einer ähnlichen Situation, fuhr nur ein Rennen und war gleich in den Top 5»

Im Mai kann Tracy den Worten wieder Taten folgen lassen. Er startet beim Indy 500 für KV-Racing. 2002 startete er zuletzt dort und wurde um den Sieg betrogen. Er überholte kurz vor Ende just in dem Moment Helio Castroneves, als es hinter ihm einen Unfall gab. Zum dem Zeitpunkt, als das Gelblicht aufleuchtete, war Tracy vor Castroneves, was Videoaufnahmen eindeutig belegten. Dennoch wurde der Kanadier zurückgesetzt, das Rennen ging unter «Gelb» zu Ende und Castroneves zum Sieger erklärt.

Mit der festen Überzeugung, dass das Überholmanöver korrekt war, ging das Team vor Gericht: Allerdings veränderten die Richter im nachhinein die Regeln zu Gunsten von Castroneves. Es herrscht Überholverbot ab dem Unfall, nicht erst ab Gelblicht. Was natürlich Schwachsinn ist, denn kein Fahrer kann wissen, was gerade auf einem anderen Streckenteil passiert.

Der Hintergrund war ein anderer, Tracy startete damals bei den ChampCars und absolvierte nur den Saisonhöhepunkt der IRL, wie zu der damaligen Zeit üblich. Aber nach Montoya 2000, Castroneves 2001 (Penske wechselte erst 2002 in die IRL) wäre Tracy der dritte Gaststarter der ChampCars hintereinander gewesen, der in Indy gewinnt, was für die IRL eine Riesenblamage gewesen wäre. Dies wollte die IRL unbedingt verhindern. Paul Tracy fühlt sich heute noch immer als Sieger des Rennens, nach Ansicht aller Betrachter, die damals nicht der IRL angehörten, zu Recht!

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