Rückkehrer Sete Gibernau: «Bin eine andere Person»

Von Thomas Baujard
MotoE
Sete Gibernau (Mitte) mit Sito Pons (li.) in der Box

Sete Gibernau (Mitte) mit Sito Pons (li.) in der Box

«Ich war in der Vergangenheit, in der Gegenwart und jetzt bin ich in der Zukunft»: Im Interview spricht Sete Gibernau über seine Karriere und die neue Herausforderung im MotoE-Weltcup.

Sete Gibernau feiert am 15. Dezember seinen 46. Geburtstag. Zwölf Jahre nach seinem ersten Rücktritt und zehn Jahre nach seinem letzten Rennen in der Königsklasse kehrt der zweifache MotoGP-Vizeweltmeister 2019 in den Grand-Prix-Zirkus zurück. Grund dafür ist der neue MotoE-Weltcup, den er für Pons Racing auf dem Einheitsmotorrard Energica Ego Corsa bestreiten wird.

Beim Test in Jerez spulte der Spanier am Wochenende die ersten Runden als MotoE-Fahrer ab und erzählte danach, wie es überhaupt dazu gekommen war.

Wann hat deine Rennfahrerkarriere begonnen?

Meine Eltern ließen mich keine Rennen fahren, ich sollte auf die Universität gehen und den Bachelor in Betriebswirtschaftslehre machen. Deshalb habe ich spät angefangen, ich war 18. Mein erstes Rennen war ein 125er-Gilera-Cup in Spanien. Ich habe zwei Jahre lang studiert, aber dann im dritten Jahr abgebrochen.

Was ist deine beste Erinnerung an Jerez?

1999 mit der Honda, das war für mich eines meiner besten Rennen. Ich wurde Dritter, ich habe mich nach vorne gearbeitet, mit Regis Laconi auf Yamaha, mit Tadayuki Okada hatte ich mich in der ersten Kurve berührt. Ich habe bis auf den dritten Platz aufgeholt und mich auf die Jagd nach Max [Biaggi] und Alex [Criville] gemacht.

Was denkst du von den Energica-Bikes?

Es ist ein wirklich anderes Konzept, das meiner Meinung nach alle positiv überrascht hat. Ich glaube, sie haben einen guten Job gemacht. Das Werk und die Testfahrer mit Loris [Capirossi]. Es ist ein guter Start, aber das Schwierige wird sein, es noch besser zu machen.

Was wäre für dich ein gutes Ergebnis?

Ich habe mein bestes Ergebnis schon: Ich genieße es so, wie ich meine letzten Jahr nicht genossen habe. Das war mein Fehler. Dinge sind passiert, ich habe davon gelernt und bin hier, um das Ganze zu genießen. Ich wäre dumm, wenn ich es nicht tun würde. Nach 12 Jahren, in denen ich auf keiner Rennstrecke gefahren bin, zurückzukommen und zu glauben, ich könne diese Jungs schlagen, wäre dumm. Das kann nicht mein Ziel sein.

Ich bin nicht Sete, der mit den besten Fahrern der Welt um die Weltmeisterschaft kämpft. Das ist vorbei. Ich bin eine andere Person, ich bin Vater, ich hatte aufgehört, ich habe ein anderes Leben. Aber das Leben gibt mir die Chance, das Rennfahren wieder zu genießen.

Wie siehst du diese Klasse in fünf Jahren?

Das Beste ist, ich bin mittendrin, um es zu sehen. Ich wollte es sehen. Ich habe jeden Schritt in der höchsten Klasse des Motorsports durchlaufen: 500 ccm Zweizylinder-Zweitakt, dann Vierzylinder, Viertakt mit fünf und vier Zylindern, 1000 ccm, 800 ccm und nun Elektrik.

Das ist für mich sehr gut. Ich war in der Vergangenheit, in der Gegenwart und jetzt bin ich in der Zukunft. Deshalb genieße ich es so sehr. Wer hätte geglaubt, dass man mit 46 Jahren die Möglichkeit bekommt, wieder in einer Weltmeisterschaft zu fahren? Mit Kids wie Tuuli, das ist interessant.

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