Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Tom Lüthi: «Habe eine leichtere Aufgabe als Zarco»

Von Günther Wiesinger
Tom Lüthi

Tom Lüthi

Tom Lüthi (30) hat drei der letzten fünf Rennen gewonnen und dadurch den Rückstand auf WM-Leader Johann Zarco auf 22 Punkte verkürzt.

Der WM-Stand nach 16 von 18 Rennen: 1. Zarco 226 Punkte. 2. Lüthi 204. 3 Rins 201.

Tom Lüthi muss in Malaysia den Sieg anstreben, nur dann hat er wirklich die Gewissheit, die Titelentscheidung bis Valencia hinauszögern zu können und dort noch eine Titelchance vorzufinden.

Diese Aufgabe hört sich mühselig an, aber der Schweizer Kalex-Pilot aus dem Garage Plus Interwetten-Team hat die letzten zwei Rennen gewonnen – warum nicht auch hier in Sepang, wo er 2005 mit der 125er-Honda siegte und 2011 mit der Moto2-Suter.

Lüthi: «Wir haben diese drei Übersee-Rennen mit zwei Siegen begonnen, das ist brillant. Dadurch hat sich meine WM-Position völlig verändert... Aber für mich ist die Situation vielleicht sogar ein bisschen leichter als für Johann Zarco. Er muss kalkulieren, er muss abwägen, er muss nachdenken. Ich muss nur meine Form konservieren und wieder versuchen, um den Sieg zu fighten. Für mich gibt es kein Taktieren. Damit will ich sagen: Ich darf mich nicht von meiner Aufgabe ablenken lassen, das wäre falsch. Das wäre ein Fehler. Ich muss einfach meine Arbeit weiter so verrichten wie bei den letzten Rennen.»

Wie kam es bei Tom zu dieser Konstanz und zu diesen Erfolgen der letzten Wochen? Immerhin hat er in den ersten zehn Jahren in der Mittelgewichtsklasse nie vier WM-Rennen in einer Saison gewonnen. Jetzt hat es endlich geklappt.

Lüthi: «Das ist ein Ergebnis unserer Beständigkeit und aus der Arbeit, die ich erledige. Ich habe nach der Saison 2015 meinen Chefmechaniker ausgewechselt, das ist einer der wichtigsten Punkte. Es war ja nicht so, dass Alfred Willeke schlechte Arbeit geleistet hat, aber wir haben jetzt neue, frische Ideen. Die Zusammenarbeit mit Gilles Bigot klappt ausgezeichnet. Wir lernen eine vom anderen, wir lernen uns immer besser kennen. Das trägt zum Erfolg bei. Wir wachsen zusammen, wir steigern uns. Das soll so weitergehen bei den letzten zwei Rennen – und dann auch im nächsten Jahr.»

Lüthis erster Sepang-Sieg liegt elf Jahre zurück. Er kann es selbst kaum glauben.

«Ja, ich liebe Sepang, es ist fantastisch, hier Rennen zu fahren», bemerkte der Schweizer. «Ich sah kürzlich Bilder von meinem Sieg hier 2005. Lang, lang ist es her. Ich gewann damals gegen Mika Kallio. Ich war geschockt, als ich die alten Fotos sah... Ich mag diese Piste, der Asphalt ist neu, er ist ein Fragezeichen, auch die Streckenführung hat sich leicht geändert. Das ist eine neue Herausforderung, das gefällt mir.»

Übrigens: Die Superbikes fuhren nach dem Umbau drei Sekunden schneller als vorher, die Formel 1 sogar um 6,5 Sekunden.

Das Wetter macht Tom Lüthi keine großen Sorgen. «Wir kommen aus Phillip Island. Wir wissen, welche Blüten das Wetter dort getrieben hat... Jetzt kann uns nichts mehr überraschen.»

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