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Miguel Oliveira (KTM): Er kann endlich wieder lächeln

Von Günther Wiesinger
Sieger Miguel Oliveira

Sieger Miguel Oliveira

Miguel Oliveiras Freundin Andrea wurde bei einem Motorradunfall im August schwer verletzt. Deshalb sah man ihn zuletzt oft nachdenklich. Aber nach dem Sieg in Phillip Island strahlte er.

Eigentlich hätte Kalex in Phillip Island den 50. Sieg in der Moto2-Klasse in Serie gewinnen können. Den letzten Sieg eines Mitbewerbers haben wir 2015 in Austin/Texas erlebt – damals gewann Sam Lowes auf einer Speed-up.

Dann schien die Erfolgsserie in Misano unterbrochen, nach 46 Rennen, weil Domi Aegerter dort auf der Suter siegte.

Aber inzwischen ist dieser Erfolg eine Ölmanipulation im Kiefer-Team zum Opfer gefallen.

Kalex hoffte also auf den 50. Sieg in Serie.

Aber der Portugiese Miguel Oliveira, der seit dem Saisonstart 2017 mit der neuen Moto2-KTM einen Podestplatz nach dem andern erobert hat, zeigte sich in Phillip Island unwiderstehlich und siegte mit einem Vorsprung von 2,9 Sekunden vor seinem Red Bull-KTM-Teamkollegen Brad Binder, dem Moto3-Weltmeister 2016.

Teamchef Aki Ajo erinnerte sich beim Moto2-Debütsieg von KTM an ein anderes Schlüsselerlebnis. 2003 hat er beim Australien-GP als Teambesitzer seinen allerersten GP-Sieg gefeiert, damals in der 125-ccm-Klasse mit den Piloten Ballerini und Azuma. Und nur dank eines Tricks: Er ließ seinen Schützlingen im Regen einen 250er-Bridgestone-Vorderreifen aufs Hinterrad montieren.

Auch Marc-VDS-Teamprinzipal Michael Bartholemy war happy. «Wir haben dringend Punkte gebraucht. Und Franco Morbidelli hat heute den Vorsprung auf Tom Lüthi von 19 auf 29 Punkte vergrößert.»

Morbidelli hatte im Parc Fermé auch eine eindeutige Erklärung für seine Niederlage. «Die KTM waren auf den Geraden zu schnell», teilte er Bartholemy mit.

Miguel Oliveira war nach seinem ersten Moto2-GP-Sieg nicht aus dem Häuschen, er blieb recht gelassen und zurückhaltend, er zeigte keine überschäumende Freude, denn er hatte schlimme Wochen hinter sich, aber dazu erzählen wir später ein paar Einzelheiten.

«Ich habe besonders nach dem Freitag, als Nakagami so überlegen war, nicht mit einer Siegchance hier gerechnet. Nakagami hat den ersten Tag so schnell begonnen», gab Oliveira zu bedenken. «Er war der einzige Fahrer, der 1:33 min fahren konnte. Wir waren danach ein bisschen gestresst. Wir haben uns am ersten Tag hier nicht sehr konkurrenzfähig gefühlt. Doch seit Samstagvormittag war mein Gefühl deutlich besser. Ich konnte um die Pole fighten, ich hätte sie mir fast geschnappt. Ich hatte jedenfalls eine gute Rennpace. Das konnte ich unter Beweis stellen, als ich heute m Rennen allein an der Spitze lag.»

«Ich hatte im Kopf, dass ich eine Siegchance haben würde, wenn mir ein guter Start gelingt und ich in Führung gehen kann. Das ist zum Glück alles passiert. Ich habe während des gesamten Rennens keinen Fehler gemacht. Das war super für mich», schilderte Miguel.

Der Portugiese stimmt übrigens Morbidelli nicht zu, wenn dieser behauptet, die KTM seien auf den Geraden überlegen gewesen. Er lachte.

«Wir sind schnell, ja, das stimmt, aber wir haben unser komplettes Package im Moment wirklich gut in Schuss. Unsere Aerodynamik funktioniert gut, wir haben uns sehr stark mit diesem Bereich befasst. Aber wir haben eine Schwachstelle, fürchte ich, das ist die Motortemperatur. Denn man muss bei der Aerodynamik Kompromisse eingehen. Die Kühlung bei unserem Motorrad ist nicht einwandfrei. In Malaysia wird sich bei 40 Grad Außentemperatur zeigen, ob unsere Kühler ausreichend groß sind und ob unsere Verkleidung auch bei solchen Verhältnissen taugt.»

Der KTM-Pilot, Moto3-Vizeweltmeister auf KTM im Jahr 2015, hat privat ein paar schlimme Wochen hinter sich. «Ja, dieser Unfall... Meine Freundin Andrea ist am 19. August bei mir hinten auf dem Motorrad gesessen, als ich gestürzt bin. Sie hat einen mehrfachen Schädelbasisbruch erlitten. Aber sie ist inzwischen wieder völlig genesen. Das war ein großes Drama.»

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