Sam Lowes: Besuch beim Seelenklempner

Von Johannes Orasche
Moto2
Sam Lowes

Sam Lowes

Der ehemalige britische MotoGP-Pilot Sam Lowes zeigt auf der Moto2-KTM zumindest nach außen hin demonstrativ Geduld.

Die Ergebnisse von Sam Lowes in der Moto2-WM waren schon einmal deutlich besser, genauso wie seine Sprüche. Der kauzige Brite aus Lincolnshire erwartet mit seiner italienischen Lebensgefährtin Marina Rossi im Herbst das erste gemeinsame Kind. Auf der Rennstrecke läuft es im völlig umgekrempelten Team von Swiss Innovative Investors aber noch eher bescheiden. 28 Punkte aus den bisherigen acht Rennen bringen den einstigen Moto2-GP-Sieger in der Tabelle nur auf Rang 12, noch dazu knapp hinter seinem jungen spanischen Teamkollegen Iker Lecuona.

Lowes holte im April in Jerez de la Frontera mit Platz 8 das bisher beste Einzelresultat. Zuletzt ließ er mit den neunten Plätzen in Barcelona und Assen wieder ein wenig Konstanz aufblitzen. Der 27-jährige Golf-Freak wird nicht müde, seine Fortschritte zu beschwören. «Ich habe diese Ergebnisse gebraucht. Ich will nicht übermütig klingen und sagen, dass wir in Barcelona ein Podium verschenkt haben. Aber die Top-5 wären möglich gewesen, wenn ich nicht von so weit hinten losgefahren wäre.» Zur Erinnerung: Lowes fehlten in Barcelona im Ziel immerhin neun Sekunden auf Xavi Vierge (5.) aus dem Team Dynavolt Intact GP.

Der KTM-Pilot, der von Roger Burnett gemanagt wird und sich im Vorjahr vor seiner Entscheidung für das Team von Fred Corminboeuf auch beim Autor dieser Zeilen Informationen zur Teamstruktur eingeholt hat, verrät durchaus Erstaunliches: «Nach dem Rennen von Mugello war ich bei einem Sportpsychologen. Jetzt laufen die Dinge mental gesehen für mich besser. Er hat mich ein wenig runtergebracht und mich daran erinnert, dass ich eigentlich in einer ganz guten Position bin. Er meinte, dass ich die richtigen Dinge sage und dass es trotz der Probleme im Vorjahr jetzt ganz gut läuft.»

Lowes weiß: «Wir müssen rausfinden, warum wir zum Beispiel wie in Assen am Sonntag im Rennen einfach nicht das gleiche Fahrgefühl wie im Training haben. Auch wenn die Dinge nicht wirklich gut laufen, versuche jetzt einfach, die Fehler zu eliminieren. Ich bin stolz auf meine Fortschritte.»

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