Stefan Keckeisen (IntactGP): «Wollen unseren Anteil am Kuchen!»
IntactGP-Miteigentümer Stefan Keckeisen erklärt, welche Erwartungen er an die Zukunft mit Liberty Media hat und welche Rolle die Moto2 und Moto3 im MotoGP-Kosmos spielen.
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Die im Juni 2025 bestätigte Übernahme des MotoGP-Promoters Dorna durch Liberty Media hat bislang nur wenige sichtbare Veränderungen mit sich gebracht. Perspektivisch soll die MotoGP jedoch stärker in den Fokus rücken. In der Folge dürfte die Außenwirkung von Moto2 und Moto3 etwas abnehmen, so die verbreitete Einschätzung. Bei den Verantwortlichen der Teams in den kleineren Klassen besteht dennoch die Hoffnung, vom angestrebten Wachstum ebenfalls zu profitieren.
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Im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach äußerte sich IntactGP-Miteigentümer Stefan Keckeisen zur Situation und zeigte sich zuversichtlich: «Wir erwarten uns hier durchaus einiges. Die Moto2 und Moto3 waren für die MotoGP schon immer äußerst wichtige Klassen. Sie sind höher eingestuft als die Rennserien im Rahmenprogramm der Formel 1, ihre Wertigkeit war stets sehr hoch.» «Ich bin überzeugt, dass diese Klassen auch in Zukunft eine zentrale Rolle für die Dorna spielen werden. Das wurde uns auch bestätigt – die Zukunft von Moto2 und Moto3 ist gesichert», gab sich Keckeisen sehr optimistisch für die kommenden Jahre.
Stehen die kleineren Teams vor dem Aus? In den zurückliegenden Wochen und Monaten gab es viele Spekulationen, welche Schritte von Liberty Media geplant sind, um die MotoGP populärer zu machen. Eine Idee ist, das Fahrerlager zu vereinfachen, indem die Anzahl der Teams reduziert wird. Anstatt vieler kleiner Teams könnte es in Zukunft wenige große Teams geben, die dann in mindestens zwei Kategorien mit je zwei Fahrern vertreten sind. IntactGP ist aktuell in der Moto2 und Moto3 vertreten.
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«Seitens der Dorna gibt es klar den Wunsch, dass sich Teams so aufstellen wie wir – also sowohl in der Moto2 als auch in der Moto3 antreten. Das erleichtert der Dorna die Arbeit, weil es weniger Teams gibt und gleichzeitig die Qualität steigt. Auch für uns Teams bringt das Vorteile: Wir können uns besser präsentieren und sind breiter aufgestellt», nannte Keckeisen die Vorteile dieser Entwicklung.
Chance oder Risiko: Moto2 und Moto3 im Windschatten der MotoGP? «Liberty Media wird hervorragende Arbeit leisten», prophezeit Keckeisen. «Ich erwarte, dass das gesamte Produkt deutlich nach oben entwickelt wird. Wenn dieses Wachstum die MotoGP erfasst, profitieren davon automatisch auch Moto2 und Moto3.» «Wir wollen aber unseren Anteil am Kuchen – insbesondere im Marketingbereich», forderte Keckeisen und erklärte: «Für unsere Partner ist Sichtbarkeit entscheidend. Natürlich spielt die MotoGP in einer eigenen Liga, doch ich bin überzeugt, dass wir vom Gesamtwachstum spürbar profitieren werden.»
Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass sich die Rolle der MotoGP-Rahmenkategorien im Laufe der Jahre deutlich gewandelt hat. Früher traten Fahrer über viele Saisonen hinweg in den kleineren Klassen an und erarbeiteten sich – wie Max Biaggi, Angel Nieto oder Jorge Martinez – auch außerhalb der Königsklasse große Bekanntheit. Heute dienen Moto2 und Moto3 in erster Linie der Sichtung und Entwicklung neuer Talente. Die logische Folge: Ikonische Publikumslieblinge sind seltener geworden, und die Fans können sich mit den Fahrern der kleinen Klassen weniger stark identifizieren – auch wenn die Rennen sportlich oft äußerst spannend sind.
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