Exklusive Einblicke bei IntactGP: Warum gibt es kaum deutsche Rennteams?
Außerhalb des Sachsenrings ist die Motorrad-WM in Deutschland ein Nischenthema. IntactGP-Miteigentümer Stefan Keckeisen spricht exklusiv über Sponsoren und Herausforderungen.
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Die MotoGP am Sachsenring zieht jedes Jahr mehr als 200.000 Fans an, doch außerhalb dieser Veranstaltung ist der Motorradsport in Deutschland kaum präsent. Deutsche Fahrer sind Fehlanzeige, IntactGP ist das einzige verbliebene Teams aus Deutschland.
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Miteigentümer Stefan Keckeisen beschreibt die Lage nüchtern: «Natürlich ist der Motorradsport in Deutschland nicht so populär wie in Spanien oder Italien – das ist einfach eine Tatsache. Sportlich steht hierzulande der Fußball im Mittelpunkt. Dennoch bin ich überzeugt, dass auch in Deutschland Interesse vorhanden ist.»
Während früher selbst die Mainstream-Medien regelmäßig über deutsche Fahrer und Teams berichteten, sind Meldungen über den Motorradsport heute rar. IntactGP gilt deshalb als Exot in der Motorrad-WM: das einzige verbliebene deutsche Team.
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Andere Teams wie PrüstelGP (vorher Racing Team Germany) oder Kiefer Racing sind aus der WM verschwunden. Auch in der Superbike-WM dominieren die Teams aus Spanien und Italien, lediglich MGM-Ducati vertritt Deutschland im Fahrerlager der seriennahen Meisterschaft.
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Großer und breiter Pool an Sponsoren ist die Grundlage Stefan Keckeisen kennt die Herausforderungen und betont im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach die Bedeutung eines stabilen Sponsorenpools: «Wir sind sehr gut aufgestellt, weil wir äußerst aktiv arbeiten und großen Wert auf langfristige Partnerschaften legen. Trotzdem müssen wir ein erhebliches Budget stemmen.»
Für den Erfolg in der WM sei ein ausgewogener Mix entscheidend: «Es reicht nicht, ein oder zwei große Sponsoren zu haben. Um ein solches Projekt am Leben zu halten, braucht es zusätzlich viele mittelgroße und zahlreiche kleinere Partner. Für Teams ohne dieses gewachsene Netzwerk ist das eine große Herausforderung.»
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Der Weg von IntactGP war kein Sprint: «Wir haben vor 13 Jahren ganz klein mit einem Fahrer begonnen und das Projekt kontinuierlich entwickelt. Ein Quereinstieg mit einem neuen Team ist heute kaum möglich, da es praktisch keine freien Startplätze gibt.» Was sich Stefan Keckeisen wünscht Auch in Hinblick auf die Zukunft der Motorrad-WM ist Keckeisen realistisch. Die Dorna wünscht sich Teams, die in mindestens zwei Klassen antreten – kleine Teams könnten verschwinden. «Für uns entsteht eine gewisse Qualität, wenn man sich in Zukunft auf Teams konzentriert, die in der Moto2 und in der Moto3 antreten. Für die Dorna bedeutet das weniger Platzbedarf und weniger Paddock-Pässe. Im Gegenzug könnten wir mehr Pässe erhalten, was uns wiederum ermöglicht, zusätzliche Sponsoren zu gewinnen.»
Als einziges deutsches Team spürt IntactGP die Unterstützung des WM-Promoters: «Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Dorna uns als deutsches Team gepusht hat. Da muss ich eine Lanze für die Dorna und die Ezpeletas brechen. Sie haben immer geschaut, dass wir dabei sind. Wir genießen den vollen Rückhalt. Wir erhielten Unterstützung, als wir unser Team von einem auf zwei Fahrer vergrößert haben.»
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Keckeisen bleibt pragmatisch: «Wir benötigen nicht zwingend mehr finanzielle Mittel von der Dorna. Entscheidend ist für uns, unseren bestehenden Sponsoren mehr Mehrwert bieten zu können, damit sie ihr Engagement fortsetzen und idealerweise sogar ausbauen.» Die Rennsaison 2025 war die bisher erfolgreichste für das IntactGP-Team. In der Moto2 führte Manuel Gonzalez die Fahrerwertung lange Zeit an und wurde schlussendlich Vizemeister. Senna Agius schloss das Jahr als WM-Zehnter ab. IntactGP landete damit in der Teamwertung auf dem zweiten Platz. Und auch in der Moto3-WM hatte das Team viel Grund zur Freude: David Munoz gewann drei Rennen und wurde trotz Verletzung starker WM-Fünfter.
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