Alex Baumgärtel (Kalex): Die Erfolgsserie geht weiter

Von Günther Wiesinger
Moto2

Kalex gewann in Jerez den 100. Moto2-WM-Lauf dank Lorenzo Baldassarri. Geschäftsführer Alex Baumgärtel blickt auf die Situation 2019, freut sich über starke Fahrer und unterschätzt die Konkurrenz nicht.

Als die Moto2-WM 2010 in ihre erste Saison ging, vertraute nur der spanische Teambesitzer und zweifache 250-ccm-Weltmeister Sito Pons auf die Rennmotorräder von Kalex engineering aus Bobingen/D. Die Kalex-Firmenchef Alex Baumgärtel und Klaus Hirsekorn kamen aus der Autobranche und hatten in Bobingen für Holzer Motorsport gearbeitet. Firmenchef Günter Holzer half dann bei der Finanzierung des Start-ups Kalex (der Firmenname setzt sich aus den Vornamen Klaus und Alex zusammen) und stellte auf seinem Firmengelände ein Areal für den neuen Rennmaschinenhersteller zur Verfügung.

Der Rest ist bekannt. In Jerez gewann Kalex das 100. Moto2-WM-Rennen. Und das Flexbow-HP 40-Team von Sito Pons sorfte nicht nur für diesen Triumph, es brachte mit Augusto Fernandez auch noch einen zweiten Kalex-Fahrer auf das Podest. Übrigens: Den ersten Kalex-GP-Sieg am 20. März 2011 in Doha/Katar stellte Stefan Bradl sicher.

Inzwischen hat Kalex sieben Moto2-Fahrer-WM-Titel gewonnen, die letzten sechs hintereinander. Und auch die Marken-WM wurde seit 2014 sechsmal in Serie nach Bobingen geholt. Kalex rüstet 2019 nicht weniger als 16 von 31 WM-Piloten aus, KTM tritt mit neun Fahrern an, Speed-up mit zwei, NTS mit zwei, MV Agusta mit zwei.

Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com spricht Kalex-Geschäftsführer Alex Baumgärtel über die WM-Favoriten, über Speed-up (schon zwei Podestplätze 2019 durch Navarro) und KTM. «KTM wird bald wieder konkurrenzfähig sien. Da habe ich keinen Zweifel», sagt er.

Alex, welche Fahrer überraschen dich in der Moto2-WM 2019?

Lorenzo Baldassarri. Er hat während der Tests eigentlich nichts gezeigt, und bei den Rennen ist er da. Das war ein bisschen schon 2018 so. Er hat jetzt drei von vier Rennen gewonnen und ist wieder WM-Leader.

Von Tom Lüthi bin ich nicht überrascht, aber was er zeigt, ist positiv. Sam Lowes ist schnell. Aber jetzt ist er in Jerez leider wieder gestürzt...

Marcel Schrötter: Keine Überraschung. Er setzt fort, was er sich letztes Jahr erarbeitet hat.

Alex Márquez: Ihm fehlt nur ein ganz kleiner Schritt, dann ist er wieder voll vorne mit dabei.

Xavi Vierge: Er hat schon alles Pech verbraucht, was einem für eine Saison zur Verfügung steht. Ich hoffe dass er bald «frei» fahren kann. Platz 6 in Jerez war ein Lichtblick.

Augusto Fernandez: Er hat schon 2018 sein Talent gezeigt und jetzt schon mit dem Umstieg auf die Triumph-Motoren diesen Eindruck verstärkt. Er musste wegen seiner Verletzung auf Texas verzichten, führte in Jerez im Rennen und wurde Dritter. Stark.

Bo Bendsneyder: Er fährt gut!

Eine Top-Entwicklung zeigt natürlich Remy Gardner. Wir haben ja schon einmal in früheren Jahren mit ihm zusammengearbeitet. Jetzt weiß er, was er will und kann.

Jorge Navarro zeigt Top-Leistungen auf der Speed-up – jetz auf Platz 2 in Jerez.

Jorge Martin: Hatte nur Pech bisher, ist aber schnell.

Brad Binder: Tut sich schwerer als gedacht.

Bulega und Bastianini: Beide lernen schnell. Da kann noch etwas kommen.

Warum tun sich die Rookies in der Moto2-WM 2019 relativ schwer?

Das hat nicht mit dieser Saison 2019 zu tun. Die Moto2 ist an sich schwer. Die Zeitenabstände sind so eng, eine Zehntelsekunde macht den Unterschied. Moto3-Aufsteiger haben nicht selten mit «arm pump» zu kämpfen, weil es doch ein schwereres und stärkeres Motorrad ist.

Aber auch mit der Moto2 muss man locker fahren, um schnell zu sein. Die einen gewöhnen sich schneller an die neue Klasse, die anderen brauchen länger oder schaffen es gar nicht.

Und viel Zeit, das alles umzusetzen, hat man in diesem Sport nicht. Ausser man hat viel Geld.

Dein Tipp für den WM-Stand am Jahresende – und die Begründungen.

Ich kann keinen Tipp abgeben. Die Meisterschaft steht erst am Anfang. Das Projekt mit den Triumph-Motoren steht am Anfang. Die Teams werden alle noch dazulernen.

Wir bekamen jetzt in Jerez die neue Reifen-Generation. Es gibt so viele starke Fahrer. All das wird sich noch im Laufe der Saison entwickeln.

Aber ich hoffe natürlich, dass der Weltmeister auf einer Kalex sitzt.

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