Intact-GP-Teamchef Lingg: Was das Beste am Mini-Moto2-Test in Portimao war
Der Plan einer intensiven ersten Saisonvorbereitung fiel ins Wasser. Trotz einer Minimalausbeute an Erkenntnissen fand Intact-Chef Jürgen Lingg noch positive Worte zur Reise nach Portugal.
Bereits Anfang der Woche hatte die Moto3-Einheit von Liqui Moly Dynavolt Intact in Portugal unter den sehr schlechten Testbedingungen auf der Rennstrecke von Portimao gelitten. Wie auf SPEEDWEEK.com berichtet, nutzte Neuzugang David Almansa die Veranstaltung vor allem zur weiteren Akklimatisierung mit der Mannschaft und David Munoz konnte nach seiner langen Verletzungspause immerhin einen kurzen Funktionstest abspulen.
An den beiden Tagen der Moto2 sah es dann lange gleich schlecht aus. Die ersten anderthalb Tage zeigte sich das Autodromo unverändert unter Wasser. Nur wenige Piloten nutzten Tag 1 für eine Erprobung, darunter aber auch Intact-Ass Manuel Gonzalez. Trotz rutschiger Piste und entsprechender hoher Sturzgefahr gehörte der Vizeweltmeister zu den fleißigen Testern Jürgen Lingg: »Es war alles andere als ein Zeitvertreib. Es ging darum, dass Manu wieder mehr Vertrauen auf nasser Strecke findet. Das war zuletzt nicht das Beste – aber die Runden hier haben geholfen. Es lief reibungslos. Er hat keine Fehler gemacht, das Bike hat funktioniert und so ist das richtige Gefühl beim Fahren gekommen.»
Pause hatte dagegen lange Aussie Senna Agius. Jürgen Lingg trocken: «Senna haben wir bewusst nicht im Nassen rausgeschickt. Sein Ziel war ein anderes.»
Welches, das zeigte sich am Mittag des zweiten Tages. Als die Strecke nahezu komplett abgetrocknet war, war der zweifache Moto2-Sieger flink ganz bei der Sache. In einer Stunde spulte Agius eine komplette GP-Distanz ab, kam dabei auf die drittbeste Zeit und entging vor allem auch dem Sturzdilemma, das Deniz Öncü mit einem Crash und späterem Ölverlust ausgelöst hatte.
Sehr vergleichbar der Auftritt des Vizeweltmeisters. Nur war Gonzalez noch schneller auf Speed. Schon nach einer Handvoll Umläufe war die Nummer 18 ganz oben auf den Monitoren aufgetaucht. Gonzalez steigerte sich weiter, drückte die Bestzeit auf 1:42,4 min und blieb auf der kühlen Piste damit gut eine Sekunde über der Portimao-Referenzzeit (1:41,1 min).
Als die beiden Bikes nach dem Abbruch der Session unversehrt in der Box standen, berichtete der Teamchef weiter: «Ich bin doppelt froh. Erstmal, dass beide wieder hier sind, und dann war es richtig gut zu sehen, dass Manu und Senna das nur kleine Zeitfenster so genutzt haben. Es war erstaunlich, sie waren beide sofort da. Die Zeit von Manuel ist ein echtes Ausrufezeichen.»
Jürgen Lingg weiter: «Natürlich ist es schade, dass wir am Ende nur eine Stunde hatten, aber immerhin haben wir gesehen, dass sowohl die Piloten gut drauf sind als auch dass die neuen Motorräder funktionieren. Zwar sind wir noch nicht in der letzten Spezifikation der Verkleidung gefahren, doch es war bereits das neue Heck im Einsatz. Die Sitzposition ist dadurch schon eine andere. Aber beide Piloten kamen mit der geänderten Ergonomie gut klar und hatten schnell Vertrauen ins Bike.»
Der Test wurde dann gut 90 Minuten vor Ende des offiziellen Zeitfensters für beendet erklärt. Wäre eine Wiederaufnahme nicht mehr möglich gewesen? Jürgen Lingg verneint: «Es hat keinen Sinn gemacht. Die Strecke war so verschmutzt, und zwar von Kurve 5 bis zurück zur Boxeneinfahrt. Man war nicht in der Lage, wieder akzeptable Bedingungen herzustellen. Teamchef-Kollege Aoyama ist als Vertreter der Teams draußen zur Besichtigung gewesen. Danach fiel die Entscheidung, nicht mehr zu fahren. Wir packen ein – und fahren nach Jerez.»
Bereits ab dem 14. Februar gehen in Andalusien zunächst wieder die Moto3-Renner auf den Kurs. Bei dann hoffentlich besseren Bedingungen folgen ab dem 16. die Moto2-Akteure.
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Manuel Gonzalez
Kalex
1:42,427 min
2.
Izan Guevara
Boscoscuro
+0,465 sec
3.
Senna Agius
Kalex
+0,809
4.
Barry Baltus
Kalex
+0,931
5.
Collin Veijer
Kalex
+0,960
6.
Celestino Vietti
Boscoscuro
+0,986
7.
Zonta van den Goorbergh
Kalex
+1,019
8.
Tony Arbolino
Kalex
+1,181
9.
Alex Escrig
Kalex
+1,220
9.
Filip Salac
Boscoscuro
+1,263
9.
Ivan Ortola
Kalex
+1,326
9.
Aron Canet
Boscoscuro
+1,480
9.
Jorge Navarro
Forward
+1,488
9.
Adrian Huertas
Kalex
+1,535
9.
Ayumu Sasaki
Kalex
+1,592
16.
Sergio Garcia
Kalex
+1,853
17.
Alonso Lopez
Kalex
+1,934
18.
Daniel Munou
Kalex
+2,006
19.
Alberto Ferrandez
Boscoscuro
+2,056
20.
Mario Aji
Kalex
+2,121
21.
Deniz Öncü
Boscoscuro
+2,135
22.
Joe Roberts
Kalex
+2,572
23.
David Alonso
Kalex
+2,817
24.
Angel Piqueras
Kalex
+3,621
25.
Luca Lunetta
Boscoscuro
+3,890
26.
Taiyo Furusato
Kalex
+4,401
27.
Jose Antonio Rueda
Kalex
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