Geldverbrennung? Reifen diktieren Chassis-Entwicklung

Von Ivo Schützbach
Nach dem Spielberg-GP testeten die Moto2-Teams Dynavolt Intact und Marc VDS Kalex-Material für 2020. Konstrukteur Alex Baumgärtel erklärt, weshalb die Entwicklung niemals aufhört.

«Das ist nicht das Chassis für nächstes Jahr, sondern die erste Entwicklungsstufe», meinte Alex Baumgärtel, einer der beiden Eigentümer von Kalex Engineering, SPEEDWEEK.com nach dem Spielberg-Test. «Möglicherweise kommt bis zum nächstjährigen Chassis zwischendrin noch eine Entwicklungsstufe. Wir müssen immer weiterarbeiten, weil wir das Chassis immer an die Reifen anpassen. Unsere bisherigen Entwicklungsstufen wurden für die alte Reifengeneration gemacht. Seit Jerez gibt es einen neuen Hinterreifen mit größerem Durchmesser, für den Test in Spielberg gab es einen neuen Vorderreifen in anderer Dimension. Wann der für die Rennen kommt, wissen wir nicht.»

Ist das nicht Geldverbrennung für nichts? «Es ist eine schwierige Situation», hielt Baumgärtel fest. «Dunlop muss verstehen, wie man in der Kombination mit dem Hinterreifen den Vorderreifen anpassen kann. Das war bislang nicht harmonisch: Alte Generation Vorderreifen mit neuer Generation Hinterreifen.»

Das führt dazu, dass es trotz Einheitsreifen nie technischen Stillstand bei den Chassis’ gibt. «Das macht das Spiel interessant, anstrengend, gut und schlecht – das kommt immer darauf an, von welcher Seite du es anschaust. Ich würde aber auch versuchen etwas Neues zu machen, wenn es bei der gleichen Reifengeneration bliebe. Man sollte das Thema aber nicht überreizen.»

Kalex rüstet derzeit 17 Fahrer in der Moto2-Weltmeisterschaft aus. Kommt ein neues Chassis auf den Markt, dauert es acht bis zehn Wochen, bis der Hersteller aus Bobingen alle Teams ausrüsten kann. «Die letzten Jahre stiegen dann jeweils zwei Drittel gleich um und es hat auch immer gepasst», erzählte Baumgärtel. «Wenn wir während der Saison etwas Neues bringen, steigen die meisten um. Es sind fast alle immer auf dem neuesten Stand. Mit unserer Testarbeit, und den Informationen, die wir von den Teams kriegen, kann man mit 90-prozentiger Sicherheit sagen, dass es für alle ein Vorteil ist.»

Beruhen deine Entwicklungsschritte mehr auf den Aussagen der Fahrer oder den aufgezeichneten Daten? «Manchmal merkt der Fahrer etwas nicht, aber man sieht es an der Rundenzeit», bemerkte der Schwabe. «Und Rundenzeit lügt nicht. Wir machen alle Tests aufeinanderfolgend, die Fahrer haben immer zwei Motorräder. Dann wird mit dem gleichen Reifensatz gefahren.»

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