Lukas Trautmann: «Am liebsten in die Moto2-WM»

Von Günther Wiesinger
Moto2
Jerez 2013: Philipp Öttl besucht Rookie Lukas Trautmann

Jerez 2013: Philipp Öttl besucht Rookie Lukas Trautmann

Lukas Trautmann (17) könnte der erste österreichische GP-Pilot seit Michael Ranseder werden. Der Red-Bull-Rookie hat FGR und IAMT getestet.

Der 17jährige Salzburger Lukas Trautmann wurde von der FIM nach dem Zwischenfall im ersten Red- Bull-Rookies-Cup-Rennen in Jerez für drei Läufe gesperrt. Er hatte durch Zick-Zack-Fahren unmittelbar nach dem Start den Australier Olly Simpson neben die Strecke befördert, der Unfall sah schlimm aus.

Trautmann durfte danach das zweite Rennen in Jerez und die beiden Rennen in Assen nicht fahren. Jetzt kehr er auf dem Sachsenring wieder in die Rookies-Gemeinde zurück – mit sichtlicher Vorfreude. Er will nächstes Jahr in die WM – am liebsten gleich in die Moto2. Seit Michael Ranseder gab es keinen Österreicher mehr im GP-Sport. «Ransomat» fuhr zuletzt 2010 einige Rennen neben Bradl im Kiefer-Moto2-Team.

Lukas, wie hast du zum Beispiel das Assen-Wochenende Ende Juni erlebt, als deine Kollegen zwei Rennen bestritten haben? Hast du dich trotzdem für die Ergebnisse interessiert?

Man ärgert sich, weil man nicht mitfahren darf, aber man muss so eine Sperre akzeptieren. Es ist von Vorteil, wenn man so etwas ausblenden kann.

Ich habe andere Möglichkeiten genützt und die Moto2 von IAMT getestet. Und vorige Woche habe ich noch die Moto3 von FGR in Tschechien getestet, mit der Iwema 2012 die WM gefahren ist.

Wo war der Moto2-Test?

Im Rahmen der CEMC in Oschersleben, das ist die neue zentraleuropäische Rennserie von Abraham. Ich bin zwei Tage gefahren, die Zeiten waren relativ okay, ich bin auf Anhieb gut zurecht gekommen. Das ist ein Top-Bike, ich bin in dem IAMT-Team von Mike Strobel gefahren. Ich bin das Rennen auch gefahren; meine beste Rundenzeit lag 0,5 Sekunden hinter der von Sieger Jesko Raffin, der auch schon in der Spansichen Moto2-Meisterschaft gewonnen hat und der schon seit eineinhalb Jahren auf diesem Bock sitzt. Ich war ein Neuling.

Jetzt trittst du nach mehr als zwei Monaten wieder im Rookies-Cup an. Was hast du dir vorgenommen?

Das vorige Jahr war natürlich hier für mich super, mit dem vierten Platz auf Regenreifen im Trockenen. Und dann mit dem Sieg, das war schon richtig, richtig cool. Das ist schon die Motivation, mit der man herkommt, dass man weiss, man kann es.

Jetzt werden wir schauen, was geht, ob wir das Motorrad richtig einstellen können, damit es wieder so funktioniert wie im Vorjahr, wo ich hier eigentlich gut zurecht gekommen bin.

Ich habe mal gelesen, dass dein Papa rund 600.000 Euro in deine Karriere investiert hat?

Ja, wir haben das eigentlich immer auf einem sehr professionellen Level gemacht, schon im Motocross und im Supermoto. Und das Geld ist leider immer ein Faktor, den man nicht wegdiskutieren kann.

Hat dein Papa eine Firma?

Ja, aber die hat er verkauft, wir konzentrieren uns jetzt ganz aufs Rennfahren und schauen, dass wir das über Sponsoren voll finanzieren können, weil für 2013 das Budget schon extrem verbraucht ist. Mit dem Rookies-Cup haben wir eine preiswerte Variante gefunden, um im Zuge der MotoGP mitfahren zu können. Das ist so ziemlich das Beste.

Wie viel Geld brauchst du im Rookies-Cup?

Ja, für Reisekosten und Hotels 15.000 bis 20.000 Euro. Für das Übersee-Rennen in Texas haben wir einen Zuschuss von Red Bull bekommen, weil das relativ weit ist.

Du bist 178 cm gross und 70 kg schwer. Willst du deshalb 2014 lieber gleich die Moto2-WM fahren?

Ich bin 10 kg schwerer als die meistens Konkurrenten in der Moto3. Florian Alt wiegt zum Beispiel 60 kg. Dieses Gewicht kann man nicht wegdiskutieren. Die Gene sind einfach nicht da. Wenn du massiger gebaut bist, dann ist Moto3 schwierig. Deshalb wäre mir die Moto2-WM lieber.

Aber dann brauchst du eine halbe Million Euro Mitgift. In der Moto3 die Hälfte.

Ja, wenn du die Moto2 auf einem anständigen Level machst, ob es die Spanische Meisterschaft oder die WM ist, das ist einfach richtig teuer. Jetzt sind wir halt auf jeden Sponsor und Gönner angewiesen, der uns das irgendwie ermöglicht.

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