Mugello-GP: Ein Klassiker, trotz gewisser Hindernisse

Kolumne von Günther Wiesinger
Moto2
Der Motorrad-GP in Mugello hat seine Reize. Die Strecke ist sehenswert, das Essen in der Toskana ein Genuss, auch die Qualität der Staus lässt nichts zu wünschen übrig.

Naja, das war ja schon einmal ein untrügliches Signal. Als ich am Flughafen Florenz meinen Leihwagen abholte, um zum Mugello-GP aufzubrechen, stand er auf Parkplatz Nr. 46.

Und es handelte sich um einen Opel Adam. Valentino Rossi ist Botschafter für dieses Marke – und genau für diesen Typ, der eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlt.

Die Hügel der Toskana stürmte ich mit diesem Gefährt ein bisschen behäbiger als sonst. Die Adam-Motoren fangen bei 1,2-Liter-Vierzylindern mit 71 PS an. Dafür verbrauchte das Fahrzeug wohl nur 5 Liter; bei Spritpreisen von Euro 1.73 ist das heute in Italien wohl wichtiger als ein paar PS mehr.

Autodromo del Mugello.

Da werden Erinnerungen wach.

Wann war ich zum ersten Mal dort? 1976?

Als das 500-ccm-Rennen noch 29 Runden dauerte und erst nach einer Stunde und zweieinhalb Minuten Minuten zu Ende war. Nach 152,1 km lag Barry Sheene als Zweiter nur 0,1 sec von Phil Read, beide auf Suzuki.

Zwei Tote gab es an diesem Tag in Mugello zu beklagen. Otello Buscherini und Paolo Tordi.

Zum 29. Mal wurde jetzt ein WM-Lauf in Mugello ausgetragen. Die Berg-und-Tal-Bahn in den Hügeln der Toskana ist ein Klassiker geworden.

Zehntausende Besucher strömten wieder in die einst so verlassene Gegend nach Barberino, Scarperia, Borgo San Lorenzo und San Piere a Sieve, 40 Minuten von Florenz entfernt. Dank der Rennstrecke begann in den letzten 20 Jahren die Gastronomie zu florieren, es entstanden etliche neue Hotels, immer mehr Rennserien machen in Mugello Station.

Der Streckenverlauf ist seit 1976 unverändert geblieben, die Streckenlänge auch, nur die Sicherheit ist immer wieder verbessert worden.

Valentino Rossi gewann von 2002 bis inklusive 2008 sieben MotoGP-Rennen in Serie. 2005 fuhren mit Rossi, Biaggi, Capirossi und Melandri vier Italiener auf die ersten vier Plätze.

Die Verkehrsstaus nach dem Rennen wurden immer voluminöser.
Am Sonntagmorgen ist frühes Aufstehen ratsam. Nur wer sein Quartier um 6.30 Uhr verlässt, kommt halbwegs ungeschoren ins Fahrerlager.

Denn Tausende Fans reisen mit ihren Autos nach Mitternacht oder im Morgengrauen an, parken dann irgendwo am Fahrbahnrand, am liebsten nur 1 km von der Rennstrecke entfernt, Aufpasser sind kaum zu sehen, die ersten Autos werden auf Böschungen geparkt, dann parken die später Kommenden zwei Reihen parallel zu, irgendwann bleibt nur noch eine schmale Gasse für jene Autos frei, die ins Fahrerlager dürfen. Die Gasse wird aber von Tausenden Fussgängern blockiert, die ihr halben Hausrat mitschleppen. Klappstühle, Tische und riesige Kühltaschen, die sich nur zu zweit transportieren lassen. Das bedeutet: Strassensperre.

Am Nachmittag nach dem Rennens muss man für die 20 Minuten von der Strecke zur Autobahn drei bis vier Stunden einrechnen.
Flutversuche über die Berge Richtung Imola oder den Passo di Futa Richtung Bologna werden oft im Keim erstickt, weil Dutzende Motorhomes im Schneckentempo die schmalen Strassen blockieren.

Dramatisch gebessert hat sich die Verkehrssituation in den letzten Jahren nicht. Vor 20 Uhr hat ein Verlassen der Rennstrecke noch heute wenig Sinn, es sei denn, man sprintet sofort nach der Zieldurchfahrt des MotoGP-Rennens zu seinem Fahrzeug.

Die Tifosi tragen es mit Fassung. Sie genehmigen sich in ihren Motorhomes an der Strecke noch ein Abendessen oder rollen um 18 Uhr in eine umliegende Ortschaft in ein Ristorante oder eine Trattoria, ab 21 Uhr gelangt man nachher problemlos Richtung Autobahnauffahrt Barberino.

Immerhin: Seit 1976 hat sich die Anzahl der Ticketautomaten für die Autostrada-Zahlscheine bei der Auffahrt in Barbera dramatisch vermehrt.

Von einen auf drei.

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