WP Suspension: Siegeszug in der Moto2-WM 2015

Von Günther Wiesinger
Moto2
Johann Zarco beim Moto2-Test in Valencia vor zwei Wochen: 14 Podestplätze auf Kalex mit WP

Johann Zarco beim Moto2-Test in Valencia vor zwei Wochen: 14 Podestplätze auf Kalex mit WP

Die Moto2-WM 2015 wurde zu einem Triumph für WP Suspension. 14 von 18 Rennen wurden gewonnen, 38 von 54 Podestplätzen sichergestellt, fünf Fahrer in der WM unter die Top-6 gebracht.

In der Moto2-Weltmeisterschaft fand 2015 nicht nur ein erbitterter Wettstreit der Chassis-Hersteller Kalex, Suter, Speed-up und Tech3-Mistral 610 statt,

Auch die Konkurrenz zwischen den beiden Suspension-Erzeugern Öhlins (Schweden) und WP Suspension (Österreich) trat in eine neue Phase. WP (als White Power in den Niederlanden entstanden) gehört seit 2008 zum Unternehmen WP Group und zum Konzern WP Performance Systems, der Teil der österreichischen Cross Motorsport Systems AG ist, einem Tochterunternehmen der Cross Industries AG, zu der auch die KTM Power Sports AG gehört.

Jahrelang genoss Öhlins in der Moto2-Kategorie ein Quasi-Monopol. Nur Kayaba unternahm manchmal zaghafte Versuche, in dieser WM-Klasse Fuss zu fassen – 2011 und 2012 mit Randy Krummenacher und 2015 im Sommer ein paar Wochen lang mit dem Tech3-Team inklusive Marcel Schrötter.

Auch Showa war manchmal in der Moto2-WM zu sehen, zum Beispiel auf Initiative des Pro-Ride-Teams von Marco Nicotari in der Saison 2011 mit FTR-Pilot Max Neukirchner im MZ-Team. Und auch im November 2015 wurden wieder Showa-Elemente für die Moto2-WM getestet – zum Beispiel von AGR-Kalex-Pilot Axel Pons.

Die österreichische Firma WP Suspension hat jedoch nach den zwei Titelgewinnen in der Moto3-WM 2012 und 2013 durch Cortese und Vinales bereits in der Saison 2014 auch in der Moto2-Weltmeisterschaft ihre Konkurenzfähigkeit unter Beweis gestellt und damals die Teams Technomag (Domi Aegerter, Robin Mulhauser) und Caterham-AirAsia (Johann Zarco, Josh Herrin, für ihn später Rattapark Wilairot) ausgerüstet, ab Mugello 2014 auch AGR mit Jonas Folger und Axel Pons.

Für die Saison 2015 haben sich nach den Winter-Testfahrten weitere Teams für WP Suspension (die Marke gehört zum KTM-Konzern) entschieden: Ajo Motorsport mit Johann Zarco, Paginas Amararillas GP 40 Pons mit Salom und Rins, QMMF mit Anthony West (später ersetzt durch Kallio) und Julián Simón, Speed-up mit Sam Lowes sowie Hafizh Syahrin vom Team Petronas Raceline Malaysia.

Übrigens: Alex Rins und Luis Salom kannten das WP-Material aus ihrer siegreichen 2013-Saison mit KTM in der Moto3, als sie Vizeweltmeister und WM-Dritter wurden.

Dazu blieb das Schweizer Teams Technomag-Interwetten mit Domi Aegerter (er sorgte 2014 für den ersten Moto2-GP-Sieg von WP auf dem Sachsenring) und Robin Mulhauser bei WP, der neue Derendinger-Interwetten-Stall mit Neuzugang Tom Lüthi kam dazu, ausserdem blieb das spanische AGR-Team mit Jonas Folger und Axel Pons. AGR und Jonas Folger hatten im November 2014 auch Showa getestet, sich aber dann wieder für WP entschieden.

Das Marc VDS-Team testete im Winter 2014/2015 ebenfalls WP, blieb aber mit Tito Rabat und Alex Marquez bei Öhlins.

Der Durchbruch in der Moto2-Saison 2015

Der Katar-GP 2015 entpuppte sich als Durchbruch für WP: Sieger Jonas Folger, Pole-Position-Inhaber Sam Lowes, der rundenlange Leader Johann Zarco und Tom Lüthi (Platz 3 im Rennen) demonstrierten die Konkurrenzfähigkeit von WP.

Die Moto2-WM-Bilanz von WP Suspension nach der Saison 2015 konnte sich sehen lassen. Mit Zarco, Rins, Lowes, Lüthi und Folger vertrauten fünf aus den Top-6-der WM-Endabrechnung auf WP. Dazu räumten die WP-Fahrer 14 von 18 Siegen ab: Zarco (8), Rins 2, Folger 2, Lüthi 1, Lowes 1. Für Öhlins siegten Rabat (3x) und Siméon (1x).

Von 54 möglichen Podestplätzen eroberte WP Suspension in der abgelaufenen Moto2-WM-Saison nicht weniger als 38: Zarco 14, Rins 10, Lüthi 4, Lowes 5. Folger 4, Aegerter 1.

Eigentlich sollte das Dynavolt-Intact-Team 2013 mit Sandro Cortese den Einstieg von WM in die Moto2 vorantreiben, der Deal platzte aber nach den Testfahrten.

Die Öhlins-Entwickler sind durch die WP-Erfolge bereits wachgerüttelt worden. Öhlins-Kunden wie Marc VDS und das Dynavolt-Intact-Team testeten 2015 regelmässig neue Komponenten.

Inzwischen ist auch die MotoGP-WM ein Thema für WP geworden. KTM wird für den MotoGP-Einstieg 2017 auf die hauseigenen Produkte zurückgreifen, wie bei allen Moto3-Motorrädern.

2013 fuhr Martin Bauer auf der Suter-BMW zwei Wildcard-Rennen mit WP in der MotoGP-Klasse. Dazu testete Danilo Petrucci 2013 nach dem Misano-GP auf der Suter-BMW des Iodaracing-Teams einen Tag mit WP. Inzwischen wird auch die neue KTM RC16 mit WP-Elementen getestet.

2014 verwendeten in der Königsklasse alle Teams Öhlins, nur Gresini (Bautista, Redding) vertrauten auf Showa, weil Honda dort Teilhaber ist und das Material kostenlos lieferte – und dazu noch 250.000 Euro Sponsorship. 2015 fuhr Karel Abraham als einziger MotoGP-Fahrer auf Showa, der Rest vertraute auf Öhlins.

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