Wer ist eigentlich Greg Smets?

Von Thoralf Abgarjan
Motocross

In den EMX-Klassen tauchen immer mehr berühmte Namen auf. Greg Smets ist der Sohn des vierfachen Weltmeisters und Viertakt-Pioniers Joël Smets, doch er startet in der reinrassigen Zweitaktklasse EMX 300.

Wer beim Saisonauftakt der EMX 300 in Teutschenthal genau aufgepasst hat, konnte in der Startaufstellung mit Greg Smets einen bedeutenden Namen der Motocross-Szene finden. Und tatsächlich wuselte Joël Smets bei den EM-Rennen ganz aufgeregt um die Strecke und feuerte den Fahrer mit der Startnummer 53 emsig an.

Der fünffache Weltmeister ist seit dem Weggang von Stefan Everts, der das Suzuki-Werksteam übernahm, KTM-Sportdirektor und kümmert sich um das Trainingsprogramm der Werksfahrer.

Wer ist also dieser Greg Smets, der in der EMX-Zweitaktklasse mitmischt? «Das ist mein Sohn», strahlt Joël.

Haben wir also bald wieder einen Smets in der Weltspitze zu erwarten? «Nein, nein», wiegelt der Papa ab. «Er ist schon viel zu alt und betreibt Motocross nur als Hobby.» Aber als 'Hobbyfahrer' in der Europameisterschaft vorn mitzufahren, ist - freundlich formuliert - ambitioniert. «Er ist schon 21 Jahre alt», ergänzt Papa Joël.

Zur Erinnerung: Joël Smets war nach Jacky Martens (Husqvarna) einer der Pioniere des Viertakt-Zeitalters im Motocross. Die Marke Husaberg, für die 'Smetske' Mitte der 1990er Jahre als Werksfahrer fuhr, hatten die verbliebenen skandinavischen Ingenieure nach dem Verkauf von Husqvarna an Cagiva/MV Agusta gegründet. Die Viertakter erhielten durch den FIM-Beschluss von 1992 in Columbus (Ohio) ein Hubraum-Privileg, eine Sonderregelung der Hubraumklassen, die Viertakter klar bevorzugt und Zweitakter diskriminiert. Diese künstliche und schwerwiegende Benachteiligung der Zweitakter hat bis heute in der WM Bestand.

Viele meinen, dass diese Regelung längst auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. Doch hier kommt große Politik ins Spiel: Honda, Suzuki und Kawasaki haben die Entwicklung der Zweitakter komplett eingefroren und wollen in der Herstellervereinigung um jeden Preis verhindern, dass die Zweitakter in die WM zurückkommen. Die FIM schiebt den schwarzen Peter zu Youthstream und so beißt sich die Katze in den Schwanz.

Als 'Zugeständnis' an die 'ewig Gestrigen' Zweitakt-Lobbyisten wurde das Hubraumprivileg in der Europameisterschaft EMX-250 in diesem Jahr fallengelassen. Und Mike Kras zeigte in Valkenswaard prompt, dass die Zweitaktmaschine voll konkurrenzfähig gegen die 250er-Viertakter ist.

Zurück zu Greg Smets. Warum fährt er ausgerechnet in der EMX-300, der reinrassigen Zweitaktklasse? «Ich bevorzuge den Zweitakter eigentlich nicht unbedingt und das ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich eine Zweitaktmaschine bewege. Ich denke, beide Konzepte haben ihre Vor- und Nachteile und ich komme auch immer besser mit dem Zweitakter zurecht.»

«Erst vor viereinhalb Jahren habe ich mit Motocross begonnen», erklärt Greg. «Ich fahre die Europameisterschaft, weil ich hier viele Erfahrungen sammeln und auf richtigen WM-Strecken fahren kann.»

Greg Smets ist jetzt 21 Jahre alt und studiert Sportwissenschaften. Er möchte später als Sportlehrer im Gymnasium arbeiten.

Als Greg vor 4 Jahren mit Motocross begann, war er 17 Jahre alt. Aber Dad Joël war auch als Spätstarter bekannt und begann seine Karriere ebenfalls erst mit 17 Jahren.
Wir werden die weitere Entwicklung von Familie Smets aufmerksam verfolgen.

Mit Zach Pichon und Liam Everts versuchen sich noch zwei weitere Söhne berühmter Väter im Motocross in den EMX-Klassen.

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