Franco Morbidelli: Ein verkappter Professor

Von Johannes Orasche
MotoGP
Franco Morbidelli

Franco Morbidelli

Moto2-Weltmeister Franco Morbidelli hat zahlreiche verborgene Talente, die weit über Samba tanzen hinausgehen.

Bei Franco Morbidelli gleicht der Verlauf seiner Karriere in den vergangenen Jahren einer emotionalen Achterbahn. Als 13-Jähriger zog er mit seiner Familie von Rom in die Nähe von Pesaro, wo sein Vater Kontakte zu Valentino Rossi aufbaute, der vom Talent des Juniors rasch überzeugt war. Im Jahr 2013 nahm sich sein Vater jedoch das Leben. Es war ein brutaler Schlag für die damals 18 Jahre alte Frohnatur.

Morbidelli war wenig später nach Marco Simoncelli der zweite Fahrer in der Akademie des Dottore. Und just im Jahr des Todes seines Vaters gewann Morbidelli die Superstock-600-EM im Rahmen der Superbike-WM. «Es ist Bestimmung, ich gewinne Rennen für meinen Papa und für Valentino», bekräftigt Morbidelli gerne.

Jetzt hat er es in den Motorrad-Olymp geschafft. 2018 fährt der Lockenkopf im MotoGP-Team Marc VDS ausgerechnet an der Seite seines Moto2-WM-Rivalen Tom Lüthi. Und er wird künftig auch erstmals außerhalb der Rossi-Ranch gegen sein Idol antreten.

Dank seiner brasilianischen Mutter hat der MotoGP-Aufsteiger Samba-Blut in den Adern. Auch sein buntes Helmdesign mit Teilen der italienischen und brasilianischen Flagge dokumentiert das. «Ich tanze oft für mich selbst ein wenig Samba nach einem guten Rennen», verrät «Frankie», für den die Reisen in die Heimat seiner Mutter unvergessen sind. «Wir haben dort immer ganze Tage einfach am Strand verbracht, alle gemeinsam gegessen, getrunken, gespielt und getanzt», strahlt Morbidelli, über den auch in Brasilien viel in den Medien berichtet wird.

Eine ganz große Leidenschaft des achtfachen Moto2-Saisonsiegers ist die Technik. «Mich faszinieren technische Bücher», verrät Morbidelli, der mittlerweile im Dörfchen Babucce nahe Pesaro wohnt. «Ich hätte gerne ein technisches Studium gemacht, aber neben dem Rennsport war das nicht möglich. Ich bräuchte dafür zwei Leben.» Vor allem vor langen Reisen, die er meist vom Flughafen in Bologna startet, nutzt er mit einem Kumpel die dortige Universitäts-Bibliothek und vertieft sich gerne für ganze Nachmittage in die Technik-Bücher.

Interessant: Auch Morbidellis Vorgänger als Moto2-Champion, der zweifache Weltmeister Johann Zarco (27) aus Frankreich, ist bekannt für sein Faible für technische Details.

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