Zarco nach Regentest: «Regenrennen ist hier machbar»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Gestern am Abend wurde der Losail Circuit künstlich bewässert, dann fuhren die MotoGP-Asse erstmals im Flutlicht mit Regenreifen. Fazit: Ein Regenrennen in der Wüste ist zumutbar.

Jahrelang hatten die Reifenhersteller gar keine Regenreifen zum Katar-GP mitgebracht. Doch bereits 2009 begann es am Abend des Renntags auf dem Losail International Circuit in Doha/Katar vor dem MotoGP-Rennen so lange und stark zu regnen, dass Rossi & Co. ihren Wettkampf erst am Montagabend austragen konnten.

Nur das 125er- und 250er-Rennen fanden 2009 am Sonntag statt.

Da es sich im das Oster-Wochenende handelte, erwies sich die Verschiebung auf Montag als machbar, auch wenn es die Teams und TV-Stationen vor erhebliche Probleme stellte. Es mussten Hotels und Flüge umgebucht werden und weltweit die TV-Programme auf den Kopf gestellt werden.

Und dann regnete es 2017 beim IRTA-Test knapp zwei Wochen vor dem Rennen mehrmals. Michelin und Dunlop brachten deshalb erstmals auf sanften Druck von Promoter Dorna im letzten Augenblick Regenreifen für den Grand Prix an die Rennstrecke – per kostspieliger Luftfracht.

Dann wurde das offizielle GP-Training im Vorjahr wieder von Regen beeinträchtigt, am Samstag fielen alle Qualifyings aus, am Sonntag blieb es für die Rennen zum Glück trocken.

Aber es wurde nie ernsthaft die Frage geklärt, ob man bei Flutlicht und nasser Fahrbahn ein Rennen fahren könne. Loris Capirossi hatte zwar die Piste einmal für sich bewässern lassen, aber eine wahre Simulation eines Regenrennens hatte nie stattgefunden.

Deshalb wurde die Piste in Losail gestern vor 20 Uhr Ortszeit bewässert und dann von allen MotoGP-Stars befahren. Bei starker Gischt und mit Regenreifen. Es sollte herausgefunden werden, ob es wegen des Flutlichts zu Spiegelungen kommt und ob das Fahren im Regen zu gefährlich sei.

Johann Zarco, in Buriram Zweitschnellster und in Losail Schnellster, gab SPEEDWEEK.com die Antwort.

«Zum Regentest kann ich nur sagen, ich denke, der ganze MotoGP-Paddock ist jetzt bereit, hier im Falle von Regen ein Rennen zu bestreiten», erklärte der Tech3-Yamaha-Pilot. «Das Fragezeichen war, ob wir bei Flutlicht genug sehen, wie es mit der Sicht auf nasser Fahrbahn aussieht, wenn auch das Helmvisier nass ist. Aber aus diesem Blickwinkel ging es ganz gut, das verursachte bei uns keine Probleme. Zum Grip? Hm, wenn wir am Motorrad ein Regen-Set-up machen, werden wir genug Vertrauen finden, um auf naser Strecke schnell fahren zu können. Auch bei Regen werden wir hier nie eine völlig nasse Strecke haben, weil die Temperaturen so hoch sind und der Belag rasch abtrocknet. Der Regentest war gut für den Notfall. Jetzt ist alles geklärt. Wir sind bereit.»

Etwas differenzierter beurteilte Ecstar-Suzuki-Pilot Alex Rins den Regentest. «Das Flutlicht an sich war für mich unproblematisch, die Sicht war gut», stellte auch der Spanier fest. «Schwieriger ist es aber, wenn ein anderes Bike vor einem fährt. Die dann entstehende Gischt macht die Sicht unangenehm.» 

Auch Alma Pramac-Pilot Danilo Petrucci bemängelte die Sicht, wenn im Pulk gefahren wird. «Es war kein normaler Regen», hielt der Italiener fest. «Wenn viel Wasser auf der Strecke ist, entsteht sehr viel Spray. Ich bin gemeinsam mit Dovizioso auf die Strecke gefahren und sind abwechselnd hintereinander gefahren. An manchen Stellen war die Gischt sehr stark. Die Streckenverhältnisse an sich waren ok. Noch habe ich etwas Zweifel, wie es bei echtem Regen wäre. Vielleicht müssen wir noch bei echten Regenbedingungen herausfinden, ob man so ein Rennen fahren kann.»

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