Valentino Rossi: 2021 dabei? MotoGP-Team? Dorna-Chef?

Von Oliver Feldtweg und Waldemar Da Rin
MotoGP
Valentino Rossi nach Platz 3 in Katar

Valentino Rossi nach Platz 3 in Katar

Valentino Rossi schließt ein Weitermachen bis 2021 nicht aus, bis 2020 fährt er fix. Aber er wird aktiv bleiben – als MotoGP-Teambesitzer oder als Ezpeleta-Nachfolger.

Valentino Rossi hat vor zehn Tagen die Verlängerung seines Yamaha-Vertrages bis Ende 2020 verkündet. «Ich mach' das, weil es mir Spass macht. Alles was damit verbunden ist. Es macht mir einfach Spass, ein Motorrad zu fahren. Fahren, gewinnen oder zumindest, es zu versuchen und auch konkurrenzfähig zu bleiben.

Ich mache das, weil ich dieses Leben liebe, das zwar auch seine schwierigen Momente hat. Ich habe schon im Alter von vier oder fünf Jahren davon geträumt. Wie soll ich jetzt einfach sagen, es reicht? Unmöglich!

Valentino, du bist eben 39 Jahre alt geworden. Nachdem du für zwei weitere Jahre unterschrieben hast, bedeutet das weitere drei Jahre MotoGP.

Es ist gut möglich, dass es für mich physisch etwas anstrengend wird, ich werde also mehr trainieren müssen, was ich eigentlich nie besonders gemocht habe. In der Box zu arbeiten, sich durch die vielen Abstimmungen verrückt machen zu lassen, sich mit den Reifen abmühen und die ganzen Daten abzurufen. Dies alles ist sicher besser, denn ich habe das Glück in einem fantastischem Team zu sein. Alle echte Freunde, das macht alles einfacher.

Im Jahr 2020 wären das dann 25 Jahre MotoGP.

Wer hätte jemals gewagt, so etwas am Anfang zu erwarten? Ein Vierteljahrhundert. An das erste Jahr 1996 erinnere ich mich noch gut. Aprilia-Firmenchef Ivano Beggio hat mir damals das Vertrauen geschenkt. Ich war ja nur ein kleiner Junge und machte mir keine großen Gedanken. Was dann passiert ist, hätte ich mir nie vorstellen können. Stattdessen, als ich vor zwei Jahren den vorletzten Vertrag unterschrieben habe, dachte ich: Vielleicht ist es das letzte Mal. Sofort überkam mich eine Art von Traurigkeit.

Wann hast du dich wirklich entschieden, weiter zu machen?

In der Realität war mein Kopf eigentlich immer klar. Yamaha sagte mir im November, nimm dir so viel Zeit, wie du willst. Ich hätte auch instinktiv antworten und «Ja» sagen können. Ich dachte mir aber, warten wir den Winter ab, der doch recht mühsam ist, mit all dem Training und den Tests in der ganzen Welt verteilt. Wenn es gut läuft, ist es ein Zeichen.

Willst du damit sagen, dass die M1-Yamaha nach all den Unsicherheiten wieder tadellos funktioniert?

Das stimmt. Das Paket, also Motor, Rahmen und Elektronik funktionieren besser als letztes Jahr. Trotzdem waren ein Sieg und sechs Podestplätze 2017 ja auch nicht schlecht für einen Alten –  oder? Die Absicht ist es jetzt, regelmässig unter die ersten drei zu fahren und in der WM bis am Schluss am Ball zu bleiben.

Fortschritt, Konkurenzfähigkeit, Leiden – und das in deinem Alter?

Was die Power und die Entschlossenheit betrifft, bin ich den Jungen ebenbürtig, Bestimmt, heute verlangt dir die MotoGP immer mehr ab. Der Level hat sich gegenüber früher unglaublich gesteigert. In diesem Jahr wird die Meisterschaft wohl noch ausgeglichener sein, als sie es je war. Auf dem Papier können mindestens zehn Fahrer gewinnen. Márquez, Dovizioso, Viñales, Zarco, Pedrosa, Iannone, Lorenzo, dann Crutchlow, Petrucci – und der Gefragte...

Du bist besessen davon, den zehnten WM-Titel zu gewinnen. Das Problem ist aber: Wenn du ihn 2018 gewinnst, was machst du dann in den folgenden zwei Jahren?

Eine schöne Frage. Fangen wir damit an, den zehnten zu gewinnen. Danach? Es wird sich wohl kaum etwas ändern. Ich würde wohl versuchen, den elften zu gewinnen. Ich würde weiterfahren und es weiter versuchen.

Seit deinem letzten Titelgewinn sind neun Jahre in der MotoGP vergangen. Warum hast du nicht 2009 als Weltmeister aufgehört?

Es ist sehr schwierig aufzuhören, wenn man auf dem Zenit ist. Ich kenne einige, Schumacher, Troy Bayliss, Max Biaggi, die es in ihren besten Jahren vorgezogen haben, aufzuhören – um dann zurück zu kommen. Ich kenne das sehr gut, es hat ihnen im Innern etwas gefehlt. Deshalb wollte ich es ihnen nicht gleich tun. Ich ziehe es vor, alles zu geben und zwar jetzt.

Aber irgendwann hast du sicher ernsthaft daran gedacht, aufzuhören. Gibst du das nicht zu?

Während den zwei Jahren bei Ducati und wegen Marco (Simoncelli). Aber es wäre die falsche Antwort darauf gewesen. Und ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen.

So lange du in der WM fährst, wirst du auch kein MotoGP-Team besitzen und betreuen. Es war aber zu hören, dass du der Nachfolger von Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta werden könntest.

Soll ich jetzt noch einmal wiederholen, was mich momentan am meisten interessiert?

Für den Rest bleibt immer noch Zeit. Ich bin zufrieden, meine Jungs aus der VR46 Riders Academy zu betreuen und mich mit ihnen auf der Ranch in Tavullia zu messen. Das ist auch das Geheimnis, das mir erlaubt hat, jung zu bleiben.

Dann hast du also für 2021 noch keine Option unterschrieben?

Nein, noch nicht. (Er lacht). Reden wir in drei Jahren wieder, wenn ich dann noch Lust dazu habe.

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