Joan Mir: MotoGP-WM mit Suzuki oder bei Repsol-Honda?

Von Günther Wiesinger
Joan Mir

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Es verdichten sich die Anzeichen, dass Moto3-Weltmeister Joan Mir (20) bereits nächstes Jahr in der MotoGP-WM fahren wird. Das Fabrikat ist noch offen.

Nach dem dritten Platz beim Le-Mans-GP und seinem ersten Moto2-Podestplatz im fünften Rennen sprachen Moto3-Weltmeister Joan Mir (Marc VDS Racing) und sein Manager Paco Sanchez erstmals offen über ihre MotoGP-Pläne.

Der inzwischen entlassene Marc VDS-Teamprinzipal Michael Bartholemy hatte im Mai eingeräumt, dass Joan Mir laut Vertrag bei einem Angebot eines MotoGP-Werksteams aus dem VDS-Moto2-Vertrag aussteigen und die Klasse wechseln kann.

Auch Maverick Viñales hielt sich nur ein Jahr in der Moto2-WM auf, dann unterschrieb er bei Suzuki; Jack Miller übersprang sie sogar nach dem zweiten Moto3-WM-Rang 2014.

Paco Sanchez berichtete von Angeboten von Honda, Ducati und Suzuki.

Inzwischen melden spanische und italienische Medien, Joan Mir habe einen Zwei-Jahres-Vertrag bei Suzuki Ecstar unterschrieben, er werde 2019 und 2020 an der Seite von Alex Rins fahren, Andrea Iannone müsse sich ein neues Team suchen.

Aber dieser Deal hat noch einen gehörigen Haken.

Denn Joan Mir hat einen Vorvertrag bei HRC unterschrieben. Dieser erlaubt ihm für 2019 noch eine zweite Moto2-Saison. Und wenn ein anderes MotoGP-Werksteam Joan Mir ein Angebot für 2019 macht, hat HRC quasi ein Vorkaufsrecht, «right of first refusal», nennen das die Engländer.

In diesem Deal ist festgelegt: Wenn Joan Mir von einer dritten Partei ein MotoGP-Werksvertrag für 2019 angeboten wird, kann HRC zu den identischen finanziellen Bedingungen auf Mir zugreifen, ihn also für diesselbe Gage bereits für 2019 fix unter Vertrag nehmen. Er würde dann voraussichtlich den Platz von Dani Pedrosa bei Repsol-Honda übernehmen.

«Wir verhandeln mit Suzuki», bestätigte Paco Sanchez am Samstagabend gegenüber SPEEDWEEK.com. «Es ist noch nichts besiegelt.»

Falls sich Suzuki mit dem 20-jährigen Joan Mir einigt und Danilo Petrucci den zweiten Platz im Ducati-Werksteam bekommt, droht Jorge Lorenzo tatsächlich ein Jahr Arbeitslosigkeit.

Aber bei Suzuki herrscht ein Richtungsstreit. Eine Fraktion will Iannone behalten oder Lorenzo holen, denn mit zwei Rookies (Rins ist erst 22 Jahre alt) in die WM zu starten und mit ihnen die GSX-RR weiterzuentwickeln, ist ein riskantes Manöver.

Falls es trotzdem passiert, wird Andrea Iannone zu Aprilia wechseln müssen.

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