Jorge Lorenzo: «Kontaktierte Honda nach Le Mans»

Von Vanessa Georgoulas
MotoGP
Jorge Lorenzo: «Wir haben in der MotoGP-WM aber auch immer wieder erlebt, dass höchst Unwahrscheinliches eintreten kann»

Jorge Lorenzo: «Wir haben in der MotoGP-WM aber auch immer wieder erlebt, dass höchst Unwahrscheinliches eintreten kann»

Jorge Lorenzo verrät, dass er bis zum Rennwochenende in Le Mans an die Fortführung einer Zusammenarbeit mit Ducati glaubte. Der Spanier gesteht auch unumwunden, dass er den Kontakt zu Honda gesucht hatte.

«Man sagt es niemanden, so einfach ist das», erklärte Jorge Lorenzo trocken, als er gefragt wurde, wie er es geschafft hatte, seinen Wechsel zu Honda bis zur Verkündung geheim zu halten. Selbst Fahrerlager-Insider wurden von der Ankündigung überrascht, dass der Spanier nach zwei Ducati-Jahren zu den Japanern wechseln wird, wo er auf GP-Urgestein Dani Pedrosa folgt.

Und der 31-Jährige aus Mallorca gestand auch gleich unumwunden, dass er den Kontakt zu Honda gesucht hatte: «Nach dem Rennwochenende von Le Mans war mir klar, dass es mit Ducati nicht weitergehen würde. Da habe ich mich mit meinem Management zusammengesetzt und die Optionen analysiert. Danach bin ich auf Honda zugegangen, ich war es also, der den ersten Kontakt gesucht hat.»

Vor dem fünften Kräftemessen der Saison 2018 hatte der fünffache Weltmeister noch an eine Fortführung seines Ducati-Vertrages geglaubt. Doch stattdessen setzen die Italiener 2019 auf das Duo Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci. Lorenzo beteuert: «Mein Ziel war es immer, mit Ducati zu siegen. Ich wollte Rennen und wenn möglich auch Titel mit diesem Team holen.»

Dieser sei nun wohl nicht mehr möglich, weil er 2019 für einen anderen Hersteller auf Punktejagd gehe, erklärte Lorenzo ausserdem, fügte aber auch eilends an: «Wir haben in der MotoGP-WM aber auch immer wieder erlebt, dass höchst Unwahrscheinliches eintreten kann.»

Jorge weiss aber auch: «Es wird aber schwierig, diesen Rückstand aufzuholen, denn die Leistungsdichte ist bei den Fahrern und Bikes sehr hoch. Man kann also nicht mehr so leicht dominieren, das ist viel schwieriger geworden.»

Dass die Honda in den jüngsten Jahren ein schwieriges Bike war, schreckt den 66-fachen GP-Sieger nicht ab. «Ich stieg als 16-Jähriger in die WM ein und Honda verstand damals schon, wie schnell ich auf zwei Rädern sein kann. Ich gewann mit Derbi in der 125ccm-Klasse, blieb mit Honda nur ein Jahr in der 250ccm-Klasse und holte einige Pole-Positions und Podestplätze, aber keinen Sieg», erinnert er sich.

Und Lorenzo erzählt stolz: «Mit Aprilia konnte ich dann in jener Klasse Siege feiern und ich habe mit Yamaha sowohl Rennen als auch Titel gewonnen. Ich habe mir in etlichen Stunden, die ich auf den unterschiedlichsten Bikes verbracht habe, die Fähigkeit angeeignet, auf zwei Rädern schnell unterwegs zu sein. Früher oder später werde ich das also hinbekommen. Klar wird es schwierig, aber das ist eine Herausforderung, auf die ich mich freue. Und ich bin eher der Typ, der in der Gegenwart lebt. Ich schau nicht so sehr auf das, was kommt, ich habe auch noch einiges zu tun bei Ducati»

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