Jack Miller: «Wir brauchen ein Filtersystem»

Von Adam Wheeler
MotoGP
Pramac-Ducati-Pilot Jack Miller steht weiter zu seiner Kritik an Avintia-Ersatzfahrer Christophe Ponsson in Misano und plädiert dafür, für derartige Fälle vorab ein Filtersystem einzuführen.

In Misano sorgte Christophe Ponsson, der für den verletzten Tito Rabat bei Avintia eingesprungen war, für viel Diskussionsstoff. Besonders Jack Miller und Cal Crutchlow gingen mit dem Franzosen, der in der französischen Superbike-Meisterschaft antritt, hart ins Gericht, nachdem er in den Freitagstrainings beinahe sechs Sekunden hinter der Konkurrenz zurücklag.

«Ich werde jetzt nicht sagen, ‚ich habe nicht gesagt, dass er fahren soll oder nicht‛ und ich war nicht der Einzige. Der Typ war da und bezahlte für den Einsatz», sagte Miller vor dem Rennen in Aragon zwei Wochen später. «Ich denke, für ihn und für die Meisterschaft sieht es unprofessionell aus, wenn man zu einem Rennen kommt und ich stürze und ich kann ihn trotzdem immer noch überrunden. Auf einer ziemlich langen Strecke wie Misano wurde er fast zweimal überrundet. Meine Sorge gilt da nicht nur Misano, sondern auch schnelleren Strecken wie Phillip Island, wo die Rundenzeit näher bei 1:20 min liegt. Da ist es viel einfacher, überrundet zu werden als in Misano.»

Ponsson habe ein Sicherheitsrisiko dargestellt, betonte der Australier. «Man hat es im ersten Freien Training gesehen, dass viele Fahrer fast mit ihm zusammengestoßen wären. Ich denke, Cal und ich wurden besonders hervorgehoben, aber ich glaube auch, dass jeder andere mehr oder weniger unserer Meinung war. Ich bin durchaus dafür, jemandem eine Chance zu geben, aber ich denke, er muss mehr Erfahrung auf Weltniveau haben, als nur in der spanischen Superbike-Meisterschaft gafehren zu sein. Ich glaube nicht, dass er jemals eine Platzierung auf dem Podium in einer Meisterschaftsklasse hatte.»

Wenn ein Fahrer als Neuling ein MotoGP-Wochenende bestreiten wolle, müsse es unbedingt jemand mit Erfahrung sein, erklärte Miller. «Ich sage nicht, dass du ein MotoGP-Bike gefahren sein müsstest, aber es würde helfen. Ich denke, wir brauchen eine Art Filtersystem. Man stelle sich nur vor, wenn wir die Rechte an den Höchstbietenden verkaufen, und ein Kerl aus der Katar-Meisterschaft oder jemand mit viel Geld reinkommt und jemand wird verletzt?»

«Okay, sie schaffen es nicht bis zum Cut-Off, aber trotzdem.... es gibt die freien Trainings, bei dem die Rundenzeiten zählen, also ist es wie im Qualifying. Du gehst auf die Strecke und läufst auf den Verkehr auf. Du weißt nicht, wo sie bremsen, welche Linie sie fahren», fuhr er fort. «Wir arbeiten so hart an der Sicherheit und nur, um dann jemand zu haben der - ich will nicht sagen, gefährlich ist, weil er im Rennen aus dem Weg gegangen ist -, aber wir brauchen ein Filtersystem.»

Miller versteht allerdings nicht, wieso nur er und Cal Crutchlow als Kritiker des Einsatzes von Ponsson gennant wurden, denn in der Sicherheitskommission hätten auch andere Fahrer Bedenken wegen des Einsatzes des Franzosen geäußert. «Vielleicht haben wir einen Witz gemacht, als wir alle darüber sprachen, und sie haben sich deshalb an uns erinnert. Die Sicherheitskommission sollte eine geschlossene Kommission sein, und was hinter den verschlossenen Türen passiert, sollte dort bleiben. Offensichtlich hat es jemand - und ich will nicht mit dem Finger auf jemand zeigen zeigen - an das Team weitergegeben. Wahrscheinlich war es einer der anderen Piloten, der Cal und mich grundlos in den Dreck gezogen hat.»

«Wir sehen jetzt aus wie die Schweinehunde, weil wir die Einzigen sind, die aus gesundem Menschenverstand heraus ihre Meinung sagen. Ich verstehe, dass jeder in der MotoGP fahren will: Ich bin direkt aus der Moto3-Kategorie gekommen, aber aber ich habe die Tests und alles vorher absolviert.»

Zum Thema Mangel an geeigneten Ersatzfahrern, das Ponsson als Verteidigung für seinen Einsatz in Misano angeführt hatte, meinte Miller: «Ich glaube nicht, dass das ein Problem ist. Ich denke, es gibt eine Menge Jungs da draußen, die genügend Erfahrung haben, um wieder zurückzukehren, wie Baz. Es ist schwer, wieder einzusteigen, weil das Niveau im Moment so hoch ist, aber ich denke, dass KTM zum Beispiel ein paar Probleme hatte, weil zwei Fahrer verletzt wurden. Ich denke, dass es für die Avintia-Jungs nicht wirklich so sehr auf den Fahrer und das Potenzial ankam, sondern dass es mehr.... andere Gründe waren, einschließlich des Geldes.»

Ganz anders sah Miller die Verpflichtung von Jordi Torres als Ersatz für Tito Rabat in Aragón. «Ja, es gibt noch viele andere Typen da draußen. Wir haben Torres zurück, der Rennsieger in der Moto2-Klasse war und in der World-Superbike-Meisterschaft auf dem Podium stand. Ich denke, er ist ein ziemlich starker Fahrer und ich bin sicher, dass er nicht für seinen Einsatz bezahlt.»

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