Franco Morbidelli (Yamaha): Jetzt beginnt die Arbeit

Von Nora Lantschner
MotoGP
Franco Morbidelli

Franco Morbidelli

Franco Morbidelli fühlte sich auf der Petronas-Yamaha von Beginn an wohl. Nach den ersten MotoGP-Tests für die Saison 2019 sprach er über seine Eindrücke und die zukünftigen Herausforderungen.

Franco Morbidelli beendete die MotoGP-Saison 2018 als bester Rookie. 2019 wechselt er in das neue Petronas Yamaha Sepang Racing Team, der erste Rennstall aus Malaysia, der es bis in die «premier class» geschafft hat.

In Valencia stieg der 24-jährige Italiener nach dem Saisonfinale erstmals auf seine M1 und war auf Anhieb schnell unterwegs: Er beendete die ersten beiden Arbeitstage im neuen Team auf Platz 6. Auch bei den letzten Testfahrten vor der Winterpause in Jerez bestätigte er den starken Eindruck und erzielte erneut die sechstschnellste Rundenzeit. Der Start in das neue Yamaha-Abenteuer ist geglückt, bis zum Saisonauftakt in Katar im März steht aber noch Arbeit an.

Was hast du gedacht, als man dir zum ersten Mal angeboten hat, bei diesem neuen Projekt mitzumachen?

Ich war sehr glücklich, als der Anruf von meinem Manager kam und er mir von dieser Möglichkeit erzählt hat. Er sprach von einem neuen, ehrgeizigen Projekt mit guten Chancen, das eine großartige Herausforderung für mich sein könnte. Von diesem Moment an war ich interessiert an der Struktur des neuen Teams und sprach mit den Leuten von Yamaha.

Fühlst du dich als wichtiger Bestandteil dieses neuen Abenteuers mit Petronas Yamaha SRT?

Ich bin einer von denen, die ein großartiges Projekt daraus machen müssen. Ich glaube nicht, dass ich mehr oder weniger Verantwortung trage als irgendein anderer, wir sind alle gleich wichtig. Jede Person muss den bestmöglichen Job machen, um Petronas, Yamaha, die Partner und Fans stolz zu machen.

Verspürst du nach deiner Rookie-Saison in der MotoGP-Klasse größeren Druck für das kommende Jahr?

Druck ist immer im Spiel, also ja, ich spüre das, aber es ist kein Problem – dieser Sport funktioniert so.

Du hast vor kurzem bei den Tests zwei Wochen mit dem Team verbracht. Wie waren die ersten gemeinsamen Tage?

Wirklich gut. Ich fühlte mich vom ersten Tag an wohl, vor allem weil ich mit dem Großteil der Mannschaft schon in anderen Teams zusammengearbeitet habe. Es gab für mich deshalb keine großen Überraschungen. Ich kannte auch jene, mit denen ich noch nicht gearbeitet hatte, wir haben schon eine Weile miteinander gesprochen.

Eines der Teammitglieder, mit dem du noch nicht zusammengearbeitet hattest, ist dein Crew-Chief Ramon Forcada. Wie ist es, mit so einem erfahrenen Fachmann zu arbeiten?

Es läuft wirklich gut. Wir haben erst vier Testtage hinter uns, aber das Gefühl ist sehr positiv. Er ist ein sehr erfahrener Mann und Crew-Chief, deshalb bin ich sehr neugierig, wie wir unsere Arbeit auf die Strecke übertragen können.

Wie war dein erster Eindruck von der Yamaha YZR-M1?

Man kann mit dem Bike sehr leicht an das Limit gehen, das hat mich sehr überrascht. Wenn man an dem Punkt ankommt, muss man daran arbeiten, das Limit noch weiter zu verschieben. Da beginnt die wirkliche Arbeit.

Glaubst du, dass du deinen Fahrstil an das neue Motorrad anpassen musst?

Wir müssen mehr Runden fahren, um genau zu verstehen, wie und was ich an meinem Fahrstil verändern muss. Ich glaube, es wird ein natürlicher Prozess sein, den wir Schritt für Schritt durchlaufen, um zu sehen, was ich brauche, um schneller zu fahren.

Wir konnten bei den Tests sehen, dass ihr gute Unterstützung von Yamaha Motor Co. bekommt. Das muss für das Team sehr wichtig sein.

Sowohl in Valencia als auch in Jerez standen uns eine Menge Yamaha-Mitarbeiter zur Verfügung, die in der Box gearbeitet und uns geholfen haben. Das ist eine gute Sache, weil es bedeutet, dass wir ihnen unser Feedback und die ganzen Informationen, die wir haben, geben können. Sie können dann für die kommende Saison in die richtige Richtung gehen.

Welche Erwartungen hast du für die Saison 2019?

Ich glaube, dass es immer noch zu früh ist, um unsere Ziele festzulegen. Wir müssen warten und schauen, wie die nächsten Tests im Februar laufen. Wir erwarten für die Testfahrten neues Material, wir werden es ausprobieren müssen und sehen, wie wir weiterkommen. Ist die Vorsaison erst einmal beendet, werden wir eine gute Ahnung davon haben, was wir uns vom ersten Grand Prix erwarten können.

Du steigst erst in zwei Monaten wieder auf das Motorrad. Welche Pläne hast du für die Pause?

Der Plan ist, sich auszuruhen – und das richtig – und Zeit mit meiner Familie und meinen Leuten zu verbringen. Ich freue mich auch darauf, mit meinen Freunden ein paar Tage Ski zu fahren.

In zwei Monaten geht es dann nach Malaysia, das wird für das Team ein sehr wichtiger Moment sein.

Die Team-Präsentation ist in Malaysia geplant, vor den Testfahrten auf dem Sepang International Circuit. Ich freue mich wirklich darauf zu sehen, wie wir empfangen werden, und die Fans in diesem Land zu treffen. Ich weiß, wie sehr sie die MotoGP-WM lieben und ich will das gemeinsam mit dem Team hautnah erleben.

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