Jorge Lorenzo über Pedrosa: «Wir waren lange Feinde»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Jorge Lorenzo war fast zehn Jahre lang mit Dani Pedrosa verfeindet. «Erst 2011/2012 hat sich unser Verhältnis entspannt», sagt der Honda-Neuling. Jetzt bedauert er den Rücktritt des Rivalen.

Auf zwei unterschiedlichen Fabrikaten hat Jorge Lorenzo bereits Rennen in der MotoGP-WM gewonnen – 44 auf Yamaha, drei auf Ducati. In den nächsten zwei Jahren tritt der Mallorquiner im Repsol-Honda-Werksteam neben Weltmeister Marc Márquez an.

Dort übernimmt der 31-jährige Mallorquiner den Platz von Dani Pedrosa, der bei HRC 13 Jahre lang vergeblich einem WM-Titel nachrannte, dreimal WM-Zweiter wurde, insgesamt 31 Siege feierte und 112 Podestplätze sicherstellte.

Pedrosa wurde durch den Teamwechsel von Lorenzo quasi zum Rücktritt gezwungen. Auch wenn er das gern selber anders darstellt.

«Ich kenne Dani aus einer Zeit, als ich zwölf war und er 13 oder 14», sagt Lorenzo. «Ich erinnere mich, als er im Movistar-Cup gefahren ist und alle über diesen kleinen Jungen gesprochen haben, weil er kleiner als alle anderen war, sehr schnell fuhr und Rennen gewann. Wir sind dann gemeinsam aufgestiegen in den Kategorien, er war aber immer ein oder zwei Jahre vor mir an der Reihe. Aber in der 125er- und 250er-WM sind wir schon gegeneinander gefahren. In der 250-ccm-Klasse hatten wir unsere ersten Kämpfe. Es kam manchmal zu Feinberührungen und Polemiken abseits der Piste in den Medien.»

«Dann kam der Jerez-GP 2008. Ich stand auf der Pole-Position, er war Zweiter, und in der Top3-Pressekonferenz nach dem Qualifying saß auch Colin Edwards», blickt Lorenzo zurück. «Ich wollte Dani die Hand schütteln. Doch er hat sich geweigert. Ich war wirklich überrascht, auch Colin wunderte sich, wir haben das nicht verstanden.»

Lorenzo weiter: «Am nächsten Tag haben wir das Rennen beide unter den Top-3 beendet, und König Juan Carlos betrat das Siegerpodest. Er liebt MotoGP und die Motorräder, deshalb wusste er über das Problem Bescheid und über die Polemiken. Er versuchte, das Problem zu lösen. Und dieses Bild mit mir, Dani und dem König, wo er uns zu seinem Shakehands zwingen will, wurde in Spanien sehr beliebt und berühmt.»

«Wir haben einander also die Hänge geschüttelt», blickt der Honda-Neuling zurück. «Aber wir waren darüber nicht glücklich. Deshalb haben wir unser angespanntes Verhältnis wie kleine Feinde für ein paar weitere Jahre fortgesetzt. Erst 2011 und 2012 hat sich eine Beziehung entwickelt, das Verhältnis hat sich gebessert, jetzt haben wir viel Respekt voreinander. Ihr könnt euch vorstellen, wir sind sehr traurig, dass er zurückgetreten ist, denn wir haben einen großartigen Champion verloren. Und einen Fahrer, dessen Fahrweise im Fernsehen immer wunderschön zu betrachten war.»

Kombinierte Zeitenliste Jerez-Test, 28./29. November 2018:

1. Takaaki Nakagami (J), Honda, 1:37,945 min
2. Danilo Petrucci (I), Ducati, 1:37,968
3. Marc Márquez (E), Honda, 1:37,970
4. Maverick Viñales (E), Yamaha, 1:38,066
5. Jorge Lorenzo (E), Honda, 1:38,105
6. Franco Morbidelli (I), Yamaha, 1:38,118
7. Andrea Dovizioso (I), Ducati, 1:38,185
8. Jack Miller (AUS), Ducati, 1:38,207
9. Francesco Bagnaia (I), Ducati, 1:38,333
10. Alex Rins (E), Suzuki, 1:38,522
11. Valentino Rossi (I), Yamaha, 1:38,596
12. Fabio Quartararo (F), Yamaha, 1:38,761
13. Álvaro Bautista, (E), Ducati, 1:38,830
14. Tito Rabat (E), Ducati, 1:38,876
15. Joan Mir (E), Suzuki, 1:38,931
16. Andrea Iannone (I), Aprilia, 1:39,008
17. Pol Espargaró (E), KTM, 1:39,144
18. Karel Abraham (CZ), Ducati, 1:39,744
19. Johann Zarco (F), KTM, 1:39,864
20. Aleix Espargaró (E), Aprilia, 1:40,156
21. Bradley Smith (GB), Aprilia, 1:40,174
22. Sylvain Guintoli (F), Suzuki, 1:40,498
23. Hafizh Syahrin (MAL), KTM, 1:40,520
24. Miguel Oliveira (P), KTM, 1:40,577
25. Matteo Baiocco (I), Aprilia, 1:41,907

Kombinierte Zeitenliste Valencia, 20./21. November 2018

1. Maverick Viñales (E), Yamaha, 1:30,757 min
2. Andrea Dovizioso (I), Ducati, +0,133 sec
3. Marc Márquez (E), Honda, +0,154
4. Jack Miller (AUS), Ducati, +0,182
5. Danilo Petrucci (I), Ducati, +0,202
6. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +0,217
7. Alex Rins (E), Suzuki, +0,497
8. Takaaki Nakagami (J), Honda, +0,547
9. Valentino Rossi (I), Yamaha, +0,614
10. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +0,643
11. Francesco Bagnaia (I), Ducati, +0,648
12. Jorge Lorenzo (E), Honda, +0,827
13. Pol Espargaró (E), KTM, +0,871
14. Joan Mir (E), Suzuki, +0,957
15. Tito Rabat (E), Ducati, +1,183
16. Stefan Bradl (D), Honda, +1,258
17. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +1,334
18. Andrea Iannone (I), Aprilia, +1,367
19. Michele Pirro (I), Ducati, +1,463
20. Jonas Folger (D), Yamaha, +1,508
21. Johann Zarco (F), KTM, +1,752
22. Karel Abraham (CZ), Ducati, +2,149
23. Hafizh Syahrin (MAL), KTM, +2,251
24. Bradley Smith (GB), Aprilia, +2,271
25. Miguel Oliveira (P), KTM, +3,041

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