Claudio Domenicali: «Dall’Igna würde viel verlangen»

Von Otto Zuber
MotoGP
Claudio Domenicali mit TV-Reporter Gavin Emmett

Claudio Domenicali mit TV-Reporter Gavin Emmett

Claudio Domenicali, CEO der Ducati Motor Holding, sprach bei der Ducati-Teampräsentation in Neuchatel über die Vorteile der MotoGP-Teilnahme und die Kunst, gegen Industrieriesen zu bestehen.

Das Ducati-Team wählte für die Präsentation der MotoGP-Mannschaft und der GP19 das Forschungszentrum von Philip Morris International in der Nähe von Neuchatel (Neuenburg) in der Schweiz. Noch bevor das Bike von Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci enthüllt wurde, wandte sich Claudio Domenicali an die Gäste und Zuschauer, die dank Live-Stream aus der ganzen Welt dabei sein konnten.

Der CEO der Ducati Motor Holding nutzte die Chance, um die Gründe für die MotoGP-Teilnahme der Italiener zu erläutern. «Es erfordert natürlich harte Arbeit und eine starke Hingabe», bestätigte er. «Aber es ist natürlich auch unser stärkstes Marketing-Instrument, um unsere Marke weltweit bekannt zu machen und den Wert der Marke zu steigern. Mehr als alles Andere ist es aber der Blick in die Zukunft, der uns mitmachen lässt, denn wir profitieren in den Bereichen Forschung und Technik stark von diesem Engagement.»

«Racing heisst für uns, neue Konzepte aufzustellen und die Grenzen immer wieder neu zu setzen», fuhr der 51-jährige Italiener fort. «Alle Ingenieure von Gigi Dall’Igna leisten unglaubliche Arbeit. Sie lernen stetig dazu und alles, was wir auf der Strecke machen, fliesst letztlich auch wieder in die Produktion der Strassenmaschinen ein. Davon profitieren natürlich auch die Kunden.»

Und wie schafft es Ducati, gegen Industrieriesen wie Yamaha und Honda zu bestehen? Domenicali dazu: «Das kommt darauf an, wen man fragt. Gigi würde natürlich viel verlangen, denn er ist ein teurer Mann. Aber wir haben das Glück, starke Partner und solide Produkte zu haben. Ohne unsere Partner wären wir nicht dazu in der Lage.»

Zum Schluss fügte das Ducati-Oberhaupt an: «Wenn ich einen gemeinsamen Nenner bestimmen müsste, der sich seit dem Start unseres MotoGP-Abenteuers hält, dann ist das die Leidenschaft. Jene der Leute, die an diesem Projekt arbeiten und jene der Fans zuhause, der Händler und Partner. Alle zusammen ergeben eine Gruppe von unglaublich leidenschaftlichen Leuten. Und die grosse Stärke dieser Gruppe ist der Zusammenhalt im Guten wie im Schlechten.»

Die Erfolge des Ducati-MotoGP-Werksteams seit 2003

2003: Neun Podestplätze (1x Sieg, 2x zweiter Platz, 6x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 4 mit 177 Punkten
Troy Bayliss WM-Rang 6 mit 128 Punkten

2004: Zwei Podestplätze (2x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 9 mit 117 Punkten
Troy Bayliss WM-Rang 14 mit 71 Punkten

2005: Vier Podestplätze (2x Sieg, 1x zweiter Platz, 1x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 6 mit 157 Punkten
Carlos Checa WM-Rang 9 mit 138 Punkten

2006: Neun Podestplätze (4x Sieg: Troy Bayliss siegte als Ersatzfahrer in Valencia, 4x
zweiter Platz, 1x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 3 mit 229 Punkten
Sete Gibernau WM-Rang 13 mit 95 Punkten

2007: 18 Podestplätze (11x Sieg, 4x zweiter Platz, 3x dritter Platz)
Casey Stoner Weltmeister mit 367 Punkten
Loris Capirossi WM-Rang 7 mit 166 Punkten

2008: Elf Podestplätze (6x Sieg, 3x zweiter Platz, 2x dritter Platz)
Casey Stoner WM-Rang 2 mit 280 Punkten
Marco Melandri WM-Rang 17 mit 51 Punkten

2009: Neun Podestplätze (4x Sieg, 1x zweiter Platz, 4x dritter Platz)
Casey Stoner WM-Rang 4 mit 220 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 13 mit 104 Punkten

2010: Zehn Podestplätze (3x Sieg, 2x zweiter Platz, 5x dritter Platz)
Casey Stoner WM-Rang 4 mit 225 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 7 mit 163 Punkten

2011: Zwei Podestplätze (2x dritter Platz)
Valentino Rossi WM-Rang 7 mit 139 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 8 mit 132 Punkten

2012: Zwei Podestplätze (2x zweiter Platz)
Valentino Rossi WM-Rang 6 mit 163 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 9 mit 122 Punkten

2013: Kein Podestplatz
Andrea Dovizioso WM-Rang 8 mit 140 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 9 mit 126 Punkten

2014: Drei Podestplätze (1x zweiter Platz, 2x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 5 mit 187 Punkten
Cal Crutchlow WM-Rang 13 mit 74 Punkten

2015: Neun Podestplätze (5x zweiter Platz, 4x dritter Platz)
Andrea Iannone WM-Rang 5 mit 188 Punkten
Andrea Dovizioso WM-Rang 7 mit 162 Punkten

2016: Zehn Podestplätze (2x erster Platz, 3x zweiter Platz, 5x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 5 mit 171 Punkten
Andrea Iannone WM-Rang 9 mit 112 Punkten

2017: 15 Podestplätze (6x erster Platz, 4x zweiter Platz, 5x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 2 mit 261 Punkten
Jorge Lorenzo WM-Rang 7 mit 137 Punkten

2018: 13 Podestplätze (7x erster Platz, 4x zweiter Platz, 2x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 2 mit 245 Punkten
Jorge Lorenzo WM-Rang 9 mit 134 Punkten

46 MotoGP-Siege

Casey Stoner: 23 Siege (2007: Katar, Istanbul, Shanghai, Barcelona, Donington Park, Laguna Seca, Brünn, Misano, Phillip Island, Sepang; 2008: Katar, Donington Park, Assen, Sachsenring, Phillip Island, Valencia; 2009: Katar, Mugello, Phillip Island, Sepang; 2010: Aragón, Motegi, Phillip Island)

Andrea Dovizioso: elf Siege (2016: Malaysia; 2017: Mugello, Barcelona, Spielberg, Silverstone, Motegi, Sepang; 2018: Katar, Brünn, Misano, Valencia)

Loris Capirossi: sieben Siege (2003: Barcelona; 2005: Motegi, Sepang; 2006: Jerez, Brünn, Motegi; 2007: Motegi)

Jorge Lorenzo: drei Siege (2018: Mugello, Barcelona, Spielberg)

Troy Bayliss: ein Sieg (2006: Valencia)

Andrea Iannone: ein Sieg (2016: Spielberg)

Pramac-Ducati: 10 Podestplätze

2007: Alex Barros (Mugello)
2008: Toni Elias (Brünn und Misano)
2015: Danilo Petrucci (Silverstone)
2016: Scott Redding (Assen)
2017: Danilo Petrucci (Mugello, Assen, Misano, Motegi)
2018: Danilo Petrucci (Le Mans)

Avintia-Ducati: Seit den letzten fünf Rennen 2014, kein Podestplatz
Aspar-Ducati: 2016 bis 2018, kein Podestplatz

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