Hernández: Warum er jeden Start von Márquez verpasst

Von Otto Zuber
MotoGP

Santi Hernández arbeitete schon 1999 mit Álex Crivillé zusammen, nun steht er bei Repsol-Honda Marc Márquez zur Seite. «Heute ist alles so professionell, dass sich die Atmosphäre verändert hat», erzählte der Crew-Chief.

Santi Hernández arbeitet seit 2011 mit Marc Márquez zusammen. In dieser Zeit holte der Repsol-Honda-Star sechs seiner bisher sieben WM-Titel. Sein Cheftechniker ist aber schon viel länger im Paddock der Motorrad-WM zu Hause: Als sich Alex Crivillé 1999 zum ersten spanischen Weltmeister in der Königsklasse kürte, arbeitete Hernández als Fahrwerk-Techniker mit dem Champion zusammen.

Im Interview blickt Hernández auf seine Anfänge zurück. Er erzählt, was sich seither verändert hat – und er verrät, was die Zusammenarbeit mit Márquez so besonders macht.

Viele kennen dich als Crew-Chief von Marc Márquez, aber andere erinnern sich vielleicht daran, dass du mit Álex Crivillé als Fahrwerk-Techniker zusammengearbeitet hast. An was erinnerst du dich aus dieser Zeit? Wie war es für einen jungen Mann, im Repsol Honda Team zu arbeiten?

Ich erinnere mich gerne daran zurück. Als Kind waren zu Hause immer Motorräder um mich herum – und die Chance zu haben, für ein Team wie Repsol Honda zu arbeiten, mit zwei Fahrern, die für mich immer Idole waren, führte dazu, dass mein erstes Gefühl und die erste Erinnerung ist, dass ich sehr nervös war, wie ein Fan, der einen Traum lebt. Ich habe es so in Erinnerung.

Einer der Meilensteine in der 25-jährigen Geschichte von Repsol-Honda war der erste 500er-Weltmeister aus Spanien: Wie war es, 1999 mit Crivillé zu arbeiten?

Ich habe viele großartige Momente genossen, aber etwas, das mir als sehr positiv in Erinnerung blieb, war, mit Álex Crvillé zu arbeiten: Ein großartiger Fahrer und – vor allem – eine großartige Person. Ich erinnere mich, wie gut er uns behandelt hat, und vor allem wie er dich fühlen ließ, dass du ein Teil der Gruppe warst. Es macht mich sehr stolz, dass ich ein Teil des Teams sein konnte, dass für die anderen Fahrer ein bisschen den Weg in die MotoGP geebnet hat.

Vermisst du etwas aus dieser Zeit? Hat sich die Arbeitsweise verändert?

Ja, es hat sich verändert. Alles hat sich weiterentwickelt. Früher gab es Rivalität, aber die Mechaniker, die Teams und Fahrer, verband eine Freundschaft. Heute ist alle so professionell, dass die Atmosphäre nicht mehr dieselbe ist. Früher war es freundlicher, heute denkt jeder nur an ein Ziel – zu gewinnen.

Was hat sich mehr verändert: Die Weltmeisterschaft an sich oder die Technologien und die Motorräder?

Ich glaube sowohl die Weltmeisterschaft als auch die Technologie haben sich stark verändert, zum Guten hin. Die Weltmeisterschaft hat ein Produkt geschaffen, dass beneidenswert ist. Es ist gewachsen und wurde immer professioneller, sodass es für die, die Motorsport mögen, unglaublich ist.

Auf technischer Seite hat sich viel verändert: Vor 22 Jahren gab es viele Dinge, von denen es unvorstellbar war, sie zu kontrollieren. Vor allem beim Thema Sicherheit haben sich die Weltmeisterschaft und die Technik zum Guten verändert.

2011 hast du begonnen, mit Marc Márquez zu arbeiten, in der Moto2-WM. Worin hat er sich am meisten verändert? Wo könnte er sich verbessern?

Marc hat mich vom ersten Tag unsere Zusammenarbeit an überrascht – mit seinem Kommentar, das er zum Motorrad abgegeben hat und wie er sich ausgedrückt hat. Ich sage immer das gleiche: Marc überrascht mich jeden Tag. Es liegt nicht an mir, ihm zu sagen, was verbessert werden muss. Er ist ein Fahrer, der konstant lernt und im Stande ist, Dinge aus seinen Fehlern mitzunehmen. Manchmal lerne ich mehr von ihm, als er von mir – das ist auch schön.

Wie oft sprecht ihr in einer Woche miteinander, abseits der Rennstrecke?

Normalerweise sprechen wir uns einmal in der Woche, aber in der WhatsApp-Gruppe des Teams sind fast jeden Tag Nachrichten. Unsere Kommunikation ist gut und freundschaftlich. Es ist auch gut, über andere Dinge als Motorräder zu reden.

Wie lange ist es her, dass du zuletzt den Start eines Rennens gesehen hast? Ist es Aberglaube oder Nervosität?

Aberglaube. Das geht auf das Jahr 1999 zurück, als ich anfing, mit Álex Crivillé zu arbeiten. Ich weiß nicht, warum es passiert ist, aber ich habe den Start verpasst und er gewann das Rennen. Seither schau ich mir den Start nicht an.

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